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Nachrichten - Argamae

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Spiel & Spaß / Re: VIDEOSPIEL-KONSOLEN: Was wird gezockt?
« am: 23. Juni 2022, 20:39:12 »


SHADOWRUN RETURNS {Remastered}

Fast 10 Jahre nach Release auf PC und iOS/Android (2013) ist nun die Umsetzung für den Heimkonsolenmarkt erschienen. Seit dem 21. Juni 2022 ist die remasterte Sammelausgabe aus "Shadowrun Returns", "Shadowrun: Dragonfall" und "Shadowrun: Hong Kong" in den entsprechenden Download-Stores erhältlich. Ich habe damals mit großer Begeisterung den Erstling (Shadowrun Returns) durchgespielt (der übrigens aus einem der ersten, richtig erfolgreichen Kickstarter-Projekte geboren wurde) und bin nun gespannt, wie sich der Rest der Reihe zockt.

Eins sollte klar sein: trotz des Remasterings haben wir es hier mit einem fast 10 Jahre alten Spiel zu tun. Dementsprechend darf man keine großen Sprünge in Sachen Grafik oder Animationen erwarten. Es gibt auch keine Sprachausgabe, also ist Lesen Pflicht. Auch die Bedienoberfläche ist schlicht und funktional - mehr nicht. Spielerisch orientiert sich das ganze an klassischen c-RPG (Computerrollenspielen) wie "Baldur's Gate" und taktischen, rundenbasierten, isometrischen Kampfsimulationen wie "XCOM" oder "Jagged Alliance" (mit Aktionspunkten, Skills und allem, was so dazugehört). Man wählt einen der vorgeschlagenen Archetypen aus (den man noch ein wenig anpassen kann) oder baut sich seinen komplett eigenen Charakter. Hier stehen die aus dem Tischrollenspiel bekannten Völker und Berufe zur Auswahl.

Zwar bieten weder Kampfsystem noch Charakterentwicklung einen großen Tiefgang, ermöglichen aber eine mindestens befriedigende Ausbaumöglichkeit für den eigenen Helden.

Wo aber SHADOWRUN RETURNS auch heute noch richtig punktet: Story und Dialoge. Die Schreibe ist vorzüglich (es ist lediglich englischer Text verfügbar).
Im Spiel läuft man in Echtzeit durch isometrische Areale, die an Übergangspunkten gewechselt werden können (z.B. wenn man aus einem Straßenbereich in eine Bar wechselt). Kommt es zu Begegnungen, kann man über ein Text-Dialogsystem Personen befragen oder Einkäufe tätigen. Die Antworten, von denen es immer mehrere interessante Auswahlmöglichkeiten gibt (je nach Etikette-Skill z.B. auch Sonderantworten, sofern man hier entsprechend geskillt hat), sind richtig gut geschrieben, erwachsen und legen den weiteren Verlauf der Unterhaltung fest. Generell erschafft das Spiel eine tolle Atmosphäre allein durch die knappen, aber klasse verfassten Texte. Dies ist der Riesenpluspunkt, der für mich allein gut 75% des Spielspaßes ausgemacht hat.



In Kämpfen kann man via Aktionspunkten seine Handlungen verwalten, es gibt zahlreiche Waffen und Gegenstände sowie die üblichen Deckungen (halbe oder volle) und andere Umgebungseinflüsse. "Fog of War" ist auch präsent - man sieht also immer nur die Gegner, die auch der eigene Charakter bzw. die eigenen Charaktere sehen können. Das Geschehen spielt sich immer an nicht drehbaren, isometrisch dargestellten Schauplätzen ab - von finsteren Hinterstraßen in den Redmond Barrens bis zu kameraüberwachten Glasstahl-Konzernzentralen. Auch Ausflüge in die Matrix folgen dieser Spielmechanik, wobei hier alles einen "Drahtgitter"-Look bekommt und ein klein wenig an "Tron" erinnert. Falls einer deiner Charaktere in der Matrix ist und der Rest in einem realen Kampf, wird zwischen den Runden auch entsprechend hin- und hergeschaltet.

Dazu kommt ein für meinen Geschmack exzellenter Soundtrack, der jederzeit die Schauplätze oder das Kampfgeschehen untermalt. Die detektivische Story "Dead Man's Switch" ist ziemlich klasse und zieht einen über die Figuren, die deinem Charakter begegnen, schnell tief in die Geschehnisse. Insgesamt fängt SHADOWRUN RETURNS die allgemeine SR-Atmosphäre super ein.

Ich jedenfalls spiele gerade wieder mit Begeisterung und bin auch sehr gespannt, ob die beiden weiteren (oben erwähnten) Stand-Alone-Teile so gut sind wie der Erstling. Ausgehungerte Shadowrun-Fans (oder auch Cyberpunk-Fans) können meiner Meinung nach bedenkenlos zuschlagen - falls sie diese Form von Rollenspielen mögen.

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Ich habe darüber gesprochen, welche Barrieren ich als blinder Spieler bei Videospielen habe.

Den Anfang habe ich gemacht in dem ich über eBay den Hilfen an Smartphones und Computern gesprochen habe. Darunter zählen dann Sachen wie Bildschirmluken, Zoom, Farbinvertierung, …
Das ganze habe ich dann an einem Mobilen Game und an einem Konsolenspoel, ansatzweise erklärt.
Weiterhin habe ich auf einige Projekte hingewiesen die in dieser Richtung etwas verändern möchten.

Mir wird es demnächst in einer Podcast Folge von der Niveauvolle Traktor geben.
Kommen wir mal zur Unterscheidung.

Als stark sehbehindert zählst du wenn dein besseres Auge eine Sehkraft von 2,1-7,0 % aufweist.

Als blind zählst du wenn deine Sehkraft auf dem besseren Auge maximal 2 % beträgt. Dies ist bei mir mittlerweile der Fall. Und genau aus dieser Sicht habe ich dann meine Erfahrungen geschildert.



Okay, das war mir nicht bewusst. Danke für deine Ausführungen!
Wenn ich mal nachfragen darf: sind Bildschirmtexte, wie jetzt hier im Forum, für dich auch schon ein Problem?

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Ich habe mir den Artikel auf deinem Blog durchgelesen, aber noch nicht so recht eine Ahnung, um was es da jetzt gehen soll bzw. über was Du da referierst.
Vielleicht kannst du das Thema ganz kurz mal umreißen. Danke!

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Einen ganz guten Job hat die Dritte Schwester (Rewan?) gemacht. Offenbar so gut, daß sie in den USA rassistisch beleidigt und bedroht wurde.
Es ist schwer einen wirklich guten Bösewicht mit Tiefe darzustellen und dafür auch noch gefeiert zu werden....

Soweit ich das erkenne, bezog sich ein Großteil der Kritik an Reva auf die schwache Schauspielleistung. Dies wurde von Disney aber bereits vor Ausstrahlung der ersten Folge so "geframed" (Neudeutsch für "in ein Licht gerückt"), als würde jegliche Kritik an der schwarzen Schauspielerin von rassistischen Trollen stammen. Man warnte die Akteurin vor, sie müsse sich auf rassistische Beleidigungen gefasst machen. Deflektion nennt man sowas auch, denn man möchte möglichst sämtliche Kritik gern in ein politisches bzw. narratives Lager schieben, um sich ihr nicht stellen zu müssen und "tapfere" Parolen wie "we stand with Reva" und ähnlichen Blödsinn absondern zu können.

"Obi-Wan Ken-blow-me" stellt für mich wieder einmal unter Beweis, dass Disney kein Star Wars kann. Schlimmer noch: dass Disney kein Star Wars versteht. Das sie Figuren aus dem Original-SW dekonstruieren, Kanon ignorieren, und erneut eine Serie nach einem Charakter benennen, der darin wenig zu melden hat. Für mich wird offensichtlich, dass sie nicht nur die Schauspielrollen nach dem Quotenbuch vergeben, sondern auch ihre Drehbuchschreiber nicht nach Talent und thematischer Kenntnis ausgewählt werden.

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Parsely / Re: [SIX-GUN SHOWDOWN] Ein Parsely-Abenteuer
« am: 21. Juni 2022, 11:14:32 »
WÜSTE (Einsamer Kaktus)
Nach ein paar weiteren Stunden Fussmarsch erreichst du einen großen, einzelnen Kaktus mit zwei Armen, die aus seinen Seiten ragen.

Schritte: 47
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Parsely / Re: [SIX-GUN SHOWDOWN] Ein Parsely-Abenteuer
« am: 30. Mai 2022, 12:56:51 »
WÜSTE (Kreosotbüsche)
Auf der Karte entdeckst du südlich der Kreosotbüsche einen eingezeichneten Kaktus.

Schritte: 46
>_

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Glückwünsche, Widmungen & Nachrufe / Re: [RIP] Ray Liotta
« am: 27. Mai 2022, 15:47:31 »
Ja, das hat mich auch traurig gemacht. Ich fand ihn immer hervorragend. Ruhe in Frieden, Ray.  :(

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Und seit ein paar Tagen gibt's ein neues Video. Darin werfe ich einen Blick auf den "Verlieskriecher" FORGOTTEN DEPTHS (<- Klick). Hier haben Frauen die Hosen an! Schaut mal rein.  ;)

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Aber: Wer ist mein Pferd???

Na, ist doch klar:


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An dieser Stelle nochmal herzlichen Dank an Colgrevance für Gastfreundschaft und Spielleiterei. Ein kleines, unterhaltsames Abenteuer mit einigen witzigen Interaktionen und einem eher unerwarteten Ende. :)
Pater Gerhardt Maler sagt: "Gott zum Gruße" und erhebt seinen Weinschlauch. "Auf gottgefällige Taten zum Ruhme des Herrn!"  ;D

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Rollenspiel-DinG (WOB) / Rollenspiel-DinG Termine 2022
« am: 12. Mai 2022, 15:55:08 »
Hallo zusammen!

So, es tut sich was im Hallenbad, unserem Veranstaltungsort.

Ich bekam vorgestern eine E-Mail von Lars, der sich um unsere Belange kümmert.
Er kündigte zum Ende Juli das Ende der dort herrschenden Kurzarbeit sowie die Rückkehr zum regelmäßigen Betrieb an.

Termine können von uns ab sofort wieder eingereicht werden.
Ich informiere dann hier, sobald diese stehen.

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Um ehrlich zu sein, gibt's dazu nicht viel zu sagen.

Die Eintauschung "2 für 1" bei Primärattributen sowie das Erwürfeln mehrerer Attributssätze sind bekannt, bewährt und werden oft praktiziert.
Klingt also alles "funktionabel", mache es einfach so.

Es gibt Myriaden von Alternativen zur Ermittlung von Attributswerten. Neben der Old-School-Methode, einmal knallhart der Reihe nach runterwürfeln zu lassen und nehmen, was dabei rauskommt, bis hin zu nach Charakterklasse gewichteten Würfelpools, um auf höhere Werte in deren Primärattributen zu kommen. Und dann kann man einzelne Aspekte dieser Alternativen noch ordentlich durchmischen. Das ist am Ende schlicht Geschmackssache und persönlicher Spielethos.

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Arena / Re: [Serie] REACHER (Amazon Prime Video)
« am: 09. Mai 2022, 20:15:52 »
Ui da bin ich überrascht. Ich habe die Serie wegen des wirklich grausam aufspielenden Hauptdarstellers abgebrochen. Da war nix zu holen für mich.

Rap, das kann ich tatsächlich nachvollziehen... aber es wird auf jeden Fall besser!

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Arena / [Serie] REACHER (Amazon Prime Video)
« am: 09. Mai 2022, 19:16:30 »
Nach zwei (mässigen) Kinoverfilmungen mit Tom Cruise in der Hauptrolle, hat sich AMAZON nun des Titelhelden von Erfolgsautor Lee Child angenommen: in REACHER prügelt sich Alan Ritchson als umherwandernder Ex-Militär "Jack Reacher" durch zunächst 8 Folgen voller Bösewichte und korrupter Kleinstadt-Cops. Diese 8 Folgen der ersten Staffel umreißen die Handlung von Lee Childs Debüt-Roman "Killing Ground" (dt. "Größenwahn") und diesmal zählt der Romanautor selbst zu den ausführenden Produzenten. Wird es daher nun eine originalgetreue Darstellung seiner Figur und seiner Romanhandlung? Ja. Und nein.

*SPOILERFREI*

Zunächst einmal möchte ich der Serie wohlwollend zugutehalten, dass sie ziemlich brachial und kompromisslos geraten ist - zumindest, was viele der zahlreichen Prügel- und Mordszenen angeht. Bisweilen wird es sogar unangenehm "grafisch": einem der übelst zugericheten (männlichen) Mordopfer wird die Kamera mal schön in den nackten Schritt gehalten, der zwar etwas abgedunkelt ist, aber alle anatomischen Details erkennen lässt. Diese für eine Serie ziemlich überraschende Zeigefreudigkeit von Greueln kannte ich zuvor so nur aus der PUNISHER-Fernsehserie mit Jon Bernthal.

Und Gewalt und rabiates Vorgehen sind auch Markenzeichen von Jack Reacher, der in die verschlafene Kleinstadt Margrave in Georgia kommt, wo er hinter der idyllischen Fassade alsbald Korruption, Verbrechen und jeder Menge Mordbuben auf die Spur kommt. Ganz allein bleibt er indes nicht, da sich schon bald eine Art "Team" bildet und er Unterstützung von einem geschassten Detective und einer furchtlosen Polizistin erhält. Hier entspinnt sich dann ein Plot, dem Reacher wie ein Bluthund nachgeht und dabei wenig Kompromisse macht. Er will die Täter nicht vor Gericht bringen - er will sie töten. Zumal das Ganze für ihn auch eine sehr persönliche Note bekommt.

Da ich nun in der glücklichen Lage bin, den Pate gestandenen Roman gelesen zu haben, kann ich mich ein wenig zu der filmischen Umsetzung äußern. Zunächst mal: die Besetzung.
Alan Ritchson ist nicht der ausdrucksstarkste Mime, um es vorsichtig zu formulieren, dafür überzeugt er mit seiner über jeden Zweifel erhabenen Körperlichkeit, die man des öfteren bestaunen darf. This guy is ripped! Rein physisch könnte er es womöglich mit einem Dwayne "The Rock" Johnson aufnehmen, wenn diese mal gemeinsam in den Ring steigen würden. Und die nicht besonders gefühlsbetonte Mimik passt durchaus zur Romanfigur, doch damit hören die Gemeinsamkeiten dann auch auf. Wo der Roman-Reacher durchaus das professionelle Töten gelernt hat und ebenfalls eine eindrucksvolle Präsenz mitbringt, wirkt Ritchsons Figur ein bißchen zu sehr nach "Sonny Boy" und "Body Builder", was sich u.a. an seinem Gang und seinen Bewegungen zeigt. Zwar kann er in einigen Szenen durchaus sympathisch sein, aber man mag ihm einfach nicht abnehmen, dass er ein durch bittere Erfahrungen und traumatische Erlebnisse gestählter, abgehärteter Soldat ist. Auch die Sinnesschärfe und Schläue von Childs Romanheld finden in Ritchsons Spiel nicht den gleichen Ausdruck. Und so wirkt er in den ersten Folgen auch eher wie die eierlegende Wollmilchsau einer Fan-Fiction, die alles sofort erkennt und körperlich unschlagbar ist, und nicht wie ein glaubwürdiger, "gewachsener" Charakter. Die für die Serie geschaffenen Rückblenden in Reachers Kindheit sind zwar eine nette Idee und verleihen ihm nach und nach etwas mehr Charakter, bleiben aber facettenarm und kratzen nicht an der Oberfläche der im Roman deutlich vielschichtigereren Person.

Dafür wirken schauspielerisch die beiden Haupt-Nebenrollen "Finlay" und "Roscoe" nach, die mit Malcolm Goodwin und Willa Fitzgerald gut besetzt sind und den Serienhelden in ruhigen Szenen an die Wand spielen. Zwar übertreibt es Goodwin mit der Darstellung des schwarzen, katholischen Harvard-Berufspolizisten etwas, doch Fitzgerald verkörpert die anfangs unauffällige, aber kompetente und einfühlsame Streifenpolizistin Roscoe durch die Bank überzeugend. Im Gegensatz zur Romanvorlage gerät insbesondere Finlay jedoch zu oft zur Witzfigur, kann sich gegenüber Reacher nie durchsetzen und ihm auch keine Konsequenzen aufzeigen. Ich finde, diese Rolle wird unter Wert verkauft - gerade auch im Hinblick auf den Roman-Finlay.

Was die Gegner anbelangt, so empfand ich sie in der Serie (wie gesagt: immer im Vergleich zum Roman) als etwas zu plakativ "schurkig" - und insbesondere der ultimative Bad Guy kommt eher als labiler Psychopath daher, was im Roman nicht so angelegt war. Stark fand ich lediglich einzelne Nebenfiguren bzw. eben die Darstellungen dieser durch ihre Mimen. Um nicht zu spoilern, gehe ich hier darauf nicht näher ein. Erfrischend ist definitiv, viele unbekannte/unverbrauchte Gesichter und Talente in der Amazon-Serie zu sehen.

Inhalt und Handlung: orientieren sich insgesamt sehr nah am Roman, wenngleich die deutlichste Änderung in einer Figur besteht, die in die Handlung hineingeschrieben wurde, aber in den Reacher-Romanen erst später auftaucht - die weibliche, schwarze Sicherheitsexpertin/Privatdetektivin namens Neagley, Ex-Mitglied von Reachers Militäreinheit. Ihr vertraut der Serien-Reacher absolut und er engagiert sie dann auch in der zweiten Hälfte der Staffel als treuen Sidekick. Glücklicherweise ist diese Figur (noch) nicht zu penetrant als Überbringerin der "woken Message" angelegt, obschon sie einem zu grabschfreudigen Mann in einer Pole-Dance-Bar gleich mal eine Lektion erteilt und der Sexarbeiterin das Trinkgeld zusteckt. Außerdem darf sie Reacher im Showdown das Leben retten und muss auch sonst nicht von ihm eingeschüchtert sein. Sie nennt ihn zwar immer "Boss", aber die weitere Beziehung zwischen beiden wird in Staffel 1 nicht näher beleuchtet. In den Romanen stellt sie einen wiederkehrenden Charakter dar, daher darf man sich wohl schon daran gewöhnen, sie in der Fortsetzung der Serie zu sehen. Ich persönlich fand die Figur, die von Maria Sten gespielt wird, weder besonders interessant noch besonders störend. Sollte sie ein Dauercharakter werden, stünde ihr definitiv mehr Background und Profil zu Gesicht.

Wo in der Serie den beiden Nebenfiguren Finlay und Roscoe deutlich mehr Handlungen zugeschrieben wurden, bleibt der Roman-Reacher gefühlt stärker der Einzelgänger. Dafür kann sich dann die Serie auch mal auf die anderen Figuren konzentrieren und somit der teils übermächtigen Wirkung Reachers ausweichen, welche damit gleichzeitig etwas gebremst und gemindert wird. Insgesamt wird jedoch die Filmhandlung gegenüber dem Roman stärker ausgewalzt, was ich etwas störend empfand. Für einen Einzelfilm ist der Roman zu umfangreich, für eine Serie mit acht 50-Minuten-Folgen hingegen zu kurz. Ein Dilemma.

Während in der Romanvorlage auch die Ermittlungsarbeit Reachers einen nicht unerheblichen Teil einnimmt, puzzelt man sich in der Serie das kriminelle Wirken gefühlt im Vorbeigehen zusammen. Das fand ich persönlich echt schade, denn das war ein unterhaltsamer Teil der Story als ich sie gelesen habe. Natürlich kontaktieren die Handelnden in der Serie zahlreiche Personen, fahren auf der Spurensuche durch die Gegend und telefonieren erheblich viel, doch wird die Schnitzeljagd und ihre erkenntnisreichen Aha-Momente einfach nicht spannend genug rübergebracht, bis dann klar ist, wie hier der Hase läuft.

Der Showdown schließlich ist leider nicht so spannend oder dramatisch wie ich es vom Roman in Erinnerung hatte. Auch der teils nicht gelungene Übereinsatz von CGI schmälert den Krawall etwas. Die Gegner strahlen so gut wie keine Bedrohlichkeit mehr aus (was anfangs in der Serie durchaus der Fall ist) und die eiskalten Verbrecher werden dann auch mal eben problemlos von Mitkämpfenden ausgeschaltet, die das erste Mal eine Schusswaffe in der Hand halten. Das störte mich doch arg. Reachers ultimativer Endkampf gerät dann auch stark gestelzt und angesichts der bis dahin etablierten "tough guy bad assery" sehr unglaubwürdig. Denn physikalisch eindrucksvoll ist sein Kontrahent keineswegs, darf dem gefühlt doppelt so muskulösen und schweren Reacher aber ein ums andere Mal einen einschenken. Das ist einfach etwas lächerlich, wenn man als Zuschauer zuvor mit angesehen hat, wie Reacher fünf miesen Knastschlägern die Leviten mit Zusatzkapitel liest.

Fazit: Trotz der genannten Schwächen ist REACHER problemlos genießbar, ja mitunter auch schmackhaft. Für Freunde von modernen Actionserien im Thriller-Genre ist REACHER definitiv eine der aktuell besten Darreichungen. Ich spreche daher eine Empfehlung aus.

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