Autor Thema: Mafia-Con  (Gelesen 323 mal)

Besserwisserboy

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Mafia-Con
« am: 04. Dezember 2016, 19:04:01 »
Hallo!
Ich war dieses WE auf einem kleinen Mafia-Larp in Bas Sachsa (Harz). War ein sehr guter Con.
Die Veranstaltung gibt es insgesamt auf drei aufeinanderfolgenden Wochenenden. Für das nächste WE sind noch Rest-Plätze frei, die sogar zu vergünstigten Preisen zu haben sind. Hat jemand Interesse?
http://larplabor.wixsite.com/mafialarp

Würde sich bestimmt lohnen da es mal ein etwas anderes Setting und ganz in der Nähe ist!
Ich bin nur durch einen Tippfehler hier, eigentlich wollte ich aufs Reifenklauen-Forum...
Wer hat meinem Goldfisch das Töten beigebracht???

Greifenklaue

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Re: Mafia-Con
« Antwort #1 am: 04. Dezember 2016, 23:00:42 »
Spannend. Guter Preis. Wie hast Du Dich eingekleidet?
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Besserwisserboy

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Re: Mafia-Con
« Antwort #2 am: 06. Dezember 2016, 18:03:31 »
Ich hatte keine direkte Mafiosi-Rolle, sondern nur die eines Mafia-Anwalts, zudem eines italienischen. Also recht einfach.
Nadelstreifenanzug von eBay, Melone vom Reenachtermarkt und kiloweise Haargel...
Iren und Juden waren etwas schwieriger darzustellen. wobei die Iren hauptsächlich gröbere Klamotten und Schlägermützen hatten und die Juden hauptsächlich an ihren Kippas zu erkennen waren.
Teilweise waren sehr gute und hochwertige Kostüme dabei.
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Besserwisserboy

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Re: Mafia-Con
« Antwort #3 am: 31. Dezember 2016, 14:12:37 »
Con-Review zu Miezen, Messer und Monteten (Mafia-Con)

Worum ging es überhaupt?

Der (die das,) Con spielte in New Jersey der wilden 30er Jahre. Also der Hochzeit des Alkoholschmuggels und der Mafia in Amerika.

Der ortsansässige Pate war unter mysteriösen Umständen gestorben und die verschiedenen Mafiafraktionen der Stadt waren zusammengerufen worden um einen Nachfolger zu bestimmen...


Soweit der Aufhänger. Die zu spielenden Rollen waren nur zum Teil frei. Jeder angemeldete Spieler bekam eine Rolle, die bereits teilweise ausgearbeitet war. Das heißt, die Charaktereigenschaften, Ziele und eine Vergangenheit mit dunklen Geheimnissen wurden vorgegeben.

Das „Feintuning“ konnte aber selber vorgenommen werden.

Das hatte den Vorteil, daß die Spieler untereinander bereits verknüpft waren und man gewisses Spiel schon vorher generieren konnte. Ein grober möglicher Verlauf war somit auch schon vorgegeben, wobei der Ausgang je nach Umsetzung völlig offen war.

Es gab insgesamt 5 feste Fraktionen. Den Mafiaclan des alten Paten und zwei kleinere italienische Mafia-Gangs. Ausserdem gab es noch eine jüdische und eine irische Fraktion.

Daneben noch einige „fraktionslose“ Spielfiguren, wie die Schauspielerin und den Reporter, die sich nur gerne im Mafia-Umfeld bewegten.

Anzumerken ist, daß auch in den einzelnen „Familien“ nicht alles in Einigkeit ablief. Unterbosse witterten ihre Chance aufzusteigen und es gab andere Feindschaften die es zu klären galt.


Das Spielkonzept


Larper neigen gemeinhin dazu Dinge direkt anzugehen und Ziele sofort zu erreichen. Blöde nur wenn man darauf aus ist jemanden unter die Erde zu bringen und sich auch gleich eine Möglichkeit bietet.

Um nicht gleich nach Spielbeginn fünf Leichen und Massenhysterie zu haben wurde das Spiel in mehrere Akte unterteilt.

Diese regelten das Gewaltlevel, welches gering begann und erst ein Mord zum Ende des Spiels ermöglichte. So hatte man genügend Zeit seine Rivalitäten auszuspielen und alle überlebten zumindest bis fast zum Schluss.

Ausserdem wurden die Waffen nur von der SL ausgegeben und zwar auch nur an Charaktere wo es auch Sinn macht.


Das Konzept ist bei dem Spiel bei dem ich mitgespielt habe soweit auch gut aufgegangen. Weiterhin hat die Spielleitung mit Hilfe von Telegrammen (den E-Mails der 30er) Infos von „draußen“ ins Spiel eingebracht.

Zwischen den einzelnen Akten gab es einen kleinen Break bei der die Orga ein paar klärende Worte an die Spielerschaft gerichtet hat.

Insgesamt lag der Großteil des Spiels in guter Vorbereitung und dem Ausbau der Charaktere, was dazu geführt hat, daß man während des Spiels wenig bis gar keine SL benötigt hat.

Insgesamt gab es drei SL, die sich als Personal „getarnt“ hatten.


Ort und Ambiente

Gespielt wurde im Haus Seeschlösschen in Bad Sachsa. Einem villaartigen Gästehaus in einem Kurort. Moderne Sachen waren soweit möglich abgedeckt worden und mit einer Bar, Billardtischen und einem alten Grammophon wurde 30er-Jahre-Feeling geschaffen. Neben typischen Bildern aus der Zeit gab es auch drei Originalausgaben der New York Times aus der Zeit.

Wie bereits geschrieben wurden die Waffen auch von der Orga gestellt. Zusätzlich gab es für jeden ambientiges Spielgeld, was man z.B. beim Pokern verlieren konnte


Spieler/innen

Bei meinem Spieltermin waren überwiegend etwas ältere Larper anwesend, die größtenteils schon über Jahre dem hobby LARP frönten und daher etwas ruhigeres Spiel gestalteten, als es wahrscheinlich mit lauter Spielern Anfang 20 nicht gegeben hätte.

Die Kostüme waren recht gut bis top. Keines fiel mir besonders negativ auf. Wobei es die Männer mit einem Nadelstreifenanzug (zumindest in der italienischen Fraktion) leichter hatten als die Frauen.


Ein Spiel dreimal spielen?

Insgesamt gab es drei Spiele an aufeinander folgenden Wochenenden, die alle mehr oder minder identisch waren.

Aber warum macht man einen Con gleich dreimal?

Zum einen gibt es nicht so viele Cons zu diesem Thema und zum anderen dürfte der vorher betriebene große Aufwand der Charaktergestaltung und die Anschaffung der Requisiten dies rechtfertigen.

Zumal höchstwahrscheinlich jeder Con verschieden ablaufen würde auch wenn die Startbedingungen identisch waren. Allein die offene Wahl des neuen Paten würde viele Möglichkeiten eröffnen.


Wie war der Con für mich?

Ich persönlich war auf dem Con als Anwalt einer italienischen Mafiafraktion anwesend. Im nachhinein nicht die aller glücklichste Wahl, da meine Rolle IT über 20 Jahre jünger war als ich.

Da stößt man schnell an schauspielerische Grenzen. Aber auch das konnte ich mit einem Augenzwinkern akzeptieren.

Vor dem Spielbeginn hatte ich mich mit den für mich wichtigen Charakteren OT ein wenig bekannt gemacht. Da mein Foto für die vorab verschickten Charakterinfos irgendwie verloren gegangen war. So wussten zumindest die Leute welche mich erpressen konnten oder gegen die ich etwas in der Hand hatte, wer ich bin.

Dann hat sich meine Mafiafraktion noch untereinander etwas bekannt gemacht, und abgesprochen welche Ziele man verfolgt.

Danach konnte das Spiel etwas verspätet starten, da einige Spieler im Stau standen.


Da das Spielumfeld eines Mafiscons für mich völlig neu war, habe ich mich deutlich besser unterhalten gefühlt als bei dem 100sten Fantasycon, den ich schon hinter mir hatte.

Keine Zelte aufbauen, keine Anreise mit Orküberfall, keine Nachtwache sondern echte Betten und eigenes Bad auf dem Doppelzimmer. Richtiger Luxus.


Obwohl der Con mit nur 35 Spielern recht übersichtlich war, habe ich mit vielen Spielern gar nicht gespielt, was zwar ein wenig schade war aber sich nicht vermeiden ließ, wenn man sich hauptsächlich mit seinem Zielen oder der Abwendung von persönlichem Schaden beschäftigt ist.

Mit den Spielern/Spielerinnen mit denen ich das Vergnügen hatte, hat sich aber sehr schönes Spiel ergeben.

Das große Finale war wie zu erwarten für die meisten sehr kurz. Das ist aber nun mal so wenn einem jemand eine Waffe ins Gesicht hält und abdrückt.

Aber ich denke es hatte auch niemand eine Samstagabendendschlacht über mehrere Stunden erwartet. Einige Abgänge waren dann aber doch noch etwas spektakulärer als andere. Z.B. der Foltertod einer Giftmörderin im Kühlraum.


Fazit:

Ein rundum gelungener Con der etwas anderen Art. Mit wirklich nur winzigen Details die man hätte besser oder zumindest anders machen können.

Mich persönlich würde noch interessieren wie die beiden Folgetermine abgelaufen sind.
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