Autor Thema: GenCon - Wie teuer und kompliziert ist so ein Flug in die Staaten eigentlich?  (Gelesen 441 mal)

Maniac

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Hallo zusammen,

ab und an bekommt man ja über YouTube einige Videos der GenCon zu sehen und mich würde interessieren, wie viel Geld man für so einen Flug mit Unterkunft ungefähr zahlen muss. So Billigflieger wie Ryanair etc. wird es wahrscheinlich nicht geben. Muss man da viel bezahlen wenn man zeitig bucht?

Ich war zwar hin und wieder in England und Frankreich unterwegs habe aber Europa nie verlassen. Man wird wahrscheinlich auch ein Visa für die "United States of America" beantragen müssen. Kann dazu auch jemand etwas sagen?

Wird wahrscheinlich nur ein Traum bleiben aber informieren kann man sich ja mal. Und wo geht das RPG-technisch am besten? Richtig, im Greifenklaue-Forum.
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menemen

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Ist eigentlich theoretisch recht unkompliziert, aber man muss sich rechtzeitig drum kümmern, da die alle Unterlagen recht frühzeitig wollen. Die aktuellen Bedingungen solltest du auf der Seite der Botschaft/Konsulat finden.

Wie kompliziert es tatsäclich ist hängt dann von Hautfarbe/Religion ab. Ich durfte beim letzten mal viele Stunden lang mit einer Gruppe von Latinos und Pakistanis im Nebenraum rumgammeln bis man mich dann nach vielen seltsamen Fragen irgendwann doch ins Land ließ. :) Und das war noch unter Obama, will gar nicht wissen wie schlimm es mittlerweile ist.

Was die Kosten angeht kommt es sehr darauf an wo in die USA du möchtest. Flüge nach New York gibt es an und an günstig. Flüge nach Los Angeles eher nicht. Hotels sind in den interessanten Ecken idR teuer oder eklig. Aber es gibt ja Hostels.
« Letzte Änderung: 06. August 2019, 21:50:57 von menemen »

Maniac

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Wie kompliziert es tatsäclich ist hängt dann von Hautfarbe/Religion ab. Ich durfte beim letzten mal viele Stunden lang mit einer Gruppe von Latinos und Pakistanis im Nebenraum rumgammeln bis man mich dann nach vielen seltsamen Fragen irgendwann doch ins Land ließ. :)
Kann mir das gar nicht so richtig vorstellen: Ist das eine Art Verhör? Ich schätze mit den Leuten vom Zoll gilt: Don't f…k or mess with them! Wird da auch ein Facebook-Check gemacht? Wie gesagt, habe Europa nie verlassen…
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menemen

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Kann mir das gar nicht so richtig vorstellen: Ist das eine Art Verhör? Ich schätze mit den Leuten vom Zoll gilt: Don't f…k or mess with them! Wird da auch ein Facebook-Check gemacht? Wie gesagt, habe Europa nie verlassen…

Ach nein. Die Bitten dich freundlich mitzukommen (der Pass kontrollierende Beamte war wirklich sehr nett), lassen dich stundenlang sitzen und fragen dich dann eher belangloses Zeug über dein Beruf und was du in den USA mache wirst (das hast du vorher bereits online eingegeben und nachher im Flugzeug noch einmal in einen Vordruck eingetragen). Ist ehrlich gesagt sehr surreal. Aber hab mich mit einigen Briten pakistanischer Herkunft sehr nett unterhalten. Das Problem ist das es ewig dauert. Hatte echt Sorge nicht mehr in das Gästehaus der Uni rein zu kommen. Bin erst so gegen 2 Uhr morgens aus dem Flughafen rausgekommen...

Wer unglaublich unfreundlich ist ist die Flughafen Sicherheit (TSA). Aber mit der hatte ich zum Glück nicht viel zu tun.

Hab übrigens noch was zu Kosten in meinen Ursprungspost reineditiert.

Teylen

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Wenn man zeitig bucht sind die Kosten relativ übersichtlich.
Ich habe es einmal für meine Reise zur GenCon 2018 auf meinem Blog zusammengefasst:
Reiseplanung für die GenCon 2018

Das heißt, etwa ~700€ für Flug und Unterkunft, und dann nochmal ~100€ für einen Mietwagen.
Man kann, mit einem Zwischenstopp in Charlotte oder Atlanta direkt nach Indianapolis fliegen.

Für vier Tage GenCon werden dann $121 fällig, plus ggf. Parkplatz und Kosten für Spiele.

Die Formalitäten an sich sind ziemlich unkompliziert. Zumindest wenn man aus Deutschland oder der EU kommt.
Man geht auf die ESTA-Seite: Official ESTA Applications
Dort füllt man das entsprechende Formular aus und überweist etwas zwischen 10€ oder 20€ um den Dreh.

Die Erfahrungen bei der Einreise als weiße, weibliche Person waren bisher recht unkompliziert.
Man geht zum Schalter hin und wird da mitunter schon einmal interviewt ob man sein Gepäck immer dabei und im Blick hatte und was man drüben will.
Nachdem Schalter und Gepäckaufgabe (ich empfehle immer Koffer + Trolley + Handtasche) geht es einmal durch den deutschen Security Check und dann nochmal durch einen kleinen beim Gate. Hierbei ist es mir nur einmal passiert, dass ich zur Seite genommen wurde, mit drei anderen Personen in einen kleinen Raum kam, und man uns intensiver durchsuchte. Das ganze ging recht fix.

Bei der Landung in Amerika geht es erstmal durch die TSA. Heißt Schlange stehen und halt dann bei einem Beamten Fingerabdrücke nehmen lassen, Reisegrund angeben und wieviel Geld man dabei hat.
Das Gespräch kann zwischen "Sind sie sicher das sie allein als Tourist unterwegs sind" oder auch "Was stellen sie im LARP den so dar?" und "Hallo *blick* Nächster" alles sein.
Danach holt man sich den Koffer, schiebt den durch eine Einfuhrkontrolle, geht nochmal durch eine Abfertigung durch und gibt den Koffer dann wieder auf.

Ich hatte bisher keine Probleme bei der Einreise, würde aber wegen dem ganzen Aufwand und weil Flughäfen wie Atlanta doch riesig sind, neben Verspätungen, um die 3 Stunden zum umsteigen einplanen.

Greifenklaue

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Hey Teylen, danke fürs vorbeischauen - ich erinnerte mich, dass Du da mal was geschrieben hast. So gesehen, eigentlich recht günstig.
"In den letzten zehn Jahren hat sich unser Territorium halbiert, mehr als zwanzig Siedlungen sind der Verderbnis anheim gefallen, doch nun steht eine neue Generation Grenzer vor mir. Diesmal schlagen wir zurück und holen uns wieder, was unseres ist.
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Maniac

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Ich habe es einmal für meine Reise zur GenCon 2018 auf meinem Blog zusammengefasst:
Reiseplanung für die GenCon 2018
Eine wirkliche Fundgrube von nützlichen Informationen. Im Sommer 2020 werde ich eine Fototour in Paris mit zwei professionellen Fotografen machen und werde nächstes Jahr nicht hinfliegen.

Teylen, ich hätte nicht gedacht, dass ich eine so tolle Antwort bekomme. Hoffe Du schaust auch noch öfter hier vorbei.
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Tscharod

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Vielleicht als Ergänzung: Ich war zwar noch nicht auf den Gen Con, muss aber öfters mal rüber in die USA.

ESTA rechtzeitig vorab beantragen ist Pflicht. Meistens wird man schon ohne gültiges ESTA gar nicht in Europa/Deutschland selber in den Flieger gelassen. Die wissen schon, dass sonst die Chancen hoch sind, dass man gleich wieder den Flieger zurück nehmen darf. Die Immigration in die USA ist als deutscher Touri in der Regel nicht das Problem, kann aber sehr lange dauern. Die Jungs und Mädels von der Immigration haben den Job Terroristen und illegale Einwanderer nicht ins Land zu lassen. Jetzt kommt es darauf an, ob man an jemanden gerät der es sehr genau nimmt oder nicht. Speziell wenn gerade vor einem ein Jumbo aus z.B. Kairo gelandet ist, steht man hier gut und gerne auch mal 3-4 Stunden in einer Schlange und wartet. Wenn man dann noch einen Weiterflug in den USA gebucht hat, sollte man diesen Puffer immer zeitlich mit einplanen. Will nicht heißen, dass man nicht auch mal in 20min durch ist. Bei den Interviews selber kommen in der Regel solche Fragen: Warum kommen sie in die USA ? Was ist ihr Job ? Wie lange bleiben sie ? Wo sind sie untergebracht? etc. Mit dem Hinweis Tourist, Besuch der Gen Con, am besten einem vorab reservierten Hotel und einem gültigen Rückflugticket sollte man auf der sicheren Seite sein. Man sollte sich auch nicht dagegen sträuben, dass einem die Fingerabdrücke genommen werden und vielleicht auch vorher nicht durch amerikanische Fahnenverbrennung auf YouTube o.ä. auffällig geworden sein.
Hat man die Immagration hinter sich, ist es eigentlich wie überall auf Flughäfen und das amerikanische Fliegen ist dem Busfahren deutlich näher als der innerdeutsche Flug.

Ich würde auch vorher schon einmal klären, wie man sich in den USA fortbewegen will. In Großstädten gibt es ein Öffinetz, wobei die USA nach wie vor Autoland sind. Also man sollte sich vorab Gedanken machen über den Transport Flughafen-Hotel-GenCon etc. Auto mieten kann vor Ort auch ein Abenteuer sein. Je nach Flughafen, kann man auch entsprechende Schlangen vor den Car Rentals finden, womit ich auch wieder bei dem Jumbo aus Kairo wäre. Wenn man das Auto mietet, kann man schnell an einen Verkäufer geraten, der einem zig als Deutschem unbekannte Versicherungen und Extras andrehen will. Hier macht es auch Sinn sich mal zu informieren, insbersonders da die amerikanische Autohaftpflicht nicht unbedingt der deutschen entspricht. Ach ja, und beim Tanken wird in der Regel erst bezahlt und dann getankt, nicht umgekehrt. Ansonsten Speed-Limits sind Einzuhalten. Sollte man doch mal erwischt werden, Hände am Steuer halten und nicht aussteigen. Danach keine hektischen Bewegungen. In den USA haben die Fahrer zum Teil Waffen im Auto und mancher Durchgeknallter will dann lieber in Blei als in Dollar zahlen. Das wissen die Polizisten und verhalten sich somit auch etwas vorsichtiger als der deutsche Polizist der mal das Licht am Fahrrad kontrollieren will.

Für das Bezahlen sollte man am besten auch gundsätzlich eine Kreditkarte haben. Bargeld gilt als europäisch und ist somit verpönt.

Ansonsten sind die USA aber eigentlich eher unkompliziert (solange man nicht jünger als 21 Jahre = volljährig ist).

Hakomold

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Worauf man bei der Gen Con auch achten  sollte, ist die in den letzten Jahren immer häufiger vorkommenden Betrugsmaschen mit Hotelzimmern. In den letzten 3 Jahren gab es da immer wieder Leute, Pseudo Vereine und Firmen die  für Leute von weit weg oder am besten internationalen  Besuchern super Zimmer Deals anbieten.  Das ging dann von Hotels die nichts über ihre Gäste wussten, bis hin zu erfundenen Hotels inkl Websites für diese.

Teylen

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Teylen, ich hätte nicht gedacht, dass ich eine so tolle Antwort bekomme. Hoffe Du schaust auch noch öfter hier vorbei.
Werde ich gerne machen :) Ansonsten kann ich bei weiteren Fragen gerne weiterhelfen.
War mittlerweile etwa 6 mal drüben (2x New Orleans mit Roadtrip, 1x Vegas, 1x mittiges Florida und 1x San Antonio / Texas).

Zu dem ESTA-Antrag, ein Antrag kostet übrigens $14 und ist für 2 Jahre gültig.
Heißt, man muss nicht immer einen neuen machen. Zudem kann man ihn theorethisch 72 Stunden davor ausfüllen, allerdings ist das etwas sein Glück strapazieren.

Meine Erfahrung mit Car Rental - bei 5 von 6 Reisen, in Las Vegas hab ich auf Taxis/Shuttles zurück gegriffen - war positiv.
Bei dem Gespräch würde ich fragen: "Brauche ich irgendwelche Pässe?" Gerade in Florida und Texas kann man damit über Tollroads fahren, anders muss man ggf. richtig viel blechen.
Ebenso würde ich mir eine Reparatur-Versicherung nehmen. Hat mir bei der ersten Reise mega geholfen, weil ich die Batterie meines Autos gekillt hab (Licht über Nacht vergessen auszumachen).
Allgemein bekommt man zu 99% ein Automatik Auto.

Wenn man wegen Raserei angehalten wird (Sirene, Licht hinter einen, mitunter vom Mittelstreifen):
Langsam auf der Standspur bis man anhält.
Beide Fenster runter kurbeln. Hände auf das Steuer und warten bis der Polizist da ist. Dann sehr freundlich sein und alle Aufforderungen befolgen, eventuell mit Ankündigung (bspw: "Ich hole meine Papiere aus der Tasche dort").
Die einfachste Art zu bezahlen, ist mit postalischen Geldversand (Western Union). Alternativ muss man zum jeweiligen Polizeipräsidium - in dem Staat wo sie einen erwischt haben. Man kann die Raserei-Busse nicht mit cash oder Kreditkarte bei dem Polizisten bezahlen.
Mein Erlebnis war da noch vergleichsweise positiv, das heißt ich habe nicht in die Mündung einer Waffe geguckt, und der Polizist war super freundlich. Das kann ggf. anders sein, wenn man nicht weiß und weiblich ist.

Oh, und man muss einen Altersnachweis in Kneipen ggf. zeigen obwohl man 30 ist. Ohne das kommt man nicht rein. ^^;