Autor Thema: Wie sehr sollte sich der Musikstil einer Band verändern können/dürfen?  (Gelesen 873 mal)

Besserwisserboy

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Greifenklaue und ich hatten eine kleine Diskussion über Metallica und ihre Musikausrichtung.
Metallica gilt für viele Leute als eine der größten Metal-Bands überhaupt. Allerdings ist auch unbestritten, daß sie mit einigen Alben etwas experimentiert haben und auch andere Musikeinflüsse haben einfließen lassen.
Wenn ich Klaue richtig verstanden habe (er möge mich verbessern wenn dem nicht so ist), meint er deshalb, daß Metallica kein Metal mehr ist.
Ich hingegen bin der Meinung, daß sie immer Metal gespielt haben, nur eben nicht immer den 100% gleichen Stil, sondern mit kleinen Veränderungen (aber immer noch klar Metal).
Ohne Veränderungen und Experimente kann meiner Meinung nach gar nichts neues Entstehen und die Entstehung von neuen Musikrichtungen ist gar nicht möglich (genaugenommen würde es ohne Veränderungen Metal gar nicht geben).

So viel zu der Entstehung meiner Frage.
Mich würde interessieren wie viel Veränderung ihr euren Lieblingsbands zugesteht?

Ich meine es hat ja einen bestimmten Grund warum Band XY zu meinen Lieblingsbands gehört. zumeist, weil man gerade genau dies Art von Musik mag. Aber will ich genau dies Musik von der Band ein Leben lang hören?

Ich will mal ein paar Beispiele bringen.
AC/DC haben einen ganz eigenen Stil von Musik gegründet. Meist erkennt man schon nach ein paar Tönen: Das ist ein AC/DC-Song. Sie experimentieren sehr wenig und behalten ihre Art von Musik schon seit Jahrzehnten bei und eigentlich allen gefällt das.
Ähnlich ist das bei Mötorhead. Von ein paar bluesangehauchten einzelnen Liedern, hört sich das letzte Album fast so an wie ihr erstes Album, wobei ich alle Alben habe und sie eigentlich auch mag.
Musikalisch experimentiert hat Lemmy nur in seinen Nebenprojekten wie Headcat.
Das wären Positvbeispiele bei denen es mich nicht sonderlich stört, daß es keine Weiterentwicklung gibt. Eine Salami-Pizza ist auch gut und muss nicht mit Rucola verändert werden.

Running Wild wäre für mich ein absoluten Negativbeispiel.
Die waren anfangs auch noch interessant und etwas abwechslungsreich. Nach dem Album Black Hand Inn hörte sich aber jedes Album für mich gleich an. Schlimmer noch beim Durchhören konnte ich nicht einmal feststellen wann ein Track aufhört und der nächste anfängt. Ein einziger Brei über mehrere Alben. Von einigen Alben von Blind Guardian kann ich das leider auch behaupten.

Die meisten Bands verändern ja ihren eigenen Stil mit dem Sie begonnen haben nicht völlig und Spielen statt Death-Metal mit einmal Hip Hop oder Volksmusik.
Aber wie steht ihr zu einem gewissen Stilwechsel?
Bin gespannt...

Ich bin nur durch einen Tippfehler hier, eigentlich wollte ich aufs Reifenklauen-Forum...
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Metallica gilt für viele Leute als eine der größten Metal-Bands überhaupt. Allerdings ist auch unbestritten, daß sie mit einigen Alben etwas experimentiert haben und auch andere Musikeinflüsse haben einfließen lassen.
Wenn ich Klaue richtig verstanden habe (er möge mich verbessern wenn dem nicht so ist), meint er deshalb, daß Metallica kein Metal mehr ist.
Nein, nicht wegen der Veränderung. Weil es kein Metal mehr ist, sondern irgendetwas zwischen Hard Rock und Mist. Für die, die sie mögen, wohl eher ersters, für Leute, die nix mit ihnen anfangen können, eher letzteres. Dass sie äußerst populär sind, ist unbestritten, daher erfüllen sie ja auch alle Kriterien für Populärmusik, kurz Pop ...

Veränderung sei jedem eine Veränderung zugestanden, er soll im Zweifelsfall nur nicht so tun, als würde er immer noch das selbe machen. Selbst Manowar hat drei Phasen gehabt.

Eigentlich haben alle meine Lieblingsbands Veränderung durchlaufen.
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Nicht wegen der Veränderung, sondern weil es kein Metal mehr ist,...

Ist das keine Veränderung?
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Nicht wegen der Veränderung, sondern weil es kein Metal mehr ist,...

Ist das keine Veränderung?

Deine Aussage ist ja, dass ich sage, dass es kein Metal mehr ist, weil sie sich verändert haben.

Das ist falsch.

Sie haben sich verändert und spielen keinen Metal mehr, sondern Musik, welches einem anderen Genre besser zuzuordnen ist.

Also: Es ist kein Problem, dass sie sich verändern. Es ist auch kein Problem, dass es kein Metal mehr ist. Das Problem sind Fanboys, die nicht erkennen, dass das, was sie spielen, das Genre schon längst verlassen hat.
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Aha, also wenn sie es ein Rock-Album statt einem Metal-Album nennen würden, dann würde das die Sache völlig verändern?
Wenn dem so ist, dürftest du ja Jubelsprünge gemacht haben, als sich Raider in Twix umbenannt hat...
« Letzte Änderung: 27. Dezember 2016, 14:25:21 von Besserwisserboy »
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Aha, also wenn sie es ein Rock-Album statt einem Metal-Album nennen würden, dann würde das die Sache völlig verändern?
Wenn dem so ist, dürftest du ja Jubelsprünge gemacht haben, als sich Raider in Twix umbenannt hat...
Warum sollte ich? Ich esse weder Raider noch Twix und ich höre weder Metallica alt noch neu ...Wobei Metallica neu halt noch schlechter ist als Metallica alt. Das wird man ja nochmal feststellen dürfen, ohne dass die Fanboys flennen ...
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back to the Topic:

Ganz klar sollen die ihr Ding machen. Sprich: Soviel Veränderungen wie sie wollen. Wer bin ich denn, dass ich mich in deren Kompositionen einmische oder mir anmaße, das es einen Berufsmugger interessiert, war ein Fan denkt.
Sie müssen dann nur mit der Konsequenz leben, dass es mir nicht mehr gefällt und ich es nicht mehr kaufe oder das Folgeprodukt, weil ich befürchte, es wird wieder so wie da vorangegangene. 

Und da ist es egal, ob es Heino, Metallica oder Scooter sind, wenn es keinen Spaß macht, es anzuhören, kaufe ich es nicht. Den Deal finde ich fair.

Solche Phrasen wie : "Die haben die Haare ab und deshalb den Metal verraten!" fand ich schon immer doof.

Anthrax wurde mal gefragt, warum sie jetzt Industrial Metal machen. Dass wussten die auch nicht, also dass sie Industrial Metal machen. Die machen nur Musik.
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Darin liegt Romeros subversives Genie, dem Publikum zu geben, wonach es sich sehnt – und dann noch eine Menge Zeug dazu, was man nie haben wollte.

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Und da ist es egal, ob es Heino, Metallica oder Scooter sind, wenn es keinen Spaß macht, es anzuhören, kaufe ich es nicht. Den Deal finde ich fair.
Bravo.

Zitat
Solche Phrasen wie : "Die haben die Haare ab und deshalb den Metal verraten!" fand ich schon immer doof.
Bei Metallica waren es ja andere Sachen, z.B. respektloses Verhalten gegenüber den Fans {"Der Metal ist tot." aka "Das was Du hörst und Dich ausmachst ist kacka."}. Das Fans fdas nicht gut finden, Überraschung ...


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Zitat
Solche Phrasen wie : "Die haben die Haare ab und deshalb den Metal verraten!" fand ich schon immer doof.
Bei Metallica waren es ja andere Sachen, z.B. respektloses Verhalten gegenüber den Fans {"Der Metal ist tot." aka "Das was Du hörst und Dich ausmachst ist kacka."}. Das Fans das nicht gut finden, Überraschung ...

Diese Kleinkariertheit gibt es auf beiden Seiten  :P.
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Ja, deswegen bin ich so froh, dass ich die noch nie mochte und ich mit Kanonen auf Spatzen schießen kann ...
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Re: Wie sehr sollte sich der Musikstil einer Band verändern können/dürfen?
« Antwort #10 am: 27. Dezember 2016, 15:36:22 »
Die Sache mit Anthrax finde ich sehr interessant. Zumal sie ja wie Metallica auch zu den "Großen Vier" des Thrash-Metal gezählt werden.
Ist es denn dermaßen wichtig in welche Kategorie von Musik eine Band eingeordnet wird?

Ich selber spiele kein Musikinstrument und kann noch nicht einmal Noten lesen (bin also absolut kein Fachmann). Aber für mich ist der Übergang da recht fließend. Hardrock ist z.B. der Musikstil aus dem Metal "geboren" wurde.
Die gespielten Instrumente (Gitarren, Bass, Schlagzeug) und die besungenen Themen sind eigentlich identisch. AC/DC ist aber ganz klar Hardrock.
Trotzdem finden sich auf fast jeder Metaller-Kutte neben einem Iron Maiden- und einem Slayer-Aufnäher auch ein AC/DC-Patch.
Und Metaller besuchen auch ihre Konzerte.
Also dürfte auch der Musikgeschmack fließend sein....


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Re: Wie sehr sollte sich der Musikstil einer Band verändern können/dürfen?
« Antwort #11 am: 27. Dezember 2016, 15:40:59 »
Die Sache mit Anthrax finde ich sehr interessant. Zumal sie ja wie Metallica auch zu den "Großen Vier" des Thrash-Metal gezählt werden.
Ist es denn dermaßen wichtig in welche Kategorie von Musik eine Band eingeordnet wird?

Ich selber spiele kein Musikinstrument und kann noch nicht einmal Noten lesen (bin also absolut kein Fachmann). Aber für mich ist der Übergang da recht fließend. Hardrock ist z.B. der Musikstil aus dem Metal "geboren" wurde.
Die gespielten Instrumente (Gitarren, Bass, Schlagzeug) und die besungenen Themen sind eigentlich identisch. AC/DC ist aber ganz klar Hardrock.
Trotzdem finden sich auf fast jeder Metaller-Kutte neben einem Iron Maiden- und einem Slayer-Aufnäher auch ein AC/DC-Patch.
Und Metaller besuchen auch ihre Konzerte.
Klar, AC/DC sind ja auch klasse.

Im übrigen "fast jeder Metaller-Kutte" ist das ein Klischee ... Ich kenne mehr Leute, die keins von den dreien drauf haben als umgekehrt. Und zudem mehr Metalla ohne als mit Kutte.

Zitat
Also dürfte auch der Musikgeschmack fließend sein....
So fließend, dass man AC/DC gut und Metallica scheiße finden kann, na klar.

Ich glaube, ich finde etwa 90 Prozent der Metallbands scheiße, das ist etwa der Schnitt, wenn ich so einen wahllosen Sampler höre
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Re: Wie sehr sollte sich der Musikstil einer Band verändern können/dürfen?
« Antwort #12 am: 27. Dezember 2016, 16:26:33 »
Ich meinte eher den Musikgeschmack, daß man auch Hardrock neben Metal hören kann bzw. das viele so machen und es ihnen egal ist ob es nun dieser Musikstil ist oder doch der andere...
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Re: Wie sehr sollte sich der Musikstil einer Band verändern können/dürfen?
« Antwort #13 am: 27. Dezember 2016, 18:16:28 »
Ich meinte eher den Musikgeschmack, daß man auch Hardrock neben Metal hören kann bzw. das viele so machen und es ihnen egal ist ob es nun dieser Musikstil ist oder doch der andere...

Solange es symphatische Bands sind, ist es relativ egal.

Handelt es sich um drogensüchtige Asoziale sollte man genau hingucken, ob die zur geschätzten Musikrichtung gehören, ansonsten schließen die Leute von der Band auf die Fans ;)
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Re: Wie sehr sollte sich der Musikstil einer Band verändern können/dürfen?
« Antwort #14 am: 27. Dezember 2016, 18:46:49 »
Ist es denn dermaßen wichtig in welche Kategorie von Musik eine Band eingeordnet wird?

Nein, für mich nicht. Aber es schein ja immer wichtig zu sein, dass man einer Gruppe zugehört.

Rocker oder Popper
Hosen oder Ärzte
Prince oder Jacko
Raider oder Twix

Gefällt mir oder nicht, kann die einzige gültige Kategorie sein. Aber das läßt sich schlecht vermarkten.


Handelt es sich um drogensüchtige Asoziale sollte man genau hingucken, ob die zur geschätzten Musikrichtung gehören, ansonsten schließen die Leute von der Band auf die Fans ;)

Das ist ja Quatsch, Drogen nehmen doch nun so viele Künstler. Auch oder gerade in der Volksmusik und Schlagerszene.
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