Autor Thema: [DSA] Bericht aus Aventurien - Episode 3 - Kapitel I bis IV  (Gelesen 998 mal)

Steff

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Hier ein Spielbericht unserer wöchentlichen DSA-Runde. Da es sich um die Protokolle der Spielsitzungen handelt und aus Spielersicht geschrieben ist, lasse ich als SL die Sache mal unkommentiert.  ;)

System: DSA (4.1)
SL: Steff
Abenteuer: "Zwergenabenteuer" (vom SL aus den Rippen geschnitten selbst geschrieben)
Helden der Geschichte: Geldor (Gemoric), Karhima, Talimo, Zahir (SC des SL)
Chronistin: Karhima


Kapitel 1: Die Reise beginnt

Wir befinden uns am Ende des Phex des Jahres 1021 nach Bosperans Fall.
Eine Schwertgesellin namens Karhima Neslihasunja befindet sich gerade, nach der Begleitung einer Handelskarawane, in Wehrheim. Unerwartet trifft sie dort auf eine Freundin aus ihrer Zeit an der Balayan nach Ishannah al'Kira, die sich auf unglücklichem Weg ein Bein gebrochen hat und Karhima bittet die Spur, der sie vor ihrem Unfall folgte, weiter zu verfolgen. Ihre Freundin wurde von Ibn Yusuf aus Baburin beauftragt einen Zahir ibn Baburin, der einen unehrenhaften Zusammenstoß mit Ibn Yusufs angetrauten Yasmina saba Mer'hani hatte, ausfindig zu machen und zu ihm zu bringen. Nach den letzten Erkenntnissen der Freundin befindet sich der Gesuchte aktuell in Baliho in Begleitung eines voluminösen Mittelländers. Karhima nimmt die Zeichnungen, die ihre Freundin von Zahir hat, an sich und begibt sich auf die Suche.
Zur gleichen Zeit befinden sich die uns wohlbekannten Gestalten Geldor, Wirt und ehemaliger Söldner, Talimo, Bewegungsmagier der Gattung "Fluchtmagier", und Zahir, bekannten Gaukler und "Frauenheld", in Baliho und planen ihr weiteren Schritte. Gemeinsam beschließen sie auf Zahirs Anregung hin, sich nach Trallop zu begeben, denn zum einen hat Zahir dort die Hoffnung einen Kristallkugel erwerben und neue Zauber lernen zu können und zum anderen liegt es für Talimo auf seinem Weg nach Donnerbach. Auch Geldor ist der Idee nicht abgeneigt, da er hofft, mit Bärentod, von dem er gleich 50 Flaschen (je 1 Liter) seinem Esel aufgeladen hat, Gewinne zu erzielen, mit denen er eine neue Wirtschaft eröffnen würde. Talimos Plan über den Neunaugensee nach Donnerbach gelangen zu wollen, versucht Geldor ihm direkt mit Geschichten über die Hinterhältigkeit und Verfressenheit der Neunaugen auszureden.
 
Einige Tage später am 1. Peraine befindet sich die uns wohlbekannte Gruppe in Trallop. Im Vergleich zu Baliho ist Trallop eine ganz andere Erscheinung. Wirkten einige der bisherigen Stationen unserer "Helden" fast provinziell, so ist Trallop als Hauptstadt Weidens eine beeindruckende Stadt. Zu fast 25% ist sie in den See hinein gebaut und von einer Festungsmauer umgeben. Die geraden Straßen und die Häuser lassen darauf schließen, dass es wohl mehrfach Verwüstungen der Stadt gegeben haben muss. Die Wege unserer Freunde trennen sich an dieser Stelle vorerst. Während Zahir sich auf die Suche nach der gewünschten Kristallkugel macht, liegt Talimos Interesse eher darin, herauszufinden, wie er möglichst schnell und (natürlich) komfortabel nach Donnerbach gelangen könnte. Zu Talimos großer Enttäuschung findet sich aber niemand der bereit wäre, ihn über den Neunaugensee zu bringen. Alle Ortsansässigen kennen Geschichten über die "Monster", die in dem See hausen, und bekunden keinerlei Interesse diesen befahren zu wollen. Es stellt sich heraus, dass die Händler durchweg den Weg durch das Nebelmoor nutzen und für den Transport ihrer Waren normalerweise die Spedition des Trallop-George nutzen. Talimos Versuch, sich dort als Begleitmagier anheuern zu lassen, was gerade bei Geldor nach den Erfahrungen aus Altnorden zu einer gewissen Erheiterung führt, scheitert daran, dass Trallop-George aktuell keine weiteren Leute einstellen möchte. Allerdings stellt sich heraus, dass durchaus die Möglichkeit besteht Aufträge zu Übernehmen, welche George zu klein erscheinen, was Geldor dazu veranlasst mit seinem Esel vor dem Speditionsgebäude Stellung zu beziehen und auf mögliche Einsatzmöglichkeiten zu hoffen. Nach einiger Zeit gesellt sich tatsächlich Radewind zu ihm, der, vom Aussehen her Geldors Vater sein könnte. Dieser bietet Geldor die Möglichkeit für ihn einen Transport zu übernehmen, welcher sich in Teilen am Rande der Legalität bewegt und zudem auf "eigenes Geschäftsrisiko" hin laufen würde. Geldor soll ihm zwei Kisten Pilze abkaufen, welche er dann in Beonfirn verkaufen soll. Dort soll er mit dem erzielten Gewinn Alkohol kaufen und diesen nach Gashok bringen, wo allerdings die Dualisten das Sagen haben und daher Alkohol verpönt bis verboten ist. Nach dem Verkauf des Alkohols soll er dort ein Päckchen in Empfang nehmen und dieses nach Donnerbach bringen. Die Reise würde insgesamt etwa 11 Tage dauern, wohingegen eine direkte Reise durch das Nebelmoor nur 5 Tage in Anspruch nehmen würde. Geldor ist durchaus interessiert, hat aber Einwände 5 Dukaten in die zwei Kisten Pilze investieren zu sollen. Während Geldor und Talimo im Gespräch mit Radewind vor dem Kontor stehen, fällt Talimos Blick auf eine ihm Bekannte Gestalt mit dunkler Hautfarbe und deutlich sichtbarer Bewaffnung. Karhima hat in Baliho von der Weiterreise Zahirs nach Trallop erfahren und ist ihm weiter gefolgt. Auf dem Platz vor dem Kontor hat sie Geldor als Zahirs Begleiter identifiziert und nähert sich daher den beiden. Als sie Talimo erkennt, freut sie sich, ein bekanntes Gesicht zu sehen und erzählt ihm, was sie nach Trallop geführt hat. Geldor hat sich in der Zwischenzeit mit Radewind darauf verständigt, dass er noch für den Auftrag zur Verfügung, wenn er nur 4 Dukaten für die Pilze zahlen soll und er ihn am nächsten Morgen wieder hier finden kann. Nach einer kurzen Vorstellung machen sich Geldor und Talimo zusammen mit Karhima auf die Suche nach Zahir. Sie finden Zahir nach einigem Suchen vor der Taverne "Goldene Gans" am Marktplatz, wo er gerade mit einem Krug Wein sitzt. Karhima offenbart Zahir ihre Absicht ihn nach Baburin zurück bringen zu wollen, gibt ihm allerdings Gelegenheit auch seine Version der Geschichte zu erzählen. Da Karhima seine Darstellung durchaus plausibel findet und ihr weder der Auftraggeber noch Zahir als vollkommene "Unschuldslämmer" erscheinen, lässt sie Zahir vorerst auf freiem Fuß und vertieft sich in ein Gespräch mit Talimo über die Erlebnisse seit ihrem letzten gemeinsamen Abenteuer.
 
Am nächsten Morgen macht sich Geldor früh wieder auf den Weg zum Platz vor dem Kontor, um zu sehen, ob Radewind wieder auftaucht. Denn die Diskussion mit Talimo über den Weg nach Donnerbach am vorherigen Abend war nicht erfolgreich. Radewind taucht tatsächlich wieder auf und lässt sich auf Geldors Angebot ein. Währenddessen sitzen Karhima und Talimo beim Frühstück und reden noch ein wenig. Als Geldor wieder erscheint und zum Aufbruch drängt, möchte Karhima wissen, wo Zahir abgeblieben ist. Dieser befindet sich jedoch noch in seinem Zimmer und kann Karhima erfolgreich versichern, dass er in Trallop bis zu ihrer Rückkehr warten wird, um dann, wenn sie es denn mit Waffengewalt erzwingen wollen würde, nach Baburin zurück zu kehren. Daraufhin erklärt sich Karhima bereit mit Talimo und Geldor den Weg über Gashok nach Donnerbach anzugehen, wobei die Absprache lautet, dass sie 25% des Gewinns erhält, ebenso Talimo und Geldor. Die übrigen 25% sollen für Geldors neue Taverne Verwendung finden.
 
Die Reise nach Beonfirn verläuft ereignislos, so dass die drei am am 5. Peraine dort ankommen, ohne von den Kreaturen, welche in den Wäldern und Gebirgsausläufern am Wegesrand lauern behelligt zu werden. Die Hügel hinter dem Dorf scheinen auf den ersten Blick in Flammen zu stehen, was von Talimo direkt als eine Siedlung von Hügelzwergen identifiziert wird. Während Talimo sich auf den Weg in Richtung der Zwergensiedlung macht, begeben sich Geldor und Karhima, welche ihre Aufgabe im Schutz der Güter und des Händlers sieht, zu einer Taverne, in der Geldor Bärentod verkaufen will. Während Geldor seine Verhandlungen führt und Karhima beim Esel wartet, kommen zwei Männer auf die Taverne zu von denen der eine ein rostige Rüstung trägt und der zweite eindeutig als Barde zu erkennen ist. Nach einem kurzen Gruß betreten die beiden die Taverne und werden freudig vom Wirt, der gleichzeitig der Bürgermeister des Dorfes mit wenigen Gehöften ist, begrüßt. Bei den beiden Männern handelt es sich um "Ritter Rost" und "Bert den Barden". Während "Ritter Rost" Geldors Angebot Bärentod zu kaufen ausschlägt, da sich Stahl und hochprozentiger Alkohol seines Erachtens nach nicht vertragen, nimmt der Barde das Angebot eine Flasche für 1,5 Silber zu erstehen gerne an. Talimo kann sich in der Zwischenzeit unbehelligt dem Dorf der Zwerge nähern, um die Abnehmerin der Pilze Xarla Tochter des Xorlo ausfindig zu machen. Von einem Ackerbau treibenden Zwerg, der sich als Xorlo vorstellt, erfährt er, dass er Xarla, die Braumeisterin des Dorfes, entweder in der Brau- oder in der Pilzhöhle finden kann. Auf dem Weg dorthin trifft er auf einige Zwergenkinder, die ihn mit Interesse beäugen und umringen. Kaum erreicht er die Höhle, die man ihm gewiesen hat, fliegt die Tür auf und eine Zwergin mit orangefarbenen Zöpfen kommt schreiend herausgestürmt. Dank seiner umfassenden Sprachkenntnisse versteht Talimo, dass sie um Hilfe schreit, da Wühlschrate in die Höhle eingebrochen wären. Sie verriegelt die Tür und die Fenster der Höhle und beginnt runter ins Menschendorf zu eilen. Dabei ruft sich immer wieder völlig außer sich, dass Wühlschrate in die Höhle eingedrungen wären. Sogar einige Ziegen und Schafe setzt sie auf diesem Weg darüber in Kenntnis. Als sie völlig außer sich in die Taverne gestürzt kommt, stöhnt Ritter Rost kurz auf und scheint sich an das letzte Mal zu erinnern. Dann ergreift er seinen Schild und sein Schwert und stürzt aus der Taverne mit der Aufforderung, dass kräftige Schwertarme und magische Unterstützung nun gebraucht würden. Nach kurzer Überlegung beschließt Geldor ihm zu folgen, nachdem er das Geschäft mir dem Barden abgewickelt hat. Talimo übernimmt die Zügel des Esels von Karhima und diese folgt Geldor und dem Ritter in Richtung des Zwergendorfs, mit dem unguten Gefühl, dass ihr Säbel gegen Wühlschrate unter Umständen nicht wirklich hilfreich sein könnte.
 
Fortsetzung folgt.


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Re: [DSA] Bericht aus Aventurien - Episode 3 - Kapitel I bis IV
« Antwort #1 am: 04. November 2015, 17:28:56 »
Kapitel 2: Bei den Zwergen

Vom Aufruf des Ritter Rost „Wer von Euch stark mit Stahl und Zauber ist, der folge mir!” angespornt, gelangen nach kurzer Zeit alle auf den Dorfplatz des Zwergendorfes. Talimo führt immer noch Schlappi, den Esel, am Zügel und Bert der Barde ist, nachdem er seine Laute im Wirtshaus sicher abgelegt hat, ebenfalls angekommen, um die Szenen, die bestimmt dereinst den Stoff für eine neue Heldenballade geben werden, selbst mitzuerleben.

Entgegen den Erwartungen der Neuankömmlinge scheint sich der Überfall nicht länger nur auf die Höhle mit der Braustube zu beschränken. Mitten auf dem Dorfplatz neben der kleinen Quelle hat sich ein etwa einen Schritt durchmessendes Erdloch vom Anblick ähnlich einem riesigen Maulwurfshügel aufgeschüttet, aus dessen Inneren ein seltsam anmutendes riesiges Etwas an die Oberfläche zu dringen versucht. Die große fleischige Masse wird jedoch tapfer von einem älteren Zwerg mit Helm und Kettenhemd in Schach gehalten, der mit einer Pike immer wieder in den Erdhügel sticht und wilde Flüche ausstoßend das Untier in die Tiefen zurückzudrängen versucht. Sofort eilt Ritter Rost dem Zwerg zur Hilfe, während er die anderen bittet, sich des Problems in der Brauhöhle anzunehmen.

Ohne weiteres Zögern übergibt Talimo nun die Zügel von Schlappi dem Barden, nicht ohne ihn darauf hinzuweisen, dass jegliche fehlenden Güter auf ihn zurückfallen würden, was der Barde natürlich weit von sich weist, da er sich als Ehrenmann versteht, und eilt gemeinsam mit seinen Gefährten Geldor und Karhima zur verschlossenen Brauhöhle. Dort angelangt stößt Geldor beherzt die Tür auf, um sich einen ersten Eindruck von der dortigen Situation zu verschaffen. Schnell nehmen die drei wahr, dass in der direkt hinter der Tür liegenden Wohnstube Chaos und Verwüstung durch die anwesenden drei Wühlschrate Einzug gehalten haben. Die kaum 1,5 Schritt messenden weißhäutigen Kreaturen starren mit ihren großen schwarzen Augen in Richtung der nun offen stehenden Tür und beginnen ihre massigen Körper mit drohend erhobenen Wühlhänden, welche an riesige Maulwurfspfoten erinnern mögen, in Richtung ebendieser zu bewegen. Jedoch scheint diese Reaktion auf die geöffnete Tür nicht von den Wühlschraten alleine auszugehen. Wie Geldor, Talimo und Karhima schnell bemerken, scheinen sie von einem weiter hinten in der Höhle stehenden Wesen befehligt zu werden. Das humanoid wirkende Wesen, welches von Hautfarbe und Statur deutlich von den Schraten abweicht und mit rotglühenden Augen in Richtung der Tür blickt, hat eine derartige Macht über die Wühlschrate, dass es ihnen sogar einen Angriff auch Geldor befehlen kann, obwohl sie vor dem Licht, welches durch die Tür fällt, zurückweichen wollen. In der Hoffnung durch mehr Licht die Wühlschrate zu schwächen eilen Talimo und Karhima zu den verschlossenen Fensterläden und reißen diese auf, während Geldor die Tür blockiert und den Kampf mit den zwei Wühlschraten, welche auf ihn an der Tür eindringen, aufnimmt. Direkt nachdem sie den Fensterladen auf der rechten Seite der Höhle geöffnet hat, eilt Karhima Geldor zur Hilfe und stürzt sich mit ihm gemeinsam in den Kampf. Schnell müssen die beiden jedoch feststellen, dass ihre Waffen gegen die zähe und ledrige Haut der Wühlschrate nur schwerlich etwas ausrichten können. Während Talimo ihnen mit seinem zur Fackel gewordenen Magierstab zu etwas mehr Licht im schummrigen Raum verhilft, machen Geldor und Karhima ihre ersten Erfahrungen mit der Kampftechnik der Wühlschrate. Es entbrennt ein Gefecht, zu dessen Anfang die beiden eher in der Defensive erscheinen. So gelingt es Geldor kaum seinen Morgenstern geschickt ins Ziel zu lenken und auch Karhimas Paraden fallen nicht so aus, wie es die Schwertgesellin von sich selbst erwarten würde. Aber nach einer kurzen Zeit besinnen sich beide auf ihre Stärken und durch Talimos magische Unterstützung in Form eines Axxeleratus auf Geldor gelingt es diesem, seinen Morgenstern mit einem lange nicht so gesehenen Schwung gegen die Gegner zu schleudern, so dass doch die eine oder andere Verletzung an der ledrigen Haut sichtbar wird, während Karhimas Säbel zwar nur wenig gegen die harte äußere Schicht der Wühlschrate auszurichten vermag, sie aber mit geschickten Paraden einen der meist zu zweit angreifenden Wühlschrate von Geldor abzulenken vermag. So gelingt es Geldor und Karhima mit vereinten Kräften die drei Wühlschrate doch sukzessive zum Rückzug zu zwingen. Sofort setzt Geldor hinter dem letzten die Flucht ergreifenden Wühlschrat her und auch Karhima folgt ihm in die schwach beleuchtete Höhle. Beide erkennen im Licht von Talimos Fackel, dass die Wühlschrate und ihr Anführer durch einen Tunnel am hinteren Ende des Raumes zu flüchten versuchen. Karhima setzt direkt zur Verfolgung an und schlängelt sich geschickt an dem hintersten der Wühlschrate vorbei, den im Rücken und auf der Flucht anzugreifen ihren Prinzipien widersprechen würden, der jedoch unter Geldors Ansturm nach einiger Zeit doch fällt. Karhimas Verfolgung der anderen Schrate und ihres Anführers verzögert sich jedoch, da sie vorsichtig auch die abzweigenden Gänge kurz in Augenschein nimmt, um sicher zu stellen, dass von dort nicht neue Feinde nachrücken. Allerdings verbergen sich weder in der Küche noch im Schlafraum, welche rechts und links von dem tiefer in die Höhle hineinführenden Gang abgehen, weitere Wühlschrate, so dass die Verfolgung der drei übrig gebliebenen Wesen weiter gehen kann. Da Talimo Geldor und Karhima ein wenig verzögert folgt, müssen die beiden die Verfolgung kurz unterbrechen, als sie am hinteren Ende des Ganges nicht mehr in die rechts und links abgehenden finsteren Gangbereiche blicken können. Geldor kann allerdings vom Geruch her ausmachen, dass sich die Braustube wohl hinter dem rechten Gang befindet, in den Karhima die Schrate mit ihrem Anführer hat verschwinden sehen und aus dessen Richtung ein schwacher Lichtschein glimmt. Nachdem Talimo, von der weiteren Erkundung der Nebenräume absehend, zu den beiden aufgeschlossen hat, eilen sie weiter in Richtung der Brauhöhle, wo sie ein Erdloch, ähnlich dem auf dem Marktplatz, aber weder Wühlschrate noch das seltsame humanoide Wesen vorfinden. Schnell beschließen sie, da es nicht möglich ist durch den Maulwurfshügel eine Verfolgung aufzunehmen, das Loch mit einem schweren Fass zu verschließen, um eine direkt Rückkehr der Eindringlinge nach dem Verlassen des Raumes zu verhindern. Um sicher zu gehen, dass sich keine weiteren Wesen in der Höhle versteckt halten, beschließen Geldor, Talimo und Karhima auch die Höhle am Ende des linken Ganges zu untersuchen. Dort finden sie ein Felsenhöhle vor, in der auf den Steinen ein gutes Dutzend der Pilze, die sie hierher gebracht habe, steht. Allerdings scheinen diese Pilze ausgewachsen zu sein, da sie deutlich größer sind, als die Exemplare in den Kisten. Zwischen den „Steinpilzen“ erblicken sie zudem ein Geflecht aus leuchtenden grünen kleinen Pilzen, die leicht zu glimmen scheinen und dadurch ein unwirkliches Licht in der Höhle erzeugen. Angesichts dieser Pilze übermannt Geldor die Neugier des Wirtes und Kochs, woraufhin er ein Stück von einem der Pilze probiert. Der Geschmack ist sehr bitter und Geldor wird auch leicht übel, woraufhin er beschließt, dass diese Pilze wohl nicht für den direkten Verzehr geeignet zu sein scheinen. Ob allerdings der Geschmack in irgendeiner Weise mit dem Bier in Verbindung steht, welches er noch vor kurzer Zeit beim Wirt im Dorf probiert hatte, kann er aber beim besten Willen nicht erkennen.

So kehren die drei auf den Marktplatz zurück, wobei Geldor den am Boden liegenden Wühlschrat hinter sich her schleift und Talimo mit der Fackel herauszufinden versucht, ob die ledrige Haut der Schrate mit Feuer vielleicht besser zu durchdringen gewesen wäre. Auf dem Marktplatz treffen sie wieder auf den Zwerg und Ritter Rost, die neben einem nun etwa 1,5 Schritt aus dem Loch herausragenden, auf dem Boden liegenden weißlichen Regenwurm stehen, der mit fast 3/4 Schritt Durchmesser wirklich riesenhaft erscheint. Vorsichtig stößt der Zwerg immer wieder in die Seite des Wurms, der aber keine Regung mehr von sich gibt und von den beiden unverletzt scheinenden Kämpfern besiegt wurde. Geldor legt gerade den Wühlschrat neben den mit einem beachtlichen Mahlwerk im Maul ausgestatteten Regenwurm, als auch Xarla wieder auf dem Dorfplatz eintrifft. Völlig erschöpft sieht sie, dass die tapferen Recken das Problem vorerst gelöst zu haben scheinen, und tritt, ihrer Erschöpfung und ihrer Wut freien Lauf lassend, gegen den am Boden liegenden Wühlschrat, der daraufhin völlig unerwartet ein Aufstöhnen vernehmen lässt. Erschrocken von diesem unerwarteten Lebenszeichen des tot geglaubten Wühlschrates, nimmt Xarla das Anerbieten Geldors, dem Leben der Kreatur endgültig ein Ende zu setzen, an und Geldor stößt, mit nicht unerheblichem Kraftaufwand, ein Messer durch das Auge des Wühlschrates und setzt seinem Leben endgültig ein Ende.
Talimo wendet sein Interesse währenddessen wieder Schlappi zu, der sich in der Obhut einiger Zwergenkinder sehr wohl zu fühlen scheint und von diesen umlagert wird. Bert hat dabei sowohl die Kinder als auch die Ladung im Blick behalten und sich gleichzeitig der Szenerie, welche ihm für ein zukünftiges Heldenlied dienen soll, widmen konnte.
Karhima informiert Xarla über das Loch in der Braustube, die daraufhin gemeinsam mit ihrem Ohm und einigen anderen Zwergen in die Höhle eilt, um das Loch mit Steinen und Brettern zu verschließen. Sowohl Talimo als auch Karhima schließen sich den Zwergen an und Talimo nutzt die Gelegenheit, um Xarla über das, die Wühlschrate wohl befehligende, humanoide Wesen mit den rotglühenden Augen in Kenntnis zu setzen. Für Xarla stellt eine derartige Kreatur eine Erklärung für das unnatürliche Verhalten der Wühlschrate während des heutigen Eindringens dar, da diese sich sonst mit Licht immer leicht hatten vertreiben lassen und nicht so häufig zurückgekehrt waren.

Xarla kommt nun jedoch auch auf die Frage zu sprechen, was Talimo ursprünglich überhaupt vor ihre Tür geführt hat, was Talimo ihr direkt mit der Pilzlieferung zu erklären weiß. Als Xarla, Talimo und Karhima aus der Höhle wieder auf den Dorfplatz treten, ist Geldor gerade bemüht, den Wurm weiter aus dem Loch zu ziehen, wozu er die Hilfe des Ritters und weniger Zwerge hat, die sich getrauen mit an dem Strick zu ziehen, der von Geldor an dem Wesen befestigt wurde. Um nun aber das Geschäft auf Hinweis von Talimo endlich abwickeln zu können, wendet sich Geldor von diesem vergeblichen Unterfangen ab und gestattet Xarla einen Blick auf die Ware, welche diese als Rogolosch-Pilze, die zum Brauen des Zwergenbieres unerlässlich sind, identifiziert. Als Bezahlung bietet Xarla Geldor 5,5 Dukaten an, welche Geldor mit Hinweis auf die doch zusätzlich erbrachte Leistung beim Schutz der Brauerei vor den Schraten für zu gering erachtet und einen Betrag von 7 Dukaten vorschlägt. Mit leichtem Zögern stimmt Xarla zu, da sie ihren Helfern gegenüber nicht undankbar erscheinen möchte und gibt Geldor 7 Dukaten für die Lieferung Pilze. Nun sieht sich Geldor jedoch dem Problem gegenüber, dass der Händler in Trallop ihm keine genaueren Angaben gemacht hatte, welche Ware vom Wirt des „Wilden Mannes“ in Gashok erwartet wird. Er hatte lediglich Andeutungen gemacht, dass es hier zu Verwicklungen kommen könnte, da die Dualisten nicht viel von Alkohol halten würden. Geldor, Talimo und Karhima kommen darin überein, dass vermutlich die Lieferung von Zwergenbier gemeint war. 
Jedoch kommt es zu diesem Zeitpunkt nicht zu weiteren Verhandlungen über mögliches neues Handelsgut, da der Humanoide, der den Wühlschraten Anweisungen gegeben hat, für ein gewisses Aufsehen sorgt. Xarla erzählt Geldor, Talimo und Karhima, dass die Wühlschrate auch schon bei Xarlotta und Umbratsch in den Keller eingedrungen waren und Karhima erkundigt sich daraufhin bei ihr, ob es im Dorf unter Umständen irgendetwas geben könnte, was der Humanoide mit Hilfe der Wühlschrate zu erlangen versucht. Xarla hat keine Vorstellung, was jemand aus dem Dorf heimlich entwenden wollen könnte, und auch ihr Onkel, der Dorfvorsteher Umbratsch, kann sich nicht vorstellen, was jemand aus dem Dorf haben wollen könnte, was er nicht auch auf eine einfache Bitte hin von ihnen erhalten würde. Im Laufe des Gespräches stellt sich dann heraus, dass die Wühlschrate zum ersten Mal vor etwa 3 bis 4 Monaten bei Xarla eingedrungen sind und es seitdem mit dem heutigen 4 Vorfälle dieser Art gegeben hat, wobei 3 bei Xarla stattgefunden haben und einer bei Umbratsch und seiner Frau Xarlotta.
 
Da Talimo zu dem Humanoiden mit den rotglühenden Augen auch im Hinblick auf eine mögliche magische Einordnung nichts einfällt, macht er sich, während Karhima Nachforschungen anstellt, daran, einen Weg zur Beseitigung des riesigen weißen Wurmes zu finden, der immer noch mitten auf dem Dorfplatz liegt. Als Umbratsch sich von dem Gespräch mit Karhima löst, fragt ihn Talimo, ob er vielleicht eine Idee hätte, was für ein Tier dies sei, aber auch Umbratsch hat ein solches Wesen vorher noch nie gesehen und auch noch in keine Legende von solch einem Riesenwurm gehört. Aber Umbratsch stimmt mit Talimo darin überein, dass das Wesen dringend vom Dorfplatz entfernt und verbrannt werden sollte. Daher holt er noch einige Zwerge und Ponys dazu und mit vereinten Kräften gelingt es, dass, unter einem lauten reißenden Geräusch und mit einem deutlich Ruck, ein etwa 10 Schritt langes Stück des Riesenregenwurms auf dem Marktplatz zu liegen kommt. Die Reste des Wurmes, die nicht ans Tageslicht gelangt sind, sowie die aus dem Riss herausfließenden Teile des Innenlebens werden von den Zwergen in dem Loch mit Steinen verschlossen, während der an die Oberfläche gelangte Teil außerhalb des Dorfes verbrannt wird.
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Re: [DSA] Bericht aus Aventurien - Episode 3 - Kapitel I bis IV
« Antwort #2 am: 04. November 2015, 17:29:15 »
Geldor hat sich in der Zwischenzeit mit der Frage beschäftigt, ob es vielleicht eine gute Idee wäre, aus der Haut des getöteten Wühlschrates eine Art Rüstungsschutz herzustellen, da diese sich im Kampf als recht widerstandsfähig herausgestellt hatte. Daher hat er sich unter leisen Flüchen daran gemacht, den getöteten Wühlschrat zu häuten, was er nach etwa 1,5 Stunden Arbeit allerdings aufgibt, da ihm bewusst wird, dass er kein brauchbares Ergebnis wird erzielen können. Seine Neugier als Wirt und Koch treibt ihn aber dazu, in einem Akt des Kannibalismus, der ihm, da er einen Wühlschrat als Tier, begreift überhaupt nicht so ins Bewusstsein kommt, ein Stück Fleisch aus dem Wühlschrat herauszuschneiden, welches er, nachdem der Wurm verbrannt ist, über den Resten des Feuers brät, nachdem ihm eine Kochstelle für dieses Experiment verwehrt wurde. Er kommt aber auch bei diesem kulinarischen Experiment zu dem Schluss, dass er nur erneut davon essen würde, wenn es der einzige Weg wäre, vor dem Verhungern bewahrt zu werden und selbst dann wäre es eine große Überwindung.
Zum Dank für die Mithilfe bei der Rettung des Dorfes werden die Helden zu einem großen Fest auf dem Dorfplatz eingeladen und erhalten die Möglichkeit im Dorf zu nächtigen. Es gibt Zwergenbier und die Zwerge spielen gemeinsam mit dem Barden lustige Lieder. Es wird gespielt und viel gelacht. In leicht angetrunkenem Zustand versucht Geldor dann nochmal mit Xarla ins Geschäft bezüglich des Bieres zu kommen, aber Xarla fühlt sich nicht mehr zu geschäftlichen Verhandlungen in der Lage und hat zudem nur noch Augen für Talimo, mit dem sie dann auch im Laufe des Abends in traute Zweisamkeit verschwindet. Geldor und Karhima nächtigen daher, auch wenn sie das Angebot hatten bei Xarla zu übernachten, lieber bei Xarlas Oheim Umbratsch.

Am frühen Morgen des 6. Peraine wird Talimo von Erde geweckt, die auf ihn herunter rieselt. Erschrocken schreit er auf und stürzt sich zu Seite aus dem Bett, wobei er gleichzeitig Xarla weckt, um sie vor der herunterstürzenden Erde zu warnen. Da fällt plötzlich eine größere Menge an Erde auf das Bett und durch das nun deutlich erkennbare Loch in der Decke schaut das Gesicht des Humanoiden mit den rotglühenden Augen. Talimo erkennt in diesem Moment, dass das Wesen klauenartige Grabehände, die aber anders sind, als die der Wühlschrate, und sehr spitze Zähne hat, wohingegen die Wühlschrate eher ein Mahlwerk in ihrem Mund hatten. Zudem scheint das Wesen schwarze Haut und eine eher an Goblins oder Orks erinnernde Gesichtsform zu haben. Xarla hüpft nackt und mit einer Axt bewaffnet, die sie zu ihrer eigenen Sicherheit wohl direkt in der Nähe des Bettes aufbewahrt, auf das Bett und versuch das seltsame Wesen zu erreichen, aber es ist bereits wieder in die Tiefen des Tunnels verschwunden. Auch Talimo stochert noch ein wenig mit dem Magierstab in dem Loch, wobei er feststellt, dass dies weit weniger den Maulwurfshügeln ähnelt, als die vorherigen. In wilder Entschlossenheit fängt Xarla daraufhin an, die Holzvertäfelung ihrer Behausung abzuklopfen, um mögliche Hohlräume dahinter zu entdecken. Auf ihre Bitte hin beteiligt sich Talimo ein wenig, obwohl er keinen rechten Sinn in der Sache erkennen kann. Da es aber gerade erst zu dämmern beginnt, beschließen die beiden, das Bett von der Erde zu reinigen und noch ein wenig Zeit in trauter Zweisamkeit zu verbringen, um den Schreck zu verarbeiten und das Adrenalin ein wenig abzubauen, denn es stellt sich nach einer Kontrolle heraus, dass das Loch in der Braustube immer noch gut verschlossen ist.

Zum Frühstück treffen sich alle wieder an der großen Tafel, die immer noch in der Mitte des Dorfplatzes steht. Es gibt Haferschleim mit Rübensirup und auch Ritter Rost und Bert der Barde gesellen sich zu den anderen Anwesenden. So ergibt sich die Gelegenheit für Geldor ein wenig mehr über „Ritter Rost“ zu erfahren. Ritter Rost ist ein junger Mann, der gerade die Militärschule zu Honingen abgeschlossen hat und nun in die Welt herausgezogen ist, um sein erlerntes Wissen sinnvoll einzusetzen. Als Leorik von Waldenau aus den Nordmarken ist er nämlich nicht der Erbe der Baronie seines Vaters und will auf diesem Weg der Langeweile in seiner Heimat entkommen. Beklagenswerter Weise war er zu spät mit der Ausbildung fertig, um noch an den großen Schlachten gegen Borbarad teilzunehmen, was er nur allzu gerne getan hätte, aber so will er nun sein Schwert in den Dienst der Gerechtigkeit in Aventuerien stellen. Wie sich in dem Gespräch ebenfalls herausstellt, ist „Ritter Rost“ ein nicht ganz zutreffender Spitzname. Denn auch wenn sein Kettenhemd erscheint, als wäre es vollkommen rostig, so ist es doch von herausragender Qualität und wirkt nur bräunlich, da es brüniert wurde. Tatsächlich handelt es sich um ein gut gepflegtes Familienerbstück, welches einst seinem Großvater gehörte, mit welchem er, entgegen seinem Vater, die äußere Erscheinung zu teilen das Glück hat.
Als Talimo und Xarla von den Ereignissen des frühen Morgens berichten und auch an Bert die Frage gerichtet wird, ob er in einer der vielen Geschichten, die er kennen würde, schon auf ein solches Wesen getroffen sein, kann er dies nur verneinen. Allerdings steht für ihn fest, dass es sich bestimmt um eine der Abscheulichkeiten handelt, die Aventurien den unsäglichen Taten Borbarads und seiner Anhänger zu verdanken hat. Zudem hat das erneute Auftauchen des seltsamen Humanoiden zur Folge, dass einige Zwerge, die bisher dachten, nur schlecht geträumt zu haben, offen erzählen, dass sie in der letzten Zeit öfter des Nächtens Kratz- und Schabegeräusche hinter den Holzvertäfelungen ihrer Behausungen wahrzunehmen gemeint hatten.
Geldor möchte den neuen Morgen aber auch nutzen, um endlich mit Xarla ins Geschäft zu kommen. Auch wenn er erst befürchtet, dass Xarlas Aufmerksamkeit derart auf Talimo fixiert ist, dass es keinen Sinn macht, wenn er selbst mir ihr zu Verhandeln versucht, stellt sich heraus, dass Xarla durchaus in der Lage ist, beiden Männern gleichzeitig ein Stück ihrer Aufmerksamkeit entgegen zu bringen. Sie bietet Geldor, in Ermangelung kleinerer Fässer, ein 40 Liter Fass Zwergenbier an, wobei sie 60 Silber für das Bier und 30 Silber für das Fass verlangt. Da Geldor nicht bereit ist erneut mehr als das bisher erzielte zu investieren, macht er sich auf den Weg zum Wirt im Menschendorf, in der Hoffnung dort ein kleineres Fass erstehen zu können. Und tatsächlich gelingt es ihm, nach einigen Verhandlungen ein 20 Liter Fass für 18 Silber bei dem Wirt zu erstehen.

Zur gleichen Zeit macht sich Talimo gemeinsam mit den Zwergen daran, dass Loch in der Decke von Xarlas Schlafkammer näher zu untersuchen, da sich dieses als nicht einfach zu verschließen herausstellt. Als er den Tunnel näher betrachtet, stellt er fest, dass er, als schlanker Mensch, durchaus in der Lage sein sollte, diesen Tunnel zu „begehen“, denn er ist schulterbreit und knapp 1,5 Schritt hoch. Er informiert daraufhin Karhima, die ihm anbietet, am Ausgang des Tunnels bereit zu stehen, falls er sich vor Verfolgern retten muss, da sie keine Möglichkeit sieht, ihm im Tunnel selbst mit dem Säbel zur Seite stehen könnte. Daraufhin lässt Talimo seine Stab und seinen Umhang bei Karhima in Xarlas Schlafkammer zurück und begibt sich nur mit Lederhose, Blendlaterne, Gürteltasche und Dolch in den Tunnel. Der Tunneln windet sich hin und her sowie herauf und herunter. Zudem stellt er fest, dass es an allen möglichen Stellen kleine Abzweige, welche wie Probebohrungen wirken, gibt, die meist nach kurzer Zeit vor Holzvertäfelungen enden. Nach einiger Zeit kommt er an eine Weggabelung und da er sich zu diesem Zeitpunkt nicht sicher ist, welche Weg einzuschlagen sinnvoller sein könnte, begibt er sich zurück zum Einstiegsloch und berichtet allen, was er gesehen hat.

Fortsetzung folgt ...
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Re: [DSA] Bericht aus Aventurien - Episode 3 - Kapitel I bis IV
« Antwort #3 am: 21. November 2015, 23:26:34 »
Kapitel 3: In den Höhlen

Talimo berichtet den anwesenden Zwergen und seinen Gefährten, Geldor und Karhima, die am Ausgang des Tunnels in Xarlas Schlafhöhle versammelt sind, von seinen Entdeckungen. Die Zeit von Talimos Abwesenheit hatte Geldor genutzt, um sein Geschäft mit Xarla abschließen zu können und den Erwerb von 20 Liter Zwergenbieres für 30 Silberstücke auszuhandeln. Vorher hatte er bereits vom Wirt ein 20 Liter Fass erworben.
Nachdem Talimo seinen Bericht abgeschlossen hat, sucht er direkt nach einem Weg Geldor und Karhima ebenfalls in die Tunnel zu bekommen, um gemeinsam die Erkundung fortzusetzen. Allerdings ist Geldor wenig angetan von der Idee, da er die Aussichten auf Profit für gering hält und nicht bereit zu sein scheint, den Zwergen in dieser Situation hilfreich beizustehen, wie Karhima es für geboten erachtet. Talimo macht in der Diskussion deutlich, dass sein hauptsächliches Interesse in der Befriedigung seiner Neugier, herauszufinden, wer hinter den Angriffen steckt und warum diese Gänge angelegt wurden, liegt. Auch Geldor kommt nun wieder auf die Frage zu sprechen, welchen Grund die Eindringlinge für ihr Verhalten haben könnten, und fragt daher erneut die versammelten Zwerge, ob sie sich vorstellen könnten, dass es ein besonderes Erz oder ähnliches in den Höhlen gibt, welches sich die Eindringlinge zu Eigen machen wollen könnten. Allerdings verneinen die Zwerge dies erneut mit dem Hinweis, dass sie, als Angroschs Volk, in einem solchen Fall schon selbst mit dem Abbau begonnen hätten und ihnen nichts derartiges über ihren Berg bekannt wäre. Sie räumen nach den Ereignissen des gestrigen Tages und heutigen Morgens jedoch ein, dass dringend etwas gegen die Wühlschrate und ihren Anführer unternommen werden muss. Hier wittert Geldor nun eine Chance doch noch Profit aus der möglichen Hilfe für die Zwerge zu schlagen. Er bietet den Zwergen an, dass die Gruppe für 2 Dukaten pro Nase, wobei er bewusst den Begriff Nase gebraucht, da er hofft, später die Nase des Esels ebenfalls mit auf die Lohnliste setzen zu können, die Gänge erkunden und dem Treiben der Wühlschrate nach Möglichkeit ein Ende setzen würde. Xarlas Onkel, der Dorfvorsteher Umbratsch, willigt nach kurzem Zögern in das Angebot ein und Talimo wendet sich daraufhin wieder seinen Überlegungen zu, wie man Geldor wohl am besten in die Tunnel hineinbekommt. Von der Aussicht auf den Dreck in den Tunneln wenig erheitert, lauscht Karhima der sich entwickelnden Diskussion zwischen Xarla, Geldor und Talimo an deren Ende Xarla ihre Zustimmung dazu gibt, Talimos Plan, einige Bretter der Holzvertäfelung zu entfernen und durch einen Seitenschacht in den Haupttunnel zurückzukehren, umzusetzen. Sowohl Karhima als auch Geldor drängt sich jedoch der Verdacht auf, dass jeder noch so gute Plan ihrerseits bei Xarla weit weniger Wohlwollen gefunden hätte, als ein Plan Talimos. Nachdem die Versorgung des Esels Schlappi in die Hände von Bert dem Barden gelegt wurde, mit dem erneuten Hinweis, dass die Waren, welche der Esel geladen hat, gezählt wären, machen sich Geldor, Talimo und Karhima auf den Weg.

Mit einer Lampe betritt Geldor mutig voranschreitend das Tunnelsystem, direkt gefolgt von Karhima und Talimo, welcher mit seinem brennenden Magierstab den Abschluss bildet und seinen Hut Xarla überlässt, da er ohnehin in den niedrigen Gängen nur hinderlich wäre. Die drei Gefährten folgen nun einem sich durch den Berg schlängelnden Tunnel, der bei allen Windungen und Steigungen doch stetig nach Nordosten zu führen scheint und dessen vermeintliche Abzweige sich immer wieder als mehr oder weniger lange Probebohrungen erweisen. Zwischen den Baumwurzeln und den sich stetig verändernden Erdschichten, die einem jeden Geologen Aventuriens eine wahre Freude wären, entdecken sie auch immer wieder große Gesteinsbrocken, an den deutliche Bissspuren zu erkennen sind, die sie als Hinweis auf die Erbauer des Tunnelsystems und deren bevorzugte Speise einzuordnen wissen. Nachdem sie dem Tunnel einige Meilen gefolgt sind, vernehmen sie plötzlich ein leises Plätschern und erreichen kurz darauf ein felsiges Gebiet, durch welches sich die Wühlschrate hindurchgearbeitet haben müssen. Ein kleiner Fluss mit einer klaren Flüssigkeit windet sich zwischen den großen Felsbrocken entlang und teilt den Weg eine Schritt vor ihnen. Am Rande des sich dahin windenden Flusslaufes nimmt Geldor eine Schluck von der klaren Flüssigkeit und stellt fest, dass es sich um reines Wasser handelt, welches so rein und klar ist, dass er bereits wieder ein Geschäft im Verkauf dieses wunderbaren „Heilwassers“ zu erkennen meint. Jedoch haben weder Geldor noch Talimo oder Karhima zu diesem Zeitpunkt größere Mengen leerer Flaschen dabei, so dass eine mögliche Umsetzung von Geldors Geschäftsidee auf einen späteren Zeitpunkt verschoben wird. Der Weg bis zu diesem Punkt war schließlich eindeutig und so sollte es kein Problem sein, diesen Ort mit dem herrlichen klaren Wasser zu einem späteren Zeitpunkt nochmal aufzusuchen, so man denn heil aus dieser Expedition hervorgehen würde. Da die Lichtverhältnisse eine Einschätzung der Wassertiefe nicht zulassen und auch ein einfaches Hinwegsteigen über den Wasserlauf auf Grund der niedrigen Deckenhöhe nicht möglich ist, bleibt Geldor stehen. Auf Talimos Frage hin, warum er plötzlich angehalten hätte, erwidert Geldor, dass er an dem Flusslauf stände und Talimos Magierstab kurz benötigen würde. Ohne Zögern, aber mit dem nachdrücklichen Hinweis, den Stab pfleglich zu behandeln, übergibt Talimo seinen Magierstab an Geldor und dieser prüft umsichtig die Wassertiefe. Dabei fällt ihm auf, dass es neben den flachen Stellen nahe am Ufer eine erstaunlich tiefen Riss in der Mitte der Wasserlaufs zu geben scheint, dessen Tiefe er nicht vollständig zu bestimmen vermag. Geldor reicht Talimo daraufhin den Stab zurück und tritt vorsichtig über den Wasserlauf. Die anderen tun es ihm gleich und so folgen sie weiter dem sich immer weiter nach Nordosten schlängelnden Tunnel.
 
Stunden sind bereits vergangen, als Geldor, von einem unguten Gefühl befallen, mit einem Mal erneut stehen bleibt. Er leuchtet ausgiebig den vor ihm liegenden Tunnel aus, kann aber nicht erkennen, dass irgendetwas hier anders wäre, als in den Stunden zuvor. Der Tunnel scheint sich lediglich weiter vor ihnen ein wenig zu verbreitern. Um jedoch Vorsicht walten zu lassen, ergreift Geldor einen Stein und wirft diesen in den Tunnel hinein, um mögliche feindlich gesinnte Kreaturen aufzuschrecken und aus ihren Verstecken zu locken. Als sich jedoch nichts regt, setzen alle drei ihren Weg langsam weiter fort. Je näher sie der vermeintlichen Verbreiterung des Ganges kommen, um so klarer können sie erkennen, dass sie sich geirrt haben und es sich um eine Y-förmige Weggabelung handelt. Vor dieser Weggabelung liegen zudem wieder Probebohrungen, wie sie die Drei nun schon seit einiger Zeit nicht mehr gesehen hatten. Im Abstand von wenigen Metern gehen vier Probebohrungen in unterschiedliche Richtungen vom eigentlichen Tunnel ab. Die erste scheint nach rechts zu führen, die zweite befindet sich in der Decke, die dritte direkt als Loch im Boden und die letzte führt nach links. Die Situation erscheint ein wenig seltsam, da sich Geldor, Talimo und Karhima sicher sind, nicht mehr in der Nähe des Zwergendorfes zu sein und sie seitdem keine Probebohrungen mehr gesehen hatten. Auch sehen sie keinen Anlass, dass hier nun wieder Probebohrungen auftreten sollten. Vorsichtig nähern sie sich daher den einzelnen abgehenden Tunneln und betrachten sie genauer. Bei dem ersten scheint es sich mehr um eine Art Loch zu handeln, welches in einem steilen Winkel nach unten führt, wohingegen das zweite in einem eher moderaten Winkel nach oben führt, dafür aber von seiner Tiefe her nicht auszuleuchten ist. Am dritten Gang, der direkt in die Tiefe führt, schlägt ihnen ein starker Geruch nach Tod und Verwesung entgegen und sie erkennen, dass es in etwa 3 Schritt Tiefe eine Höhle zu geben scheint, aus der der Geruch zu ihnen heraufsteigt. Geldor steigt über das Loch hinweg und bittet Talimo, es ein wenig besser mit seinem brennenden Magierstab auszuleuchten. Aber auch mit der besseren Ausleuchtung lässt sich nicht mehr erkennen als ein unebener Höhlenboden. In diesem Augenblick wird Geldor von hinten durch eine Art riesigen Käfer in die Zange genommen. Karhima erkennt in dem Tunnel mit den hinter ihnen liegenden Seitenschächten einen guten Platz für einen Hinterhalt und zieht sich sofort bis zum hintersten Seitengang zurück, um zu verhindern, dass sie von Feinden eingeschlossen werden. Talimo tut es ihr gleich und zieht sich seinerseits ein gutes Stück hinter den letzten Abzweig zurück, während Geldor versucht das Loch im Boden zwischen sich und die ihn angreifende Gruftassel zu bringen. Gleichzeitig hofft er dadurch dem erneuten Versuch des Untieres, nach ihm zu schnappen, ausweichen zu können. Die Enge der Höhle macht es ihm allerdings sehr schwer und so stolpert er über einen auf dem Boden liegenden Stein und die Assel attackiert direkt seine Füße. Während Geldor der Assel, die seine Füße für ihre Beute hält, einen kräftigen Tritt versetzte und sich wieder aufrappelt, wird Karhima von einer zweiten Kreatur, die aus dem Schacht in der Decke gerollt kommt, angegriffen. Auch sie hat mit der Enge der Höhle zu kämpfen, so dass es ihr vorerst nicht gelingt, ihrem Angreifer Schaden zu zufügen. Zugleich gelingt es ihr jedoch, trotz der ungewohnten Umgebung, geschickt ihrem Angreifer auszuweichen. Auch Talimo versucht die Assel mit dem brennenden Magierstab zu vertreiben, was jedoch keinerlei Eindruck auf das Untier zu machen scheint. Geldor, der sich derweil wieder bewaffnet hat, führt einen geschickten Schlag mit seinem Morgenstern gegen die Unterseite der ihn angreifenden Gruftassel und ruft, von dem Erfolg dieses Angriffs erfreut, seinen Gefährten zu „Versucht sie an der Unterseite zu treffen, da sind sie weich.“. Karhima und Talimo versuchen seine  Rat zu beherzigen und während Geldor die Assel, welche nun vor ihm zu flüchten versucht stellt und zur Strecke bringt, schaffen auch sie es, die zweite Assel in die Flucht zu schlagen. Da sie sich jedoch in das Loch an der Decke flüchten kann, können sie ihr nicht nachsetzen und so wird sie auch weiterhin Wesen, die durch diesen Tunnel kommen, angreifen können. Geldor nimmt derweil die von ihm getötete Assel in Augenschein und da es ihm sicher scheint, dass kein Gewinn mit irgendeinem Teil diese Untieres zu machen sein wird, stößt er es angewidert in das Loch am Boden und erblickt in dem zu seiner Linken liegenden Gang die Höhle der Gruftassel, in der noch die Überreste diverser Beutetiere verrotten.

Da keiner der Drei in dem Kampf verletzt wurde, ziehen sie direkt weiter zu der vor ihnen liegenden Weggabelung und erkennen, dass der linke Gang, den anderen Gängen ähnelt, aus denen sie von den Gruftasseln angegriffen wurden. Er scheint gerade mal einen halben Schritt im Durchmesser zu haben und führt in die Dunkelheit. Der rechte ist allerdings mit dem bisherigen Tunnel zu vergleichen und so setzen sie ihre Erkundungen in diese Richtung weiter fort. Nach wenigen Minuten verändert sich der Tunnel jedoch merklich. Die bisher trockene Erde wird immer feuchter und schlammiger. Matschige Erdklumpen fallen von der Decke und Karhima bekommt einen der Klumpen direkt in den Nacken, was ihre anfänglichen Bedenken im Bezug auf diese Expedition zu bestätigen scheint. Nach wenigen Metern ist der Weg durch einen riesigen Schlammhügel, der, nach dem Loch in der Decke zu urteilen, vor noch nicht allzu langer Zeit von der oben heruntergestürzt sein muss, nahezu versperrt. Geldor bahnt ihnen jedoch einen schmalen Weg und auch wenn es sie viel Überwindung kostet, gelingt es Karhima ebenfalls über den Schlammhügel zu klettern. Auch hier sind keinerlei Probebohrungen mehr zu finden und in der immer feuchter werdenden Erde sind auch keine Spuren auszumachen, da jeglicher Hinweis auf Humanoide nach kürzester Zeit wieder verwischt.
 
Mit einem Mal endet der Tunnel abrupt vor einer Felswand, in der ein quaderförmiges Loch zu erkennen ist. Bei genauerem Hinsehen erkennen Geldor, Talimo und Karhima jedoch, dass es sich überhaupt nicht um eine Felswand sondern um eine gemauerte Wand aus sehr großen Steinquadern handelt, von denen einer in den Tunnel gefallen zu sein scheint. Nach einer kurzen Diskussion, ob vielleicht einer von ihnen wüsste, wo sie sich wohl in etwa befinden und was dort für ein Gebäude sein könnte, entschließen sie sich, das unbekannte Gemäuer zu erkunden. Vorsichtig betreten sie den trockenen und staubigen Raum hinter der Mauer, in dem nichts weiter zu finden ist, als zwei große bis zur Decke in etwa 4 Schritt Höhe reichende Säulen und eine Wendeltreppe am anderen Ende des Raumes, die sowohl nach oben als auch nach unten zu führen scheint. Eine genauere Untersuchung der Staubschicht durch Geldor fördert die Erkenntnis zu Tage, dass hier eindeutig humanoide Wesen durch den Staub gelaufen sind. Genaueres lässt sich in der nur schwach erhellten Dunkelheit allerdings nicht erkennen. An den Wänden, die teilweise auch aus kleineren Quadern bestehen, und an den Säulen befinden sich Reliefs, welche für Geldor einfach nur nach Kritzeleien aussehen, während Karhima und Talimo das Gefühl habe, dass sie die Piktogramme von miteinander interagierenden unterschiedlich großen haarigen und pelzigen Humanoiden, auf Grund von mangelndem kulturellen Hintergrund nicht richtig zu würdigen und zu verstehen wissen. An den Wänden finden sie zudem Fackelhalter und die Stufen der Wendeltreppe erscheinen ungewöhnlich hoch für mittelreichische Maßstäbe. Im Raum erkennen sie nun, dass auch einige Quader ins Innere des Gemäuers gefallen zu sein scheinen, als das Loch entstanden ist. An der Wendeltreppe nimmt Talimo einen beißend fettigen Geruch war, der von der oberen Etage herunter weht und durch Talimos Wahrnehmung aufmerksam gemacht vernehmen alle ein Schnarchen, welches aus der gleichen Richtung zu kommen scheint. Talimo hält es, da das Wesen im Stockwerk über ihnen scheinbar gerade zu schläft, für angebracht, die Erkundungen zuerst dort weiter fort zu setzen, während Geldor der Ansicht ist, dass man schlafende Wesen nicht wecken sollte, und daher eine Erkundung der unteren Stockwerke für das Sinnvollere erachtet. Da beide sich nicht einigen können, betritt Talimo die Treppe nach oben, während Geldor sich daran macht, den Weg nach unten zu beschreiten.

Talimos Versuch die Treppe nach oben möglichst leise und unauffällig zu erklimmen scheitert allerdings kurz vor dem Erreichen der obersten Treppenstufe, als sein Magierstab gegen die Wand kommt und ein kratzendes Geräusch den leeren Raum erfüllt. Glücklicherweise hat der Oger, den er nun schlafend im oberen Raum entdeckt, das Geräusch nicht wahrgenommen und scheint immer noch zu schlafen. Da die Treppe sich nicht weiter nach oben fortsetzt, betrachtet Talimo den vor ihm liegenden Raum. Neben dem nur mit einem Lendenschurz bekleideten Oger liegt eine große Keule auf dem Boden und hinter ihm kann Talimo eine etwa 2,5 Schritt hohe Flügeltür erkennen. Vorsichtig, um sein Missgeschick von vor ein paar Monaten nicht zu wiederholen, tritt er über den Treppenansatz, besonders darauf bedacht keine magischen Sicherheitsmechanismen zu beschädigen. Ohne sich dem Oger weiter zu nähern erkundet er die Teile des Raums in seinem Rücken, wo er Tierknochen und in einer Ecke Exkremente vorfindet. Entgegen seiner Erwartung, hat auch dieser Raum keine Fenster und nach der kurzen Erkundung beschließt Talimo, dass er sich doch vorerst Geldor bei der Erkundung der unteren Stockwerke anschließen sollte. Mit ebenso viel Bedacht wie auf dem Weg nach oben, möchte Talimo nun auch seinen Weg nach unten antreten.
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Steff

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Re: [DSA] Bericht aus Aventurien - Episode 3 - Kapitel I bis IV
« Antwort #4 am: 21. November 2015, 23:26:55 »
Geldor, der zum gleichen Zeitpunkt die Treppe nach unten betreten will, überkommt in diesem Moment eine unheilvolle Vorahnung und kurz darauf hört er auch schon, wie Talimo einen riesigen Radau mit seinem Magierstab an der Treppe verursacht, als er sich nicht so recht entscheiden kann, ob er dem Oger wirklich den Rücken zudrehen will oder nicht. Talimos Blick, der in diesem Moment gerade wieder in Richtung des Ogers gewandt ist, fällt auf den sich nun erhebenden Oger und sofort flüchtet er, so schnell ihn seine langen Beine tragen, die Wendeltreppe hinunter und durch den Durchbruch zurück in den Tunnel. Geldor und Karhima, die ihn nur an sich vorbei rennen sehen, hören es in diesem Moment von oben donnern „Zermanschen“, wobei sie der Meinung sind, dass der Oger sich wohl in Garethi verständlich macht und es sich nicht um eine freundliche Einladung zum Tee in einer ihnen fremden Sprache handelt. Zeitgleich beginnt der Oger unter weiteren wilden in grauenhaftestem Garethi ausgestoßenen Todesdrohungen mit seiner Keule auf den Boden des Zimmers über ihnen zu schlagen, so dass von der Decke kleinere Steine abbröckeln, das Gebäude an sich allerdings stabil zu bleiben scheint. Anders verhält es sich mit dem Gang durch den sie gekommen sind. Gerade noch rechtzeitig ist Geldor in der Lage Talimo eine Warnung zuzurufen, der sich mit einem beherzten Sprung wieder in den Raum zurück retten kann, bevor der Tunnel hinter ihm zusammenstürzt. Abgesehen von einige Schlammspritzern ist ihm, dank Geldors richtiger Einschätzung der Lage, nichts geschehen. Schnell bemerken Geldor, der immer noch kampfbereit an der Wendeltreppe steht, sowie Talimo und Karhima, die sich eher auf Höhe der Säulen mitten im Raum befinden, dass der Oger kein Interesse daran zu haben scheint, zu ihnen herunter zu kommen. Auch wenn ihnen nicht recht klar ist, warum der Oger im obersten Stockwerk bleibt, beschließen sie, die wilden Flüche und das Hämmern des Ogers ignorierend, erstmal den Weg nach unten zu erkunden. Sie steigen, darüber nachsinnend, ob der Oger vielleicht angekettet ist oder sich aus irgendeinem Aberglauben heraus nicht aus der oberen Etage heraus traut, die Treppe langsam hinunter.

Als sie am nächsten Raum ankommen, stellen sie direkt fest, dass die Treppe auch in diese Richtung nicht weiter führt. Der Raum hier scheint, entgegen dem Raum mit dem Oger, der deutlich kleiner war, als der Raum, den sie zuerst betreten hatten, um einiges größer zu sein. Er wird von drei Säulen getragen und im hinteren Teil erkennen sie eine Art Altarstein. Auch hier sind die Wände und Säulen mit Piktogrammen verziert, wobei Geldor das Gefühl hat, dass die großen bepelzten Humanoiden von den kleineren fast schon verehrt werden. Die genauere Betrachtung des Altarsteines zeigt, dass es sich um einen etwa 1,5 Schritt hohen, ebenmäßigen Granitstein handelt, der zwar nicht am Boden verankert scheint, aber schon auf Grund seiner schieren Größen nicht zu bewegen ist. Entgegen der ersten Befürchtungen entdecken die Drei keine Anzeichen für blutige Opferritual, obwohl der Altar, den Spuren am Boden nach zu urteilen, in regelmäßigem Gebrauch gewesen sein muss. Geldor ist sich sicher, dass er von einem Kult den er mit einem derartigen Ritualraum und solchen Piktogrammen in Zusammenhang bringen würde, noch nie gehört hat und auch Talimo und Karhima haben keine Ideen, worum es sich hier handeln könnte.
Da der Raum sich hinter der Wendeltreppe fortzusetzen scheint, untersuchen Geldor, Talimo und Karhima auch diesen Teil. Dabei finden sie zuerst zwei leere Räume und dann, gegenüber einer eingestürzten Wand, in einem kleinen Nebenraum, abgetrennt durch ein Loch in der Wand, welches nur die Andeutung einer Tür aufweist, ein Truhe mit einem erstaunlich modernen Schloss. Die Truhe ist, trotz des neu wirkenden Schlosses, offen und so findet Talimo dort einige kleine Vogelfedern, welche Geldor, dank der Ausbildung durch seinen Vater, als Federn von einfachen Singvögeln identifizieren kann. Neben diesen Federn finden die Beiden auch noch kleine rote Krümmel, die wohl aus getrocknetem Blut bestehen, und einen kupfernen Fingerring, der von der Größe her, jedoch nur für die Finger eines Ogers gedacht gewesen sein kann. Talimo nimmt den Ring an sich und stellt bei genauerer Betrachtung fest, dass er sowohl Innen als auch Außen angelaufen und mit nicht wirklich kunstfertig zu nennenden groben Ritzen versehen ist. Währenddessen bleibt Karhima mit einer Lampe, die sie auf den Boden neben sich stellt, am Eingang zu dem Raum stehen, um zu vermeiden, dass ihnen der Oger, den sie immer noch über sich toben hören, in den Rücken fallen könnte. Bevor Geldor ihn aufhalten kann, macht Talimo sich auf, den Raum weiter zu erkunden und in den dahinterliegenden Raum weiter zu gehen. Kaum hat Talimo sich dem Durchgang genähert erblickt er eine humanoide Gestalt von der Größe eines kleinen Menschen, die auf einem sorgfältig zusammengesuchten Lager liegt. Im ersten Moment noch unsicher, ob dieses Wesen wohl noch lebt, wird Talimo diese Frage schnell beantwortet, als ihn plötzlich zwei rotglühende Augen anstarren. Schnell eilt er zurück in den Raum zu Geldor und begibt sich neben der Truhe hinter Geldor in Deckung, der von dem etwa 1,5 Schritt messenden Wesen mit krallenbewehrten Händen angesprungen wird. Mit einem geschickten Hochreißen seines Morgensterns kann Geldor Schlimmeres verhindern und wirft das affenartige Wesen ein Stück von sich, als auch schon Karhima, die Kampfgeräusche hörend, hereingestürzt kommt, um Geldor zu unterstützen. Der Kampf wendet sich sehr schnell zu Gunsten von Geldor und Karhima, während Talimo den Ausgang blockiert. Als das Wesen an der Schwelle des Todes zusammenbricht, fängt es langsam an sich in einen Wühlschrat zu verwandeln, den Geldor mit einem kräftigen Stich dann endgültig in Borons Hallen schickt. Nach einer kurzen Überlegung erklärt Talimo Geldor und Karhima, dass es sich bei dem Wesen um eine Sumpfranze gehandelt haben müsste. Es gibt Legenden, nach denen es einen Strauch oder einen Busch in den Sümpfen gibt, der, wenn ein Wesen davon isst oder sich an ihm verletzt, es in ein solch affenartiges Wesen verwandelt, welches erst im Tode oder wenn es vorher mit alchimistischen Mitteln geheilt wird wieder seine normale Gestalt annimmt. Die Nähe der Nebelsümpfe würde laut Talimo darauf schließen lassen, dass der Wühlschrat sich dort infiziert hatte. Schnell sind sich Geldor, Talimo und Karhima darüber einig, dass das Wesen vermutlich das gleiche Wesen ist, welches die Wühlschrate befehligt hat, auch wenn es nun, nach seinem Ende, nicht mehr anders aussieht, als die anderen Schrate, auf die sie bisher getroffen sind.
Da sich hinter dem Lager kein weiterer Nebenraum befindet, treten alle drei wieder hinaus in den Hauptraum und erkunden diesen weiter. Im hinteren Teil finden sie ein in gelber Farbe auf den Boden gemaltes Pentagramm und ein Vielzahl an Gebeinen und möglichen Ritualgegenständen, wie Kerzenschalen aus Schädelknochen. Weil sich dort aber weder ein weiterer Ausgang noch ein sich anschließender Raum findet, untersuchen Geldor, Talimo und Karhima den Raum genauer. Talimos magische Untersuchung des Pentagramms beruhigt alle, da sich herausstellt, dass es, wenn es denn je magisch aktiv genutzt wurde, schon lange nicht mehr für magische Rituale verwendet wurde. Die Knochen erscheinen bei genauerer Betrachtung von verschiedenen humanoiden Wesen zu stammen und sorgfältig abgeschabt worden zu sein. Es finden sich allerdings keinerlei Bissspuren oder ähnliches an den sauberen Knochen. Die Wände in diesem Raum tragen wieder Reliefs, wobei auffällt, dass in diesem Raum nur noch die großen, muskulösen, haarigen Wesen dargestellt werden, die neben den ebenfalls zu entdeckenden Bäumen die Größe von mindestens Ogern haben müssen. Zudem sind auf den Reliefs unterschiedliche Sternenkonstellationen zu erkennen, die, bis auf die Sternenleere, von Talimo nicht weiter zugeordnet werden können.
Keinen anderen Weg mehr sehend, beginnen Geldor, Talimo und Karhima darüber nachzudenken, wie sie dieses Bauwerk wieder verlassen können. Während sie darüber nachdenken und sich langsam, den toten Wühlschrat mit sich schleifend, wieder in den Raum über sich begeben, bemerken sie, dass der Oger nicht mehr fluchend mit der Keule auf den Boden einschlägt.

Talimo zaubert daher einen Silentium und versucht Geldor dazu zu überreden, mit ihm zusammen in den Raum über ihnen zu steigen, um den Oger zu töten, da sich Karhima weigert, ein schlafendes Wesen hinterrücks zu ermeucheln. Geldor ist sich aber nicht sicher, ob der Oger tatsächlich schläft, und daher erkundet Talimo die Gegebenheiten im obersten Stockwerk vorerst alleine. Er findet den Oger tatsächlich wieder schlafend vor und bevor er sich wieder zu den Anderen nach unten begibt, testet er, ob sich die Türen hinter dem Oger öffnen lassen, was sich für ihn als unmöglich herausstellt. Schnell ergreift er noch die Keule des Ogers und bringt diese unter nicht unerheblichem Lärm mit zu Geldor und Karhima, denen er von seiner Entdeckung berichtet.
Auch wenn die Türen keine Ausgang darzustellen scheinen, entbrennt eine Diskussion, ob und wenn wie der Oger, der nun einmal ein Menschenfresser ist, behandelt werden soll. Am Ende ist man sich darüber einig, dass Karhima einen Angriff auf einen schlafenden Oger für unehrenhaft hält und sich einem solchen nicht anschließen wird. Da er allerdings ein Menschenfresser ist, wird sie Talimo und Geldor nicht aufhalten, sollten diese einen Versuch unternehmen, im Schutz einer magischen Stille dem Leben des Ogers ein Ende zu setzen. Geldor jedoch ist von Talimos Künsten nicht recht zu überzeugen und so beschließt Talimo erstmal eine Geistreise in die Gebiete hinter der Tür zu unternehmen, während Geldor und Karhima versuchen, den Weg in den Tunnel wieder freizulegen, um das Bauwerk verlassen zu könne, ohne dem Oger gegenüber treten zu müssen.
 
Als Talimo zurück kehrt findet er Geldor und Karhima in Planung des Angriffs auf den Oger vor, da sie mit Schlamm bespritzt, ihre Unternehmung aufgegeben haben, nachdem jegliches kleines Loch direkt wieder von nachrutschendem Erdreich zugeschüttet wurde. Er berichtet den beiden, dass die Türen auf der anderen Seite etwa 1,5 Schritt im Sumpf versunken sind und sich daher nicht öffnen ließen ohne die gesamte Pyramide, die er erkennen konnte, zu fluten. Die weiteren Überlegungen, wie man nun hier heraus kommen könnte führen dahin, dass sich herausstellt, dass Talimo auch weitere Personen mit sich nehmen kann, wenn er sich mittels Magie von einem zu einem anderen Ort begibt. Leider scheitert der Versuch sie alle drei auf die Spitze der Pyramide zu bringen.  Genervt von der nun wieder auflebenden Diskussion zum Kampf gegen den Oger spricht Talimo einen Zauberspruch und verschwindet vor den Augen von Geldor und Karhima, die überrascht und erzürnt zurück bleiben und ihre Pläne zum Entkommen aus der Pyramide weiter zu konkretisieren versuchen.

(Fortsetzung folgt)
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