Autor Thema: Paizos Pathfinder-Blogs : das Übersetzungsprojekt  (Gelesen 64920 mal)

Wormys_Queue

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Paizos Pathfinder-Blogs : das Übersetzungsprojekt
« am: 05. Mai 2007, 20:10:16 »
Hallo, liebe Forenuser des Ritter der Zeit & Greifenklaue-Forums. Wie Ihr alle wisst, schlugen vor zwei Wochen die Wellen ziemlich hoch, als bekannt wurde, dass WotC die Paizo-Lizenz sowohl für das Dragon Magazine als auch für das Dungeon Magazine nicht mehr verlängern wird. Inzwischen hat sich die Aufregung ein wenig gelegt, und so ist es an der Zeit, den Blick wieder in die Zukunft zu richten. Leider wissen wir nach wie vor nicht genau, was die Küstenmagier mit ihrer Digital Initiative vorhaben und inwieweit sie den guten Namen der beiden verblichenen Magazine weiterbenutzen werden. Dafür wissen wir aber um so besser, wie Paizo den Verlust der beiden Magazine aufzufangen gedenkt.

Die Rede ist von "Pathfinder", der neuen Kampagnenserie von Paizo, in der die Tradition der Abenteuerpfade aus dem Dungeon Magazine fortgeführt wird. Pathfinder bedeutet den Versuch, das beste aus den beiden Magazinen unter einem Dach zu vereinen. Jede Ausgabe wird ein umfangreiches Abenteuer als Teil eines Abenteuerpfads enthalten, das durch kampagnenrelevante Artikel ergänzt wird. Hintergrund der Kampagnen wird eine neuerschaffene Welt sein, die (ähnlich wie das seinerzeit bei Greyhawk der Fall war,)sehr stark durch die Abenteuer sowohl im Pathfinder als auch der GameMastery-Modulserie mitentwickelt wird.

Um uns einen Vorgeschmack auf die neuen Produkte zu geben, hat Paizo einen Blog gestartet, in dem nahezu täglich Details über die neue Welt und die darauf basierenden Produkte zu erfahren sind. Natürlich dient das ganze Werbezwecken, das veröffentlichte Material sieht aber durchaus vielversprechend aus und veranlasste einige auf den Paizo-Boards aktive deutsch(stämmig)e Fans, mit Erlaubnis vonseiten Paizos diese Blogeinträge zu übersetzen und in deutschsprachigen Foren zu veröffentlichen.

Also viel Spaß bei den Worten der Paizos (in für sie ungewohnter Sprache). Kommentare und Diskussionen sind natürlich willkommen, aber das brauchen wir euch bestimmt eh nicht sagen [25]. Weitere Blogeinträge, natürlich in englischer Sprache, findet Ihr im Paizo-Blog.

P.S. Da dies mein erster Post hier ist, vielleicht noch ein Wort in eigener Sache: Ich bin normalerweise unter dem selben Nick im dnd-gate und den Paizo-foren unterwegs. Meiner Meinung nach hat sich Paizo mit der Arbeit der letzten Jahre einen gewissen Vertrauensvorschuss verdient und unsere Gruppe versucht auf diese Art und Weise, Paizo so gut wie möglich zu unterstützen. Das hier ist also tatsächlich ein Fan-Projekt und in keinster Weise von Paizo initiiert.

Gruß, WQ

Wormys_Queue

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Paizos Pathfinder-Blogs : das Übersetzungsprojekt
« Antwort #1 am: 05. Mai 2007, 20:14:25 »
Und hier gleich der erste Blogeintrag (Teil 1):



Cover der 2. Pathfinder-Ausgabe

Worum geht es bei Pathfinder eigentlich?

Donnerstag, 19. April 2007

Zum jetzigen Zeitpunkt habt ihr wahrscheinlich alle schon von Pathfinder, der brandneuen Abenteuer - Serie aus dem Hause Paizo gehört. (Falls nicht, solltet ihr am besten alles stehen und liegen lassen, was ihr gerade tut und euch das Ganze unter Paizo.com/pathfinder anschauen.) Aber selbst wenn ihr inzwischen wisst, was der Name „Pathfinder“ bedeutet, fragt ihr euch wahrscheinlich immer noch, worum es eigentlich geht. Welche Vision dahintersteckt. Worauf die Serie basiert. Die Antworten auf diese Fragen bekommt ihr von James Jacobs, dem Chefeditor der Pathfinder-Serie :
“Pathfinder ist zugleich die aufregendste als auch die angsteinflößendste Sache, an der ich bisher bei Paizo gearbeitet habe. Zum einen ist es eine Gelegenheit, kopfüber in eine brandneue Welt einzutauchen und eine Geschichte von Beginn an zu erzählen, durch die ihr eure Spieler führen könnt. Zum anderen... ist es eine Gelegenheit, kopfüber in eine brandneue Welt einzutauchen und eine Geschichte von Beginn an zu erzählen, die ihr und eure Spieler gemeinsam erleben werdet. Es gibt keinen Kanon, keine aus der Vergangenheit festgelegte Geschichte des Spiels, um die herum wir arbeiten und so sicherstellen können, dass wir alles richtig machen; dass bedeutet gleichzeitig, dass es auch keine wunderbaren Erinnerungen, keine Tradition gibt, auf der wir aufbauen können. Wir müssen alles von Grund auf neu erstellen...richtig?
Nun, nicht ganz richtig. Wir können immer noch eine riesige Menge Monster und andere Materialien aus dem SRD verwenden. Und auch wenn wir nicht direkt auf einem etablierten Kanon aufbauen dürfen, so ist es uns doch ganz bestimmt erlaubt, an Themen früherer Tage anzuknüpfen. Außerdem können wir das selbe tun, was auch schon Gygax, Kuntz, Arneson und die anderen ganz zu Beginn taten: Wir können auf die Mythologie der realen Welt zurückgreifen. Wenn ihr also den ersten Abenteuerpfad, der im Pathfinder erscheinen wird, lest und die finstere Verschwörung aufzudecken beginnt, die die Steinriesen auf dem Storvalplateau in den Krieg getrieben hat, werdet ihr hier und da wahrscheinlich auch ein paar bekannte Namen und Themen aus den Mythen der realen Welt auftauchen sehen, z.B. Lamashtu, die Baba Yaga, die sieben Todsünden oder sogar Asmodeus.

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Paizos Pathfinder-Blogs : das Übersetzungsprojekt
« Antwort #2 am: 05. Mai 2007, 20:15:38 »
Teil 2

Willkommen in Varisia!
Der erste Schritt auf dem Weg, einen neuen Abenteuerpfad zu erstellen, war echt der Hammer, da wir für den Pathfinder nicht den Luxus einer bereits existierenden Spielwelt besaßen, in der wir unsere Kampagne ansiedeln konnten. Bevor ich überhaupt damit anfangen konnte, das erste Abenteuer für den „Aufstieg der Runenherrscher“ (Rise of the Runelords) zu schreiben, brauchte ich also eine Welt, in die ich es einfügen konnte.
Alles begann damit, dass Erik Mona über mehrere Blätter Karopapier hinweg eine riesige T-förmige Landkarte erstellte. Am Ende gab es mehrere Kontinente und damit viel zu viel Raum für eine einzige Kampagne. Ich suchte mir daher einen relativ kleinen (klein heißt in diesem Zusammenhang “ungefähr so groß wie Kalifornien”) Abschnitt seiner Karte aus und begann damit, die Lücken zu füllen. Gleichzeitig begannen der Rest des Pathfinder-Teams (F. Wesley Schneider und James Sutter) und ich mit der Arbeit am Handlungsfaden unserer Einführungskampagne “Der Aufstieg der Runenherrscher”. Zu einem gewissen Grade war die Gestalt dieser neuen Region durch die Handlung, die wir entwickelten, vorgegeben. Wir benötigten eine Gebirgskette, die den Vergleich mit dem Himalaya-Gebirge nicht zu scheuen brauchte, ein sich über mehrere hundert Meilen erstreckendes Kliff und die Überreste eines alten Reiches.
Das Ergebnis ist das Reich Varisia.
Im Lauf des Abenteuerpfads “Aufstieg der Runenherrscher” werden wir sechs wichtigen Ortschaften auf der Karte einen Besuch abstatten; zwei davon sind Städte, zwei sind legendäre Berge, einer ist eine Riesenfestung und die letzte eine versunkene Stadt. Das sind aber nur sechs Markierungspunkte auf der Landkarte; zum jetzigen Zeitpunkt enthält Varisia ungefähr 40 Ortschaften (darunter Städte wie das gesetzlose Rätselhafen(Riddleport) und Ruinen wie die unheimlichen Salzmauern (Brine Walls)) sowie 20 kleinere Regionen (wie die ungastliche Moddermarsch (Mud Fens), der verwunschene Eschenwald (Ashwood) und das von Riesen beherrschte Storval-Plateau), die nur darauf warten, erkundet zu werden. Einige dieser Orte werden möglicherweise im „Aufstieg der Runenherrscher“ vorkommen, andere werden wir in den GameMastery-Module besuchen und wieder andere werden in zukünftigen Abenteuerpfaden ins Rampenlicht gerückt. Es reicht aber nicht aus, einfach nur die Orte zu erschaffen, die wir für die nächsten Veröffentlichungen benötigen; tatsächlich gibt es in Varisia genügend Abenteuerpotential für Dutzende Kampagnen.
Im Lauf der nächsten Tage werde ich an dieser Stelle mehr über Varisia, den Aufstieg der Runenherrscher und andere aufregende Entwicklungen bzgl. Pathfinder verraten. Kleiner Appetithappen gefällig? Dann schaut euch die Notizen an, die ich für einen dieser geheimnisvollen Orte auf der Landkarte Varisias verfasst habe – die abgelegene Insel Chorak's Ruhe.

Choraks Ruhe (Chorak's Rest)
Zwar haben die Varisianer keinen Namen für diese winzige und abgelegene Insel, die Riesen des Malmsteingebirges (Gnasher Mountains) aber haben einen. Sie nennen den Ort nach einem berühmten Kriegsherren, der dort in einer ímmensen Gruft begraben sein soll, Chorak's Ruhe. Die Riesen auf dem Storval-Plateau waren nicht immer die Barbaren, die sie  heute sind, soviel kann man schon bei einer groben Recherche in den alten Texten feststellen, die in der Abteilung für Geschichte der Großen Bibliothek von Magnimar aufbewahrt werden. Doch scheinen die Riesen auf Choraks Ruhe mehr an den alten Traditionen zu hängen, als man dass von ihren wilden Kousins im Malmsteingebirge sagen kann. Gerüchten zufolge sind die Riesen auf dieser Insel die Nachkommen der Ehrenwache König Choraks und als solche in den letzten Jahrhunderten selbst Wächter geblieben, die den Zugang sowohl anderer Riesen als auch der Menschen zu dieser Insel verhindert haben. Schiffe, die auf der Insel zu landen versuchen, werden schleunigst mit Felsbrocken und Speeren beworfen und Annäherungen aus der Luft durch den Beschuss mit riesigen, mit seltsamen Runen verzierten Ballistabolzen  oder durch  die Vernichtung durch vom Himmel fallende Blitze verhindert. Wegen dieser Verteidigungsmaßnahmen ist noch niemand nahe genug an die Insel herangekommen um genau festzustellen, was hinter dieser ungeheuerlichen Verteidigungslinie liegt. Was die glückliche (oder unglückliche?) Seele, der es doch einmal gelingt, das Ufer der Insel zu erreichen, dort erwartet, ist unbekannt. Viele Schatzsucher sind allerdings davon überzeugt, dass es den ganzen Ärger durchaus Wert wäre.“

Übersetzung: WQ
Lektorat: Oliver von Spreckelsen
Mitarbeit: Stefan Beate, Tom Ganz, Stefan Happ, David Siegel
[/b]

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« Antwort #3 am: 05. Mai 2007, 20:22:27 »
Ich bedank mich erstmal für Dein Engagement und freu mich, dass Du meiner Einladung gefolgt bist  [23] Ich bin sehr gespannt auf Pathfinder!!!
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« Antwort #4 am: 05. Mai 2007, 21:00:03 »
gern geschehen:) übrigens möchte ich betonen, dass die Übersetzung nicht in Einzelarbeit entstanden ist; ich hab lediglich die Übersetzungsgrundlage geliefert und dann wurde von allen Seiten am deutschenText gefeilt. Speziell Oliver von Spreckelsen hat gestern Schwerstarbeit geleistet [23]

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« Antwort #5 am: 05. Mai 2007, 21:09:19 »
Ja, also da wo die Namen in beiden Sprachen stehen, gefällt mir die Übersetzung gut. Aber die Texte lesen sich echt gut!
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« Antwort #6 am: 05. Mai 2007, 21:20:13 »
Mit den Eigennamen ist das natürlich so eine Sache. Im Moment können wir nur hoffen, dass die Übersetzungen passen, da es noch so gut wie keine Hintergrundinformationen gibt. Wir versuchen gerade, aus den Verantwortlichen ein bissl was herauszuquetschen, es kann also gut sein, dass manche dieser Übersetzungsversuche noch einmal überarbeitet werden müssen (deswegen auch die englischen Eigennamen in Klammern).

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« Antwort #7 am: 05. Mai 2007, 22:23:54 »
Bestünde Interesse daran Eurerseits, ein Interview mit den Verantwortlichen für und mit der Lorp zu machen ( www.lorp.de )???

Ein paar Fragern würde ich dann sicherlich auch beisteuern!
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« Antwort #8 am: 05. Mai 2007, 22:51:36 »
Ich werde die Frage mal weitergeben. Die Paizo-Verantwortlichen sind zwar wirklich kommunikativ, aber im Moment auch ziemlich im Stress. Allerdings gibts nen irc-chat, in dem sich ab und an auch mal Erik Mona & co. blicken lassen. vielleicht liesse sich auf diesem Wege etwas organisieren. Oder über Fragebogen? Mal schauen.

Immerhin: Zwei aus unserer Gruppe leben in den USA, die Zeitverschiebung sollte also kein großes Problem sein  [15]

Ich geb dir so schnell wie möglich Bescheid, ok?
Gruß, Björn

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« Antwort #9 am: 05. Mai 2007, 22:55:53 »
Jawoll, vielen Dank!
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« Antwort #10 am: 06. Mai 2007, 23:15:34 »
@Greifenklaue:So, wir werden auf alle Fälle versuchen, ein Interview mit den Paizo-Verantwortlichen zu bekommen, konkret steht aber noch nichts fest. Aber immerhin könntest du dir schon mal Gedanken über die Fragen machen, die du gerne gestellt sehen möchtest.

Nächster Blogeintrag kommt morgen, wir werden auf Dauer versuchen, auf täglichen Rhythmus umzustellen.

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« Antwort #11 am: 07. Mai 2007, 19:52:21 »
Hier der nächste Blogeintrag, der ein neues Licht auf eines der bekanntesten Völker im D&D-Universum wirft und mit dem Paizo andeutet, auf welche Art und Weise sie die alten Monster leicht zu überarbeiten gedenken:


Cover der ersten Pathfinder-Ausgabe

Die Neuerfindung des Rades

Ursprünglich war ein Koboldstamm als Hauptgegner für Verbrannte Opfergaben(Burnt Offerings), dem ersten Abenteuer der „Aufstieg der Runenherrscher“-Serie,geplant, denn seien wir doch mal ehrlich: Alle lieben Kobolde. Und zwar so sehr, dass sie schlussendlich zu den Bösen Jungs im ersten GameMastery- Abenteuermoduls geworden sind, dass zwei Monate vor Verbrannte Opfergaben im Handel erhältlich sein wird. Das ist für dieses Abenteuer, Die Krone des Koboldkönigs (Crown of the Kobold King) zwar sehr nett, dafür fehlte nun für Verbrannte Opfergaben eine kleinwüchsige Bedrohung.
 
Auftritt von Wayne Reynolds.

Die Entscheidung, Wayne die ersten zwölf Cover für die Pathfinder-Serie zeichnen zu lassen, hatte den schönen Nebeneffekt, dass er auch das Aussehen unserer Goblins designte. „Mach unsere Goblins fast so niedlich wie angsteinflössend,“ machten wir ihm zur Vorgabe, die er mit einem Schwarm flachköpfiger, zahnbewehrter und rotäugiger Monster, die merkwürdig gezackte Schwerter trugen noch übertraf. (Die Schwerter benannte Chefeditor James Jacobs auf der Stelle in „Hundeschlitzer“um, denn wie ihr weiter unten sehen werdet, hassen Goblins Hunde).
Allein aufgrund ihres Aussehens konnte James Jacobs, der außerdem der Autor von Verbrannte Opfergaben  ist, alle möglichen seltsamen Eigenheiten der Goblins erfinden (gegenwärtig ist das Lied, dass die Goblins beim Plündern singen, der Favorit im Mitarbeiterstab). Und aufgrund dessen, was Wayne mit den Goblins anstellte, können wir verständlicherweise kaum noch erwarten, wie sein Design für die Steinriesen, die Oger und die Drachen aussehen wird – natürlich werdet wir euch auch dazu an dieser Stelle eine kleinen Vorgeschmack geben.


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« Antwort #12 am: 07. Mai 2007, 19:53:04 »
Zehn lustige Tatsachen über Goblins
[list=1]
  • Goblins hassen Pferde: Goblins sind glänzende Reiter, kommen aber nicht sehr gut mit Pferden zurecht. Tatsächlich wird ihr Hass auf Pferde nur von ihrer Angst davor übertroffen, da diese die dumme Angewohnheit haben, auf Goblins zu treten, wenn sie ihnen zu nahe kommen.
  • Goblins hassen Hunde: Obwohl Goblins schreckliche rattengesichtige hundeähnliche Wesen züchten, um sie als reitbaren Untersatz zu verwenden (außerdem reiten sie Wölfe oder Worge, wenn sie welche kriegen können – Goblins sind übrigens sehr schnell mit einer Erklärung bei der Hand, warum Wölfe keine Hunde sind), erreicht ihr Hass auf gewöhnliche Hunde fast ihren Hass auf Pferde. Das Gefühl beruht durchaus auf Gegenseitigkeit. Wenn dein Hund daher an einem Holzstapel aus unersichtlichen Gründen zu bellen anfängt, so stehen die Chancen gut, dass er einen verschreckten Goblin gewittert hat, der sich darin versteckt.
  • Goblins plündern Müllkippen: Dunggruben, Gossen, Abwasserkanäle... überall, wo es Müll gibt, kann man darauf wetten, dass Goblins in der Nähe sind. Sie sind seltsam geschickt darin, aus Abfall Waffen und Rüstungen herzustellen und lieben es, Leute mit dem umzubringen, was diese vorher weggeworfen hatten.
  • Goblins lieben den Gesang: Auch wenn die Texte einprägsam sind, sind sie doch gewöhnlich zu unheimlich und verstörend, um weite Akzeptanz zu finden.
  • Goblins sind heimtückisch: Ein aufgeregter oder verärgerter Goblin ist eine laute, schnatternde bezahnte Bedrohung. Aber selbst dann können sie von einer Sekunde auf die andere in beunruhigende Stille verfallen. Verbunden mit ihrer geringen Größe verleiht ihnen das ein unheimliches Geschick darin, sich an Orten zu verstecken, an denen man sie niemals vermuten würde.... in Feuerholzstapeln, in Regentonnen, unter Stämmen, unter Hühnerställen, in Öfen usw.
  • Goblins sind ein wenig verrückt: Die Tatsache, dass Goblins Dinge wie Öfen für gute Verstecke halten, wirft ein klares Licht auf ihre Unfähigkeit, Pläne bis zu ihrem wahrscheinlichen Ende zu durchdenken. Außerdem lassen sie sich leicht ablenken, besonders durch glänzende Gegenstände und Tiere, die kleiner als sie sind und eine schmackhafte Mahlzeit abgeben könnten.
  • Goblins sind gefräßig: Mit genügend Vorräten kann ein Goblin gut und gerne ein Dutzend Mahlzeiten pro Tag verdrücken. Die meisten Goblinstämme haben nicht genügend Vorräte, um einen so unersättlichen Appetit zu stillen, weshalb diese kleinen Plagen der Lust auf Raubzüge nicht widerstehen können.
  • Goblins lieben Feuer: Dinge in Brand zu setzen ist einer der liebsten Zeitvertreibe von Goblins, obwohl sie im allgemeinen recht vorsichtig mit Feuer in ihren eigenen Bauten umgehen - besonders, da Goblins meist in großen Distelgestrüppen leben und auf getrockneten Blättern oder Gras schlafen. Aber gibt man einem Goblin eine Fackel und das Haus  eines anderen und schon hat man ein Problem.
  • Goblins bleiben leicht stecken: Goblins haben einen drahtigen Körperbau, aber breite Schädel und leben in sehr engen Bauten. Manchmal zu engen Bauten.
  • Goblins glauben, dass Bilder und Texte deine Seele stehlen: Die Wände von Goblinbauten und die Ruinen von Städten, die von Goblins geplündert wurden, sind mit Bildern ihrer Feinde übersät. Allerdings malen sie niemals Bilder von Goblins - das wäre gemein. Gekritzel raubt Worte aus deinem Kopf. Man bekommt sie nie mehr zurück.



Das Goblinlied
Goblins beißen, Goblins kauen,
Goblins schneiden, Goblins hauen,
Schlitz auf den Hund, zerhack das Pferd,
Wir Goblins fressen, stehl'n vom Herd.

Goblins prügeln, Goblins dreschen,
Goblins springen, Goblins preschen,
Zermatsch den Kopf, die Haut brenn' rot,
Wir Goblins kommen, du bist tot.

Das Baby jag, den Welpen fang,
eins auf den Kopf, dann schrein's nicht lang.
Knochen brechen, Fleisch zum Fressen,
Wir sind die Goblins -  Ihr das Essen.

Links:
Der Paizo-Blog
Verbrannte Opfergaben(Burnt Offerings)
Die Krone des Koboldkönigs (Crown of the Kobold King) [/list]

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« Antwort #13 am: 13. Mai 2007, 00:06:20 »
Ein Auge fürs Detail: Das Zusatzmaterial der Pathfinder-Serie

Samstag, 21.April 2007

Als wir das Format der Pathfinder-Serie entwickelten, war eine der schwierigsten Fragen, die wir als Team zu lösen hatten, die folgende: “Okay, der Abenteuerpfad ist klar, aber was wird sonst noch enthalten sein?” Wir wussten zwar, dass das Abenteuer, das das Zentrum eines jeden Bandes bildet, die Aufmerksamkeit der Leser auf sich ziehen würde, wir wussten aber auch, dass es nur etwas mehr als die Hälfte eines jeden Buchs ausmachen würde. Es ist manchmal schwer nachzuvollziehen, welchen Umfang jeder Band dieser Reihe haben wird, bis man sich vor Augen führt, wieviel Inhalt auf diese Seiten passt. Ohne platzraubende Werbung im Innenteil sind etwa einhundert Seiten eine gewaltige Menge weißen Papiers. Wie sollten wir diese nur füllen?
  Viele Ideen wurden entwickelt, viele davon wurden direkt wieder verworfen. Es war alles da, von bekannten Inhalten wie Auflistungen magischer Gegenstände oder aktuellen Neuigkeiten aus der Spieleszene bis hin zu mehr als merkwürdigen Vorschlägen wie einem kleinen, auf den Abenteuerpfad bezogenen und jeder Ausgabe beigelegten Comicbuch (dieser fehlgeleitete Vorschlag kam von mir und stellte sich schnell als  nur unwesentlich billiger als eine Marsexpedition heraus). Schlussendlich aber entwickelten wir zwei Richtlinien für die gesamte „Stützmasse“ (so nennen wir inzwischen das Hintergrundmaterial):

1.alles, was in einer Ausgabe des Pathfinder enthalten ist, muss für einen Spielleiter, der den Abenteuerpfad leitet, von praktischem Nutzen sein.
2.Zumindest ein Teil davon muss auch für die Spieler unterhaltsam und nützlich sein.

Eine der angenehmeren Eigenschaften des Formats der Pathfinder-Bücher ist es, dass die Ausgestaltung der Zusatzmaterialien keiner strengen Formvorgabe gehorchen müssen. Dennoch lässt sich der größte Teil der „Stützmasse“ in eine der folgenden Oberkategorien einordnen.

Städte und Regionen: Eines der stärksten Kaufargumente für die Pathfinder-Serie ist meiner Meinung nach, dass es buchstäblich alles enthält, was man für das Leiten einer Kampagne benötigt. Natürlich ermutigen wir die Leute dazu, den Abenteuerpfad an ihre eigenen selbsterstellten Welten anzupassen, hier bei uns tun einige genau das selbe; auf der anderen Seite aber halten wir es für sehr wichtig, dass das Setting genauso attraktiv wie die eigentliche Handlung gestaltet ist. Allein in Rise of the Runelords (Aufstieg der Runenherrscher) gibt es  ausführliche Ortsbeschreibungen von drei Städten (Sanddorf, Magnimar und Xin-Shalast), die die Charaktere auf ihren Reisen besuchen werden.  Dabei handelt es sich nicht einfach nur um trockene Zahlen auf dem Papier, sondern um ausführliche Artikel, in denen die Örtlichkeiten, NSCs, die Hintergrundgeschichte, Begegnungen und Karten von unerreichter Schönheit und Genauigkeit abgedruckt werden (Ihr denkt bestimmt, ich würde bezüglich der Karten maßlos übertreiben, aber als Wes Schneider die Karte, die er von der Stadt Magnimar (dem Schauplatz des zweiten Abenteuers) gezeichnet hatte mit ins Büro brachte, hätte ich auf den ersten Blick schwören können, das er sie bei Google Maps abgepaust hätte, da sie einfach viel zu detailliert war. Als ich ihn fragte, wie er das denn hinbekommen hätte, zuckte er nur mit den Schultern und meinte: „latent obsessive und zwanghafte Anwandlungen, schätze ich mal.“
  Außerdem wird es eine große Landkarte von Varisia geben, der Region in der Rise of the Runelords stattfindet; auf dieser findet man jede Menge Einträge von Örtlichkeiten, die sowohl bei der Ausgestaltung der Welt als auch als Startpunkte für Zusatzabenteuer dienlich sein können. Ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aber ich bin jedenfalls ein großer Fan inspirierender Landkarten, die gerade genug Anregungen enthalten, um meine Phantasie in Gang zu setzen, und den Rest mir überlassen.

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« Antwort #14 am: 13. Mai 2007, 00:07:57 »

Verbesserte Monsterbeschreibungen: Das wir im Rahmen der OGL ein neues Setting erschaffen, bedeutet unter anderem, dass wir die Möglichkeit haben, neue Monster einzuführen und die alten Klassiker neu zu beschreiben (Wenn Ihr eine Ahnung von der Richtung, die wir einschlagen werden, erhaschen wollt, solltet ihr euch den letzten Blogeintrag zu Gemüte führen, der die Goblins unserer Welt beschreibt). In Rise of the Runelords  wollen wir unsere Vision von Steinriesen und Drachen im Detail enthüllen. Dabei werden wir über einen bloßen Eintrag, wie er im Monster Manual stehen könnte, hinausgehen und euch ihre Gesellschaft, ihre Religion und ihre Charakterzüge vorstellen, kurz gesagt, alles was sie antreibt. Denn während eine gute Illustration Monster faszinierend werden lässt, ist es ihre Denkart ( und wie man diese ausspielt), die sie zu bedeutenden Gegnern macht.
Götter und Dämonen: Ähnlich, wie das bei Monstern der Fall ist, denke ich auch bei Göttern und Dämonen (zwei in unserer Welt nahezu austauschbare Begriffe), dass sie dann am meisten Spass machen, wenn sie spannende Geschichten haben. In jedem Abenteuerpfad werden wir mehrere Götter oder Dämonen unserer Kampagnenwelt auswählen und euch einen detaillierten Überblick über sie geben, angefangen mit ihrer Geschichte und ihren Daten bis hin zu ihren Anhängern und Verkündern. Im ersten Abenteuerpfad werden wir uns mit Desna, dem Sphärenklang, dem Schutzpatron der Zigeuner und mit Lamashtu, der Göttin von monströser Geburt, beschäftigen.
Zusätzliche Begegnungen: Was passiert eigentlich, wenn eure Gruppe in einem Teil des Abenteuers die Hälfte der Begegnungen ausgelassen hat, oder wenn sie sich in eine unerwartete Richtung bewegt? Zusätzliche Begegnungen, die für diese Region passen und in geeigneter Weise mit der Kampagne verbunden sind, können euch eine Menge Hektik ersparen.
Bestiarium: Als eine der wenigen Artikelserien, deren Erscheinen in jeder Ausgabe garantiert ist, wird das Bestiarium des Pathfinder jeden Monat eine gewisse Zahl brandneuer Monster enthalten, die zum Teil aktiv im Abenteuer auftreten, zum Teil mit dem Abenteuer nichts zu tun haben, aber vom Thema her dazu passen. Wenn Ihr einen kurzen Blick auf die Monster haben wollt, die im ersten Band enthalten sein werden, solltet ihr diesen Blog im Auge behalten.
NSC: Um einen NSC interessant zu gestalten, braucht man mehr als nur ein Datenblatt. Wann immer es möglich ist, wird der Pathfinder die Nebenbesetzungen- Helden wie Schurken zugleich -  in ausführlichem und leicht in andere Abenteuer übertragbaren Format präsentieren.
das Pathfinder-Journal: Als eine der anderen Konstanten der „Stützmasse“ wird das Pathfinder-Journal in jedem Monat einen anderen Aspekt unserer Kampagnenwelt unter die Lupe nehmen. Darüber hinaus soll es dabei helfen, den Pathfinder mit den 32-seitigen GameMastery-Modulen zu verbinden, was den Zusammenhalt zwischen den beiden Reihen stärkt und euch noch mehr Möglichkeiten gibt, eure Kampagne zu erweitern.
Diverse Regelergänzungen: Ach ja, die Freuden der Abteilung „Verschiedenes“. Hier werdet ihr alles mögliche finden: neue Zauber, Regeln und Talente, die an die Magie der Todsünden anknüpfen (dabei handelt es sich um ein Magiesystem, das mit den sieben Todsünden in Verbindung steht und das von den Runenherrschern benutzt wird);oder auch Artikel darüber, wie man eine eigene Festung oder eine eigene Burg leitet und instandhält.
Geschichte: Ich bin mir ziemlich sicher, dass ihr inzwischen die grundlegende Idee hinter dem Pathfinder recht gut verstanden habt, aber die Geschichte einer Spielwelt ist genauso wichtig und potentiell inspirierend wie ihre Geographie. Eine Gelegenheit für uns (und nicht zu vergessen einigen der größten Namen der Rollenspielbranche), einen Farbtupfer in den geschichtlichen Hintergrund unserer Welt zu setzen? Klar doch!