Autor Thema: [Diskussion] Zu viel MYZ-Franchise-RPGs?, war: Englischsprachige Rollenspielnews  (Gelesen 208 mal)

Argamae

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Free League/Fria Ligan werden 2022 ein Blade Runner-Rollenspiel auf Basis der Year Zero-Engine veröffentlichen.
Einzelheiten gibt es auf der dazugehörigen Homepage: https://bladerunner-rpg.com/

Mittlerweile kann man ja ein Tippspiel aufmachen, welches Film-Franchise der 80er/90er als nächstes eine "Year Zero"-Behandlung kriegt.   ::)

Fria Ligan könnte noch die "Predator"-Lizenz kaufen und es als Verbindung/Erweiterung ihres Alien-Rollenspiels rausbringen.
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Christophorus

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Bin zwar grundsätzlich ein Freund des Jahr Null Systems, kann nur nicht nachvollziehen warum die ganzen Franchises verwurstet werden.

Greifenklaue

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Argamae

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Vermutlich geht es um ... tadda ... Geld.

Ja, sicherlich. Aber solche Lizenzen wie "Alien" sind doch auch nicht für'n Appel und'n Ei zu haben. Das muss sich doch rechnen, dazu ein (recht aufwendig gestaltetes) RPG auf den Markt zu schmeißen. Und es wundert mich, dass es sich rechnet. Vermutlich wirft der US-Markt genug ab. Hierzulande wäre das für einen deutschen Verlag (und nur für den hiesigen Markt) vermutlich finanziell nicht umsetzbar.

Wurde das Alien-RPG eigentlich von Fria Ligan via Crowdfunding realisiert? Das weiß ich aus dem Stegreif gerade nicht. Falls ja, ist es ein stückweit nachvollziehbarer.

Das "Terminator RPG" z.B. wurde über Kickstarter (erfolgreich) finanziert und ist jetzt bei Nightfall Games in der Umsetzung. Im KS steht relativ genau drin, dass die Lizenz "den original Film von 1984 sowie die Inhalte der Dark Horse Comics" umfasst. Lizenzen sind ja auch oft ziemlich "kleinteilig" zerstückelt mit unterschiedlichen Rechteinhabern für unterschiedliche Bereiche eines Franchise.
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Colgrevance

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Was genau geht dir denn da auf den Sack? Dass Settings mit einem Regelsystem herauskommen, das du nicht leiden kannst? Oder geht es um die starke Fokussierung auf die 80er-Jahre-Thematik? Ganz was anderes?

Bei Filmen finde ich die 80er-Remake-Welle öde, weil gefühlt alle großen Produktionsgesellschaften nur noch auf die gleichen, zugstarken Franchises setzen. Bei Rollenspielen gibt es aber doch so viele unterschiedliche Spiele, dass ich jetzt kein Problem darin sehe, wenn ein Verlag seine Kuh möglichst lange melkt.

Dislaimer: Ich mag das Year Zero-System, finde die Produkte von Fria Ligan überwiegend gut bis sehr gut gemacht und auch den Verlag recht sympathisch. Wenn sie jetzt mit einem Franchise (Alien und Blade Runner sind ja wohl über die gleiche Vermarkungsfirma lizensiert) vor allem Geld machen wollen, kann mir das nur recht sein - wenn mich das Spiel nicht interessiert, beachte ich es halt nicht weiter, ist ja kein Verlust für mich. Und generell muss ein Verlag m. E. auch sehen, dass er neue Sachen auf den Markt bringt: Ich bezweifle, dass man einen Rollenspielverlag rein mit Bestandsprodukten dauerhaft am Leben halten kann.

Edit: Das Alien RPG wurde nicht über Kickstarter o.ä. finanziert, es gab aber eine Vorbestellaktion.
« Letzte Änderung: 30. September 2021, 22:12:51 von Colgrevance »

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Gefühlt nur Fri Ligan und PbtA in letzter Zeit.... beide Systeme konnten mich bislang nicht abgreifen, da ist es einfach enttäuschend, wenn jede zweite Neuigkeit eines davon zu sein scheint.

Fri Ligan profitieren vermutlich auch von der staatlichen Förderung für Rollenspiele in ihrem Heimatland.

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Colgrevance

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Gefühlt nur Fri Ligan und PbtA in letzter Zeit.... beide Systeme konnten mich bislang nicht abgreifen, da ist es einfach enttäuschend, wenn jede zweite Neuigkeit eines davon zu sein scheint.

Hm, das scheint mir doch eine recht selektive Wahrnehmung zu sein. Auf Kickstarter kommt tonnenweise Material für die 5e (wen wundert's...), auf itch.io sind die Indie-Spiele auch nicht immer nur PbtA, und andere Verlage haben in den letzten Jahren viele Klassiker wiederbelebt (RuneQuest, TORG, Trinity etc.). Bei dieser Masse fällt es mir mitunter schon schwer, den Überblick zu wahren, da sticht ein Lizenzprodukt wie Blade Runner vielleicht heraus - aber was die Verwurstung von Lizenzen angeht steht Fria Liga  m. E. immer noch deutlich hinter Modiphius mit ihren 2d20-Spielen zurück. Bei letzteren geht es mir aber ähnlich, was die Enttäuschung angeht - ich finde das 2d20-System bescheiden, aber viele Settings dazu sehr interessant. Insofern kann ich dich da schon verstehen.

Zitat
Fri Ligan profitieren vermutlich auch von der staatlichen Förderung für Rollenspiele in ihrem Heimatland.

Ah, spannend - das war mir gar nicht bekannt!

Greifenklaue

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Dachte auch, diese Förderung gäbe es in Finnland.
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Ich lehne das MYZ-System nicht ab, habe auch nix gegen Fria Ligan (im Gegenteil, ich besitze selbst vier Rollenspiele von ihnen), glaube aber, hier einen Mode-Trend herauszuschmecken - man könnte es vielleicht auch "Masche" nennen. Und sowas gefällt mir i.d.R. nicht (weshalb der Augenroller-Smiley im Eingangsposting dahinter ist). Fände es halt spannender, wenn die Schweden was komplett neues aus dem Hut zaubern - gerade auch weil die Genres "Survival Horror" (Alien) und "Cyberpunk" (Bladerunner) schon so breit bedient sind. Ringen sie hier dem Genre neue Aspekte ab?
 
Es besteht auch ein gewisser Zweifel, dass die immer weiter aufgefächerten Produktlinien ausreichend Unterstützung erfahren werden, um die enthaltenen Settings "angemessen" (das ist natürlich höchst subjektiv) auszubauen und zu beleben. Das ALIEN-RPG z.B. erscheint mir bislang eher was für Kurzkampagnen oder One-Shots zu sein. Was nicht per se schlecht sein muss - nur erfüllt es eher nicht meinen SL-Anspruch, in einem Rollenspiel zu einem Film-Franchise hauptsächlich eine "Unterfütterung" des Gesehenen zu bekommen, die mir als SL das Setting möglichst vollständig erschließt. Und da weiß ich nicht, ob Fria Ligan hier liefert bzw. liefern KANN - da Lizenzverträge ja durchaus ziemlich einengend sein können.
WEG hat es damals mit Star Wars (D6) ziemlich genial gemacht - hier ist dann sogar erweitere SW-Lore aus dem Rollenspiel zum Kanon für das SW-Universum geworden. Bis zur Disney-Ära jedenfalls.  ::)

Aber wenn es den schwedischen Entwicklern eine echte Herzensangelegenheit ist, zu den Franchises, die sie derzeit ankündigen, Rollenspiele zu produzieren, dann wettere ich nicht dagegen. Und sie sollen auch gern Geld damit verdienen.
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Maniac

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Ich persönlich habe meinen Seelenfrieden in der Richtung "Universalsystem" schon in den 90ern mit "GURPS" gefunden und fand es immer schön wie die Fanszene eigene Sourcebooks unabhängig vom Lizenzgeber des Filmfranchise erstellt hat. Sicherlich eine rechtliche Grauzone aber für mich gehören solche Konvertierungen in die Hände der Community, die sie dann auf bestehende Systeme nach und nach anpasst. Fan Fiction gabs immer und wird es auch immer weiter geben.

Blade Runner ist immer noch mein Lieblingsfilm aber ich würde mir das RPG trotzdem nicht kaufen wollen. Da suche ich lieber nach einem Fan-Sourcebook für GURPS erstmal und würde das Buch höchstens kaufen wenn mir doch einige Elemente (Adventure Hooks etc.) in der Fan-Publikation fehlen. Zumal ich auch keinerlei Erfahrungen mit den neueren Systemen (Apocalypse, MYZ etc.) und auch kein wirkliches Bedürfnis danach habe.
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Colgrevance

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Naja, jeder nach seiner Façon. Ein "Trend", der nur einen Verlag betrifft, lässt mich persönlich ziemlich kalt - da gibt es genug Alternativanbieter. Ein Verlag allein kann auch nur schwer alle Wünsche zufriedenstellen bzw. Zielgruppen bedienen. Ich finde ja den verlagsübergreifenden Trend zu Nostalgieprodukten, der sich seit ein paar Jahren breitmacht, deutlich nerviger. Aber das ist wohl ein anderes Thema.

Im übrigen würde ich die YZE nicht als Universalsystem bezeichnen, da sie m. E. einen starken Fokus auf Survival-Themen (im weitesten Sinne) hat. Insofern ist Blade Runner sicher ein eher untypisches Setting für das System; und spätestens nach dem Interview mit Tomas Härenstam bin ich auch skeptisch, ob das wirklich zusammenpasst - das ist für mich der eigentlich kritische Aspekt an der Ankündigung.