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[GOOD BOY] Horror ist auf den Hund gekommen

Begonnen von Argamae, 13. Januar 2026, 10:31:29

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Argamae

Ende letzten Jahres lief er kurzzeitig in einigen wenigen Kinos, nun ist der Film auf Scheibe erschienen bzw. läuft derzeit auf den Streaming-Diensten Maxdome und Apple TV. Hier eine kurze, spoilerfreie Rezension.

GOOD BOY - Trust His Instincts von Ben Leonberg wurde 3 Jahre lang gedreht - Grund war der Hauptdarsteller "Indy", ein neuschottischer Retriever und der private Begleiter des amerikanischen Regisseurs, denn er konnte immer nur 1-2 h pro Tag "drehen". Und ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass ein vierpfotiger Fellträger so viel intensive Leinwandpräsenz aufbauen würde!


Quelle: Film Affinity

Nun ist Hunde-Horror ja spätestens seit Stephen Kings "Cujo" kein Novum mehr, aber bei GOOD BOY haben wir es nicht mit einem wildgewordenen Monster-Vierbeiner zu tun. Im Gegenteil, hier ist der Fellträger der handelnde Protagonist bzw. "Held" der Geschichte und alle Ereignisse sind aus seinem Blickwinkel gedreht. Dennoch: weder dieser Umstand noch der Hund selbst werden zu einem "Gimmick", sondern entwickeln eine Art Selbstverständlichkeit.
Indy begleitet sein Herrchen in das alte Familienhaus auf dem Land, als er einer unheimlichen Präsenz gewahr wird, die immer näher kommt und bedrohlicher zu werden scheint. Indy setzt alles daran, sein Herrchen vor Schlimmerem zu bewahren.

GOOD BOY ist so sehr aus der Hundeperspektive erzählt worden, dass wir sogar in Indys Träume einsteigen und Zeuge seiner zunehmenden Unruhe und Angst werden. Die menschlichen Protagonisten beschränken sich auf drei oder vier Figuren, die man meist nur bis zur Brust zu Gesicht bekommt. Und wenn Gesichter im Bild sind, werden diese oft auch abgedunkelt und man kann nur Umrisse erkennen. Das ist zunächst befremdlich, aber ein wichtiges Stilmittel, um die Handlung abzubilden. Dennoch bleiben dadurch viele Dinge der Fantasie des Zuschauers überlassen und bisweilen wirken einzelne Szenen auch etwas sprunghaft. Nicht immer gelingt es, die Lücken der Erzählung nachvollziehbar zu füllen.

"Gorehounds" kommen hier nicht auf ihre Kosten, der Film bleibt relativ blutleer. "Jump scares" gibt es auch nur ein oder zwei, davon lebt auch die ganze (insgesamt eher dünne, jedoch emotionale) Geschichte nicht. Wo der Film aber punktet, ist in der Stimmung, die er aufbaut. Der Film arbeitet hervorragend mit Bildern und Licht, schafft es, eine immer dichtere und beklemmendere Atmosphäre zu erzeugen. Und hier liegt auch die Spannung (nicht der Hund!) "begraben", die GOOD BOY überzeugend rüberbringt - was ist real und was sind hündische Halluzinationen? Treue und Loyalität stehen im Mittelpunkt der Geschichte, deren Ende die obligatorische Frage birgt, ob Indy stirbt oder lebt.
Und das verrate ich hier natürlich nicht.

Trotz der erwähnten Schwächen, die hier und da zutage treten, bleibt GOOD BOY eine absolute Empfehlung und eine filmische Erfrischung - insbesondere für Hundeliebhaber. Der Film zeigt einmal mehr, dass wir die Liebe unserer Haustiere nicht verdient haben. So ein guter Junge!
In Memoriam Gary Gygax (1938-2008), Dave Arneson (1947-2009), Joe Dever (1956-2016), Greg Stafford (1948-2018), Terry K. Amthor (1958-2021) und Ingo Schulze (1977-2021)
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