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Eure "Rollenspielsozialisation" - Welche Systeme haben euch geprägt?

Begonnen von Maniac, 21. März 2026, 15:28:10

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Maniac

Hallo zusammen,

im Universalspielthread kam die Diskussion und auch der Wunsch auf, vielleicht ein wenig über den Rollenspiel-Werdegang zu schreiben. 

Das Thema "Sozialisation" kam bei mir in einer Vorlesung im Bereich "Arbeits- und Organisationspsychologie" auf und es gibt mehrere Arten von Sozialisation: Beispielsweise in welcher Familie man aufgewachsen ist. Was dies für "Charaktere" waren? Gab es eine Rollenaufteilung in der Familie? 

Aber auch die Thematik der beruflichen Situation, also welchen Beruf man erlernt oder studiert hat. Was waren die ersten Kontakte zur Arbeitswelt (Praktikum, betriebliche Ausbildung etc.) und wie hat euch das geprägt etc.

Dies soll erstmal die Einodrnung in den Kontext sein.

Im "Universalrollenspiel-Thread" hatte ich geschrieben, dass mich "GURPS" schon sehr geprägt hatte und ich meine, dass dies daher herrührt, dass wir gute Erfahrungen damit gemacht haben, "Vampire" mit den GURPS-Regeln zu spielen. Später hatten wir dann die "World of Darkness" in Richtung Cyberpunk gekreuzt und eigene Sachen und Hintergründe entwickelt und Spielleiterwelten verbunden. 

Gerade das Verknüpfen von Welten und Hintergründen fand ich enorm faszinierend.

Aufmerksam wurde ich auch GURPS bei einem Rollenspieltreff im Harz was wohl von der IG Metall oder einer anderen Gewerkschaft organisiert wurde. Eine Spielrunde hatte das damals mit der 3rd Edition gespielt. Dann das Buch bei Fantasy Productions per Mailorder bestellt etc. und es steht nach wie vor bei mir im Regal. 

Welche Systeme haben euch geprägt? Wo hat es bei euch "Klick" gemacht? Welche Hintergründe und Genres habt ihr damals gelesen? Bei mir war auch viel das Thema "Soloabenteuer" vorhanden, also die DSA-Solos aber auch "Fighting Fantasy" und "Einsamer Wolf". Und natürlich "Herr der Ringe"..

Let's talk!
For those about to GURPS - We salute you!

WeepingElf

#1
Ich bastle seit meiner Grundschulzeit Welten (und tue es immer noch). Das erste Mal, dass ich was von Rollenspielen hörte, war, als ich in den frühen 80er Jahren einen TV-Werbespot sah, in dem ein Produkt namens "Schwerter und Dämonen" beworben wurde. Damals freilich verstand ich nicht so recht, was das sein sollte. Ein paar Jahre später las ich in einer Heimcomputer-Zeitschrift einen Artikel über die Geschichte der Abenteuerspiele, in dem auch Rollenspiele erwähnt (und erläutert) wurden, unter anderem auch jenes geheimnisvolle "Schwerter und Dämonen". Zusammen mit meinem Bruder und einem gemeinsamen Freund habe ich mir dann das D&D-Basis-Set (die rote Box mit dem Drachen vorne drauf) angeschafft.

Damit habe ich also mit dem Rollenspiel angefangen. Später kamen noch diverse andere Rollenspiele: Traveller, MERS, Rolemaster, Cyberpunk 2020, DSA, Midgard, GURPS. Vor allem das Konzept von GURPS überzeugte mich: ein System für alle Welten - insbesondere für selbstgebastelte! Auch die Architektur von GURPS sprach mich an, das war für mich dann das System der Wahl.

Es gab dann aber eine Zeit, in der ich mit dem Rollenspiel ganz aufhörte, weil ich mit etlichen Runden ziemlich viel Pech hatte. In jüngerer Zeit habe ich dann angefangen, mit OURS ein eigenes modulares Universalrollenspiel zu entwickeln, weil ich ein paar Ideen zur Verbesserung von GURPS hatte, vor allem aber aufgrund der restriktiven Lizenzpolitik von Steve Jackson Games, die die Offenheit des Systems durchkreuzt: ich wollte etwas haben, was man problemlos in eigene Publikationen einbinden kann. Ich neide Steve Jackson seine Profite nicht, es ist ein gutes Produkt, aber es konterkariert eben die architektonische Offenheit des Systems.

Ich habe mir in den letzten Tagen auch einige freie Indie-Rollenspiele angeschaut, aber die überzeugten mich nicht wirklich, vor allem aufgrund des in der Indie-RPG-Szene vorherrschenden Minimalismus. Ich mag das nicht, aber auch keine hyper-detaillierten Regelmonster. Das ist so ähnlich wie mit einer Zeichnung eines Charakters: man sollte schon erkennen können, was für ein Typ der ist, ein Strichmännchen reicht nicht, aber man muss an seiner Kleidung nicht die Maschen zählen können ;)

Für mich ist und war immer das Rollenspiel eine Möglichkeit, eine Welt zu erleben. Daraus resultiert, was ich von einem Rollenspiel erwarte, nämlich Atmosphäre und eine gute Darstellung der Welt. Das muss keine extrem detailgetreue Simulation sein, es sollte aber auch nicht zu grob und abstrakt sein.
... brought to you by the Weeping Elf

Colgrevance

#2
Ich bin als Jugendlicher zufällig das erste Mal über Rollenspiele gestolpert, als ich in einem Merchandise-Versandkatalog für Fantasy, Science Fiction etc. gestöbert habe. Ich konnte mir damals allerdings nichts unter dem Begriff "Rollenspiel" vorstellen, daher habe ich nur die Cover der Bücher bewundert - bis ich an einer neuen Schule auf ein paar Klassenkameraden gestoßen bin, die DSA spielten.

Nach zwei-drei Spielterminen (darunter das erste Mal als Meister) war ich begeistert von dem Hobby, allerdings hat mich DSA nicht so angesprochen; ich war schon immer eher der Science Fiction zugeneigt und weniger ein Fantasy-Fan, so dass wir diese Runde nicht weiter verfolgt haben. Ich habe mir dann aber schnellstmöglich das Star Wars-Rollenspiel von West End Games geholt und eine eigene Gruppe gegründet.

Die drei prägenden Rollenspiele, die ich bis zum Abi auch jeweils mehrere Jahre gezockt habe, waren neben dem genannten Star Wars D6 noch Cyberpunk 2020 und Pendragon. Allen gemein war, dass sie einen mehr oder weniger detailliert ausgearbeiteten Hintergrund mitbrachten und von der Regelkomplexität höchstens im Mittelfeld angesiedelt waren; zudem stand bei keinem dieser Spiele ein "brettspieliges" Kampfsystem oder gar Dungeon Crawling im Fokus, und auch Zero-to-Hero war nicht so ausgeprägt wie bei D&D und seinen Ablegern. Ich vermute, dass dies der Hauptgrund ist, warum ich mit D&D nie warm geworden bin, auch wenn es für viele andere der Urtyp des Rollenspiels ist.

WeepingElf

#3
Auch ich bin eher der Science Fiction als der Fantasy zugeneigt, wenngleich ich gute Fantasy schlechter Science Fiction vorziehe, ich mich durchaus für Mythologie interessiere (aber dem Mischmasch, der diesbezüglich in vielen Fantasy-Rollenspielen herrscht, wenig abgewinnen kann) und magische oder mystische Elemente das Genre Science Fiction gern mal auflockern können. Meiner Meinung nach hat auch die Theorie der morphischen Felder, die Wirkungsweisen der Art, die wir "Magie" nennen, in gewissem Maße denkbar macht, ihren Charme (bedarf aber einer experimentellen Überprüfung). Mein Lieblingsgenre ist Solarpunk, das versucht, konkrete, gangbare Wege in eine bessere Zukunft aufzuzeigen, und das will ich nicht nur in Romanen und Stories, sondern auch rollenspielerisch umsetzen. Eine Idee, die ich habe, ist eine Kampagne, in der die SCs Umweltaktivisten in der Gegenwart oder nahen Zukunft sind.

Weiterhin stimme ich mit Dir überein, dass ich detaillierte Welten und Systeme mittlerer Komplexität bevorzuge. Wie ich hier schon geschrieben habe, sprechen mich weder minimalistische Indie-RPGs noch Regelmonster an. Ein gewisses Maß an Detail ist gut, aber es sollte das Spiel und die Handlung nicht erschlagen.
... brought to you by the Weeping Elf

Maniac

Ich wollte noch etwas hinzufügen: Meine ersten Kontakte waren ja die Soloabenteuer und so habe ich auch bis heute noch ein gewisses Faible für die Spielebücher. 

Auch so Systeme wie "Tunnels and Trolls" mit den vielen Soloabenteuern finde ich sehr faszinierend, dass man sowohl Solo- als auch Gruppenspiel mit T&T realisieren kann.

Auch in der GURPS 3rd Edition war ein Soloabenteuer enthalten neben der "Caravan to Ein'Airis" als Beispiel für Gruppenspiel.
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