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Charakterwissen vs. Spielerwissen - Trennung möglich?

Begonnen von Argamae, 15. Oktober 2007, 19:28:20

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Argamae

Es ist ein altes Thema, aber trotz aller Regelwerke der letzten 30 Jahre nach wie vor ein aktuelles: die Trennung oder Nicht-Trennung dessen, was ein Spieler weiß, von dem, was sein Charakter weiß.

Eine typische Manifestation dieser Problematik hat vermutlich jeder von euch schon am Spieltisch erlebt - der Spieler läßt seinen Charakter so handeln, als wüßte letzterer, was der Spieler selbst weiß. Das kann ziemlich offensichtlich sein (z.B. indem der Charakter sich wie ein aufgeschlossener Bürger der Moderne verhält, während das Setting bzw. der SL tiefstes Mittelalter darzustellen versucht) oder auch subtil (z.B. wenn der Charakter ein angebotenes Glas Wein eines in-time befreundeten NSC ausschlägt, nur weil der Spieler mitbekommen hat, daß dieser NSC in einer anderen Szene - in der sein Charakter nicht zugegen war - als Giftmischer entlarvt worden ist). Hm, vielleicht ist auch das erste Beispiel subtil und das zweite offensichtlich.

Naja, es gibt sicherlich Dutzende oder Hunderte ähnlicher Beispiele.

Auch beinhaltet solches Verhalten das "Überspielen" klar ersichtlicher, spieltechnischer Einschränkungen. Etwa der etwas einfältige Bauernheld vom Lande mit Intelligenz 7 und Weisheit 6, der aber ständig gute Ratschläge erteilt und effektive Kampftaktiken vorschlägt.

Wie erlebt ihr selbst solche Situationen? Spielt ihr auch bisweilen mit "Spielerwissen" euren Charakter? Muß vielleicht sogar manchmal entgegen der Charakterpersönlichkeit bzw. -kenntnis gehandelt werden, um den Gruppenzusammenhalt zu sichern? Ist es wirklich möglich, vollständig in eine andere Rolle hinein zu schlupfen?
In Memoriam Gary Gygax (1938-2008), Dave Arneson (1947-2009), Joe Dever (1956-2016), Greg Stafford (1948-2018), Terry K. Amthor (1958-2021) und Ingo Schulze (1977-2021)
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Ghost

Diese Situationen gibt es relativ häufig, aber ich denke, die meisten Spieler (unserer Gruppe) haben (früher oder später) gelernt, damit umzugehen.
Manchmal war es tatsächlich etwas eigenartig, wenn Shadowrunner mit CHA 1 irgendwelche Verhandlungen führen oder Bedingungen stellen wollten. Da war doch nötig, mit dem Würfel einzugreifen.
So handhabe ich das eigentlich als SL fast immer. Wenn ich meine, der Charakter benutzt zu intensiv sein Spielerwissen, wird gewürfelt.

Ab und zu ist es aber auch recht spannend, mit Spielerwissen den eigenen Charakter - eventuell auch die der anderen Spieler - in Schwierigkeiten zu bringen. Dabei achte ich aber darauf, möglichst nicht zu weit zu gehen.

ZitatIst es wirklich möglich, vollständig in eine andere Rolle hinein zu schlupfen?
Ja, das ist es, wenn auch nicht durchgehend. Ab und zu gelingt es auch mir, doch führt das oft zu Schwierigkeiten mit anderen Spielern... [24]
Gerade mit Anfängern oder "Gelegenheitsspielern" muss man vorsichtig sein, um sie nicht zu verschrecken oder gar unbewusst zu beleidigen.
It's a conspiracy...

Torlogk

ZitatIst es wirklich möglich, vollständig in eine andere Rolle hinein zu schlupfen?

Nein ich denke ganz geht sowas nicht aber wie mein "vorschreiber" schon darlegte schafft man es je mehr man sich anstrengt immer länger....

Hier ist aber auch der Meister äußerst gefragt und sollte verstärkt darauf achten.... ich kann mich an viele Runden erinnern in denen mich der Meister Autobus mäßig anschaute und fragte ob ich für meinen 1.Stufe Abenteurer nicht doch lieber den Plattenpanzer nehmen will weil der ja höheren Rüstungsschutz bietet... oder der Meister nicht verstand warum mein 5.Stufe Zwerg den Zwergen-Plattenpanzer +1 aus dem letzten Schatz verkaufen will und ich ihm sagte das er vom "Zwergberuf" her Ledermacher war und "Platte" nicht mag...

Ich meine hier sind auch die "Meister" gefragt damit umzugehen und das Abenteuer darauf anzupassen....

Ich finde es sehr Reizvoll, meinen Charakter NICHT alles wissen zu lassen was ich aus meiner Spielerfahrung weis, manchmal ergibt das zwar Klischee-Situationen aber das finde ich nicht so störend wie z.B. Raumhafen-Köche die in den Maschinenraum rennen und den Fusionsantrieb ausschalten um zu verhindern das die "Neutrino-Strahlung" des Reaktors gescannt werden kann...
Wer glaubt etwas zu sein, hört auf etwas zu werden....

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»All animals are equal. But some animals are more equal than others.«  G. Orwell

Lestat DeLioncourt

Ich finde ebenfalls das man hier stark die verschiedenen Skalierungen des Spielerwissens unterscheiden muss.

Wenn z.B. ein Spielerheld in einem Krämerladen ein bestimmtes Gewürz bekommen kann und dieser Held es dann kauft und auch verwenden will,weil der Spieler es im Realen leben liebt, obwohl der Held garnicht wissen kann was das für ein Gewürz ist, geschweige denn, wissen wie es schmneckt,so lasse ich als Spielleiter gerne einmal durchgehen. Denn es macht dem Spieler eine Freude und stört auch keineswegs den Spielspass.

Wenn jedoch ein Krieger seine Waffen zückt, seine Kameraden zur Hilfe ruft und womöglich bereits Zauber auf sich wirken lässt, obwohl es für den Charakter keinerlei Grund dafür in dieser Situation gibt, aber der Spieler irgendwoher weiß das nun eine Bestimmte Situation geschehen wird oder es heißt "der Meister hat schon wieder so gegrinst", dann unterbinde ich als Spielleiter diese Aktion mit Nachdruck. Ich sehe das so als Spielleiter genau so wie als Spieler.



Als Spieler bin ich auch bereits in Situationen geraten, die ich aufgrund Spielerwissen umgehen oder sogar locker hätte meistern können. Da meinem Charakter diese Information jedoch nicht zugänglich war, bin ich (wenn auch zugegebenermaßen mit schweren Herzem) in die Falle gelaufen und (leider) dabei auch gestorben.

I am a root. If you see me laughing, you'd better have a backup!

Torlogk

Zitat... bin ich (wenn auch zugegebenermaßen mit schweren Herzem) in die Falle gelaufen

Hehe, jep das kenn ich. Man teilt der SL dann mit was man macht und schlägt sich dann die Hände vor die Augen weil man weiß das es wieder weh tun wird. [36]

Zitat..und (leider) dabei auch gestorben.
Naja, hier ist dann für mich schluß. Nur weil ich meinen 1.Stufe Abenteurer unerfahren spiele darf ich nicht einfach so sterben, es sei denn ich lasse meinen Charakter ins offene Maul eines Alligators schauen und ihn fragen ob er im Magen Schätze blinken sieht, damit es sich lohnt ihn umzuklopfen.  [244]
Wer glaubt etwas zu sein, hört auf etwas zu werden....

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Argamae

ZitatNaja, hier ist dann für mich schluß. Nur weil ich meinen 1.Stufe Abenteurer unerfahren spiele darf ich nicht einfach so sterben, es sei denn ich lasse meinen Charakter ins offene Maul eines Alligators schauen und ihn fragen ob er im Magen Schätze blinken sieht, damit es sich lohnt ihn umzuklopfen.
Nun ja, das ist so eine zwiespältige Sache. Prinzipiell sollte man das Abenteuer auf die Charaktere zuschneiden bzw. anpassen, um ihnen eine ausgewogene Chance zu geben. Wenn nun einer (oder mehrere) Spieler ihre unerfahrenen Charaktere eben auch unerfahren spielen, wäre es sicherlich dem Spielspaß abträglich, wenn der SL sie genau aufgrund dieser Spielweise ins Verderben rennen läßt. Da muß im Vorfeld dann geklärt sein, inwieweit der SL nun seine Spielwelt "neutral" suimuliert. Wenn er von vorne herein eine mehr oder minder "reale" Simulation beabsichtigt (d.h. Gegner passen sich bequemerweise nicht immer der Stufe der Charaktere an, sondern können durchaus auch mal deutlich mächtiger sein), dann wären die Spieler wohl gut beraten, keine dummbatzigen Anfänger zu spielen bzw. damit zu rechnen, daß ein jeder Schritt ihr letzter sein könnte, weil sie nicht erwarten können, halt irgendwie schon zu überleben, weil sie ja ihre "Rolle" so gut spielen.
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