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GURPS Cyberpunk in 4th Edition konvertieren und anpassen

Begonnen von Maniac, 10. August 2026, 11:01:42

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Colgrevance

#15
Zitat von: Maniac am 10. August 2026, 17:51:11Die Regeln für "Realistic Hacking" finde ich schon ganz cool. Sie waren wohl auch so passend, dass der Secret Service das Quellenbuch für eine "Hackerbibel" hielt und die Computer von Steve Jackson Games beschlagnahmte.

Das spricht schon für eine gewisse "Qualität".

Haben sie denn auch ein gutes Spiel abgegeben? Realismus als Oberziel im Rollenspiel finde ich immer ein bisschen fragwürdig, da darunter oft Spielbarkeit und Spaßfaktor leiden...

Edit: ...was auch so ein Grund ist, warum ich GURPS eher skeptisch sehe.

Maniac

Zitat von: Colgrevance am 10. August 2026, 17:57:24Haben sie denn auch ein gutes Spiel abgegeben? 
Kann ich nicht beurteilen. Meine Kampagne hatte ich halt mit dem Cyberpunk-Hacking angesetzt. Aber die "Realistic" Regeln könnte man für so Sachen nutzen, die beispielsweise in den 80ern spielen, in die Richtung "Stranger Things" oder "Wargames" wo ein Computer selbst nicht selbstverständlich ist wie heute. 

Teilweise auch für heute: Linux beispielsweise nutzt ja auch so Sachen wie Administrator-Konten oder "erweiterte Zugriffsrechte".

So Sachen in die Richtung "Virtual Reality" mit Datenbrille und -handschuhen würden mich evtl. noch reizen. Ich glaube im "GURPS Cyberworld" ist da etwas drin zusammen mit russischen Mainframes etc.

In "Blade Runner - The Roleplaying Game" fand ich auch die Sachen wie mit dem Polizei-Mainframe sehr cool vom Konzept her. Und auch die Idee eines "Datenblackouts" oder was das war. Dann diese tolle Stadt noch und die eigenen Orte mit ihrem eigenen "Flair". Das machte die Experience zu einer runden Sache. Wahrscheinlich zu intensiv für mich, dass ich am Ende nicht mehr konnte. Das hat aber nichts mit Dir als Spielleiter und/oder als Person zu tun. 
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Maniac

Ah okay, kann ich nachvollziehen. Jetzt meine ich auch zu verstehen, woher die Debatte um die "1 Sekunden Kampfrunde" herkommt. Also, dass man für eine Sekunde Spielzeit viele Optionen und Maneuvers (schon im Grundregelwerk) quasi "braucht". Verstehe ich das so richtig? Nachvollziehen kann ich es bzw. glaube es zumindest.
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Colgrevance

#18
Zitat von: Maniac am 10. August 2026, 18:28:09Ah okay, kann ich nachvollziehen. Jetzt meine ich auch zu verstehen, woher die Debatte um die "1 Sekunden Kampfrunde" herkommt. Also, dass man für eine Sekunde Spielzeit viele Optionen und Maneuvers (schon im Grundregelwerk) quasi "braucht". Verstehe ich das so richtig? Nachvollziehen kann ich es bzw. glaube es zumindest.

Ja, die Regeln erfordern bei dieser Dauer einfach eine gewisse Kleinteiligkeit.

Ich finde es zudem für ein Spiel generell unbefriedigend, wenn ich im Kampf dran bin und dann nur sagen kann: jetzt wechsele ich von der liegenden Position in die knieende, oder ich ziele nur (um dann erst später einen Bonus zu bekommen), und dann sofort wieder an den nächsten Spieler abgeben muss. Da braucht es gefühlt sehr lange, bis man mal etwas Spannendes bzw. Effektives tun kann, und der Wechsel des aktiven Spielers frisst halt auch erfahrungsgemäß jedes Mal wieder Zeit. Dass es dann auch noch recht viele Manöver gibt und dadurch die Gefahr der "Analyse-Paralyse" steigt, und man immer wieder Regeln bzw. Modifikatoren nachschlagen muss (wer kann sich die denn alle merken?), kommt noch obendrauf.

Im Endeffekt ziehen sich Kämpfe bei GURPS dadurch wie ausgelutschtes Kaugummi. Und ich finde Kämpfe ohnehin meist ein weniger spannendes Element im Rollenspiel, das ich gerne genauso schnell abhandeln möchte wie andere Aktionen auch (also ein paar Proben, und gut ist). Das kann man in GURPS zwar auch machen, aber dann sind die ganzen Kampfregeln (und die daran hängenden Charakteroptionen!) plötzlich hinfällig, und man spielt eigentlich ein ganz anderes Spiel.

Da kann ich dann gleich ein System nehmen, das von vorneherein besser zu meiner Spielweise passt. Was ja nicht heißt, dass GURPS ein schlechtes System ist, es geht nur leider beim Kampfsystem sehr weit an meinen Vorlieben vorbei.

Maniac

You got a point, there. Kann ich nachvollziehen vor allem wenn man dann auch noch vielleicht mit Hexbrett und dann den optionalen Trefferzonen spielt, mehrere Schüsse im Fernkampf abgibt, dann gucken wo die jeweils einschlagen etc. 

Trotz allem fand ich es, zumindest bei 3rd Edition, schon ganz schön, dass man so Sachen wie Schwertkampf, Blockieren mit Schild etc. ganz gut abbilden konnte. 

Viele der Sachen wie Trefferzonen, Hex-Felder etc. waren auch optional und ich finde es auch ganz gut wenn beispielsweise ein Goblin mit einem Kurzschwert immer noch eine gewisse Bedrohung darstellt wo man sich in anderen Systemen sich da komplett "rausgelevelt" hat. 

Mich stört es halt, wenn ich mich jeweils bei einem neuen Szenario immer komplett in eine neue Mechanik einarbeiten muss und quasi jedes Spiel für sich lernen muss. Die Zeiten wo ich wirklich Regelwerke von Vorne bis Hinten, wie beispielsweise bei mir Shadowrun damals - da fehlt mir mittlerweile die Muße. 

Mit GURPS habe ich an sich meinen Frieden weitgehend gefunden und war begeistert, dass wir beispielsweise auch "Vampire - The Masquerade" damit spielen konnten und uns nicht in "Storyteller" einarbeiten mussten. Trotzdem konnten wir die WhiteWolf Quellenbücher auch gut konvertieren. Später haben wir es dann noch in einem Cyberpunkhintergrund laufen lassen - nicht dass die Vampire vercybert sind, sondern halt eine "technologisch angehauchte World of Darkness". 
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WeepingElf

Zitat von: Maniac am 10. August 2026, 17:51:11Die Regeln für "Realistic Hacking" finde ich schon ganz cool. Sie waren wohl auch so passend, dass der Secret Service das Quellenbuch für eine "Hackerbibel" hielt und die Computer von Steve Jackson Games beschlagnahmte. 

Ja, das ist ein berühmter "Reality Check".


Zitat von: Colgrevance am 10. August 2026, 17:57:24Haben sie denn auch ein gutes Spiel abgegeben? Realismus als Oberziel im Rollenspiel finde ich immer ein bisschen fragwürdig, da darunter oft Spielbarkeit und Spaßfaktor leiden...

Ich bin auch kein Freund allzu detaillierter Simulationen, weil die das Spiel ausbremsen und dadurch den Spielspaß töten. Ein Rollenspiel ist ein Spiel und keine Wissenschaft; es geht für mich darum, das Geschehen in der Spielwelt plausibel darzustellen, weniger darum, es präzise zu simulieren.
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