Autor Thema: Rollenspielerinnerungen in Ost-Niedersachsen  (Gelesen 800 mal)

Greifenklaue

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Rollenspielerinnerungen in Ost-Niedersachsen
« am: 02. Januar 2017, 16:53:48 »
Da es Thema des Karnevals Alte Säcke war.

-> https://greifenklaue.wordpress.com/2016/12/31/karneval-alte-saecke-erinnerungen/

Wie war es bei Euch, hattet ihr überhaupt eine Rollenspielkindheit?
"In den letzten zehn Jahren hat sich unser Territorium halbiert, mehr als zwanzig Siedlungen sind der Verderbnis anheim gefallen, doch nun steht eine neue Generation Grenzer vor mir. Diesmal schlagen wir zurück und holen uns wieder, was unseres ist.
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Maniac

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Re: Rollenspielerinnerungen in Ost-Niedersachsen
« Antwort #1 am: 06. Januar 2017, 15:07:25 »
Wie war es bei Euch, hattet ihr überhaupt eine Rollenspielkindheit?
Habe eben deinen Blogpost gelesen. Bei mir war es mehr in der Jugendzeit. Das "Basis-Spiel" bei einem Freund gesehen und fand die Aufmachung cool, wusste aber nicht viel damit anzufangen. Trotzdem hatte ich das Gefühl, dass es ein sehr besonderes Spiel war. Bei Hohls in Vorsfelde habe ich mir dann immer die Abenteuerbände angeschaut und leidenschaftlich gerne so Abenteuer wie "Quell des Todes", "Nedime, die Tochter des Kalifen" oder "Geheimnis der Zyklopen" gespielt.

Insbesondere letzteres Solo finde ich wirklich sehr gelungen. Es geht darum, dass eine Kette von den Zwölfgöttern gestohlen wurde und die 12 Amulette der Kette über die Zyklopeninseln verstreut wurden. Natürlich wollen auch "Geweihte" des Namenslosen an die Kette kommen und spionieren dem Spieler hinterher.

Ansonsten wundere ich mich, dass Du den "Trivial Book Shop" in Braunschweig und Hannover garnicht erwähnt hast: Das war immer was - ein etwas älterer Freund hatte einen weissen VW-Polo und wir haben uns oft aufgemacht um Spellfirekarten zu kaufen und die TSR-Quellenbände zu bestaunen.

Ansonsten Cons im Jugendzentrum Roxy mit Verleihung der Braunschweiger Schelmin. Ehrfürchtig in der Zeitung vom Drachenlandverlag gelesen und auf einem Con gewesen, der von der Gewerkschaft organisiert wurde. Dort habe ich das erste Mal LARP gemacht. Die Fülle der Systeme war überschaubar und gerade auf diesem Con kam ich mit GURPS in Berührung. Ja, ich weiss was ihr von dem System haltet aber ich fand das Konzept des Universalsystems damals enorm faszinierend. Später dann auf einem Roxycon auch mal GURPS Cyberpunk gespielt und gelernt, dass "Bad Temper" und "On the Edge" eine extrem gefährliche Mischung von Disadvantages in so einer Welt ist.

Natürlich auch oft die Cons in der Mühle mitgemacht, miterlebt wie "Magic - The Gathering" so ziemlich alles weggefegt hat. Wunderweltenabonnement und Shadowrun bis zum Erbrechen gespielt.

Insgesamt empfand ich die Zeit als ruhiger: Man kannte halt eine Handvoll Systeme und es gab viele die einfach "nur" Midgard und nie etwas anderes gespielt hatten. Irgendwie ging es einfach nur um das Spiel an sich, man hat sich Zeit genommen einem etwas zu erklären und durfte bei der Geschichte Teil haben.
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Greifenklaue

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Re: Rollenspielerinnerungen in Ost-Niedersachsen
« Antwort #2 am: 07. Januar 2017, 00:24:45 »
Ansonsten wundere ich mich, dass Du den "Trivial Book Shop" in Braunschweig und Hannover garnicht erwähnt hast: Das war immer was - ein etwas älterer Freund hatte einen weissen VW-Polo und wir haben uns oft aufgemacht um Spellfirekarten zu kaufen und die TSR-Quellenbände zu bestaunen.

Ohh doch: "Von dort aus eine Ecke weiter war der Trivial Book Shop. Eng, vollgestopft, viel englischer Kram, exotischere Sachen. Klein im Vergleich zu dem in Hannover, aber großartig. Dann hatte ich mir meist den neuesten Helden gekauft und auf der Rückfahrt studiert oder in der Wunderwelt geschmökert …
Später gab es die Schülerbahncard und die Rollenspielläden in Hannover, vor allem auch der dortige Trivial Book Shop, in Bremen und Hamburg. Man, hatte Hamburg damals viele RPG-Läden …"
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Re: Rollenspielerinnerungen in Ost-Niedersachsen
« Antwort #3 am: 07. Januar 2017, 10:47:21 »
Habe ich überlesen. Sorry, hast Recht.
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Argamae

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Re: Rollenspielerinnerungen in Ost-Niedersachsen
« Antwort #4 am: 08. Januar 2018, 22:04:44 »
Ich habe meine Rollenspielkindheit schon an anderen Stellen beschrieben, u.a. in meinem Blog, aber ich mache es hier gern noch einmal - auch wenn ich eher in Nord-Niedersachsen aufgewachsen bin.

Bevor ich zum Rollenspiel kam, war meine Kindheit von Playmobil, Lego und Videospielkonsolen (Atari VCS 2600, Mattel Intellivision, CBS ColecoVision) geprägt. Die frühen Pixelmaschinen inspirierten mich sehr und ich fing an, auf Karopapier meine eigenen "Sprites" zu malen und mir Spiele "auszudenken". Dies ging einher mit einem frühen Interesse an Science-Fiction - Planeten, Raumschiffe, Roboter. Dann begann die C64-Ära (1983-'84) und damit auch die Zeit der frühen Text-Adventures, die mich wie kein anderes Spielgenre packten. Die Freiheit, alles in den Parser (die "Eingabemaske" bzw. "-zeile") eingeben zu können und auf eine Reaktion zu warten, empfand ich als unglaublich anregend. Im Gegensatz zur Verwendung eines Joysticks war es irgendwie näher, persönlicher... als ob man mit einer anderen "Intelligenz" in Kontakt trat. In den besten Momenten war der Parser wie eine Art "Spielleiter", der mir Auskunft darüber gab, was möglich war und was nicht. Gewiss, aus heutiger Sicht erscheint dies natürlich naiv, aber das war damals eine neue, aufregende Welt. Ich glaube heute, dass diese Text-Adventures mich wohl am vordringlichsten prägten, mich für Abenteuer und die Entdeckung neuer Welten empfänglich machten.
Und so stolperte ich eines Tages über eine Anzeige in einem C64-Magazin, wo ein neues Spiel aus den USA vorgestellt wurde, dass nun auch auf Deutsch von der FSV GmbH (Fantasy Spiele Verlag) erhältlich war: das Basis-Set von Dungeons & Dragons. Das war im November 1983 und ich war augenblicklich von der Spielbeschreibung gefesselt - das klang wie diese Textadventures, nur ohne Computer und mit Freunden am Tisch! Ich weiß nicht mehr genau, ob es noch 1983 war oder doch schon 1984, als ich im zarten Alter von 14 Jahren in die nächste Stadt fuhr (damals war das Bremen), um mir dieses Spiel zu kaufen. Nachdem ich in Kaufhäusern und Vedes-Fachgeschäften kein D&D erblicken konnte, wurde ich in einem wundersamen Spieleladen im Bremer Steintor-Viertel mit dem Namen "Die Spielerei" schließlich fündig. Einen Laden wie diesen hatte ich noch nie betreten und ich empfand den Moment als magisch. Der Besitzer namens Michael Wurmsee (!) beriet mich freundlich und ich sollte in der Folge eine angenehme Beziehung zu ihm aufbauen - er verhalf mir mit seinen Vorschlägen zu so manchen späteren Rollenspielperlen (z.B. Traveller). Mit der berühmten "Roten Box" im Gepäck kehrte ich an jenem Tag nach Hause zurück und mein Leben sollte nie wieder das selbe sein...

... und das ist wirklich wahr. D&D hat damals die Tore weit aufgestoßen, vor die mich Text-Adventures geführt hatten. Bis heute fasziniert und fesselt mich die Welt der Rollenspiele - und die Spannung, Abenteuer zu erleben und unbekannte Plätze zu erforschen, ist bis heute kaum abgeebbt. Die "Spielerei" machte viele Jahre später zu und bis heute weiß ich auch nicht, was aus dem freundlichen Herrn Wurmsee wurde.
« Letzte Änderung: 09. Januar 2018, 09:19:47 von Argamae »
In Memoriam Gary Gygax (1938-2008) and Dave Arneson (1947-2009)
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Re: Rollenspielerinnerungen in Ost-Niedersachsen
« Antwort #5 am: 09. Januar 2018, 01:05:50 »
Tja, erstaunlich wie sich die ersten Rollenspielerfahrungen hier ähneln. Zumindest was die Rollenspielläden betrifft, haben wir in den gleichen eingekauft (wobei das zugegeben ja auch schon alle Möglichkeiten waren sich mit Material zu versorgen).
Auch mein erstes Rollenspiel war die DSA-Grundbox von 1985(?). Wobei es ja damals auch nicht so viele andere Möglichkeiten abgesehen von D&D gab.
Die Box habe ich von meinen Eltern zu Weihnachten bekommen und ich gehe mal davon aus, daß sie es für ein Brettspiel hielten und da ich gerne mit Masters of the universe-Figuren gespielt hatte meinten sie wohl, daß mir Fantasy gefallen könnte...
Ja hat es auch. Überdies hat mich die Box auch zum Lesen gebracht, da ich die Regeln ja durchlesen musste. Genaugenommen war es das erste was ich freiwillig ausserhalb der Schule gelesen habe, wenn ich mich recht entsinne.
Nachdem ich das Soloabenteuer mit Alrik durchgespielt hatte, spielte ich das Ganze noch mit meinem jüngeren Bruder (der noch nicht so ganz lesen konnte) und dann musste er eine komplette Heldengruppe durchs erste Gruppenabenteuer führen.
Nach diesem Testlauf begeisterte ich dann Kumpels für mein neues Hobby und einige Jahre später meinen noch jüngeren zweiten Bruder.

Irgendwann habe ich dann AD&D für mich entdeckt, wobei ich das Spielsystem nicht so toll fand aber die Anzahl der verfügbaren Monster mich beeindruckte. Daher habe ich alle Monsterhandbücher mit DSA-Spielwerten versehen und nach den Hintergründen der AD&D-Welten mit DSA-Regeln gespielt.
Über das Tischrollenspiel bin ich dann irgendwann Anfang der 90er auch zum Fantasy-Larp gekommen.
Das dürfte in etwa auch die Zeit gewesen sein in der verschiedenste Rollenspielsysteme aus dem Boden schossen, die ich zumindest angespielt habe. Mers und Midgard konnten mich nie so richtig fesseln und auch Shadowrun konnte ich nicht viel abgewinnen. Längere Zeit habe ich dann aber Vampire und Earthdawn gespielt.
Aber irgendwann schläft alles mal ein und Gruppen lösen sich auf. Derzeit spiele ich noch aktiv in einer Pathfinder-Gruppe die nach dem Hintergrund von Forgotten Realms spielt und sich so 1-2 Mal pro Monat trifft.

Bei einem LARP-Veteranen-Treffen habe ich vor kurzem aber gerade erfahren wie viel Leute ich direkt oder indirekt durch meine kleineren Brüder zum Rollenspiel gebracht habe. Sowohl zum Tischrollenspiel als auch zum Larp...
Ich bin nur durch einen Tippfehler hier, eigentlich wollte ich aufs Reifenklauen-Forum...
Wer hat meinem Goldfisch das Töten beigebracht???

Maniac

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Re: Rollenspielerinnerungen in Ost-Niedersachsen
« Antwort #6 am: 14. Februar 2018, 16:47:33 »
Auch mein erstes Rollenspiel war die DSA-Grundbox von 1985(?). Wobei es ja damals auch nicht so viele andere Möglichkeiten abgesehen von D&D gab.
Die Box habe ich von meinen Eltern zu Weihnachten bekommen und ich gehe mal davon aus, daß sie es für ein Brettspiel hielten und da ich gerne mit Masters of the universe-Figuren gespielt hatte meinten sie wohl, daß mir Fantasy gefallen könnte...
Ja hat es auch. Überdies hat mich die Box auch zum Lesen gebracht, da ich die Regeln ja durchlesen musste. Genaugenommen war es das erste was ich freiwillig ausserhalb der Schule gelesen habe, wenn ich mich recht entsinne.
Das Lesepensum hielt sich bei DSA 1 ja noch im Rahmen. DSA 1 - Abenteuer Basis Spiel war auch mein erstes Rollenspiel. Das "schwarze Auge" auf den Abenteuern, welches im Hintergrund gedruckt war und das schwarze Design wirkten auf mich auch magisch. Die neueren Designs der Abenteuer finde ich nicht mehr so schön.

Maraskan in "Quell des Todes" gerettet, "Nedime - Die Tochter des Kalifen" befreit, die Zwölfgötterkette in "Geheimnis der Zyklopen" wiedergefunden, "Auf dem Weg ohne Gnade" gewandelt… Those were the days, oh yes those were the days.
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